Wirtschaft
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Reichem Ehepaar missglückt Steuerflucht von Binningen BL nach Wollerau SZ



Roadsign on an intersection in Wollerau in the canton of Schwyz, Switzerland, pictured on June 29, 2009. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Verkehrsschild an einer Kreuzung in Wollerau im Kanton Schwyz, aufgenommen am 29. Juni 2009. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Bild: KEYSTONE

Die Baselbieter Steuerbehörden haben einem Ehepaar den Umzug aus einem Luxus-Eigenheim in eine Zweieinhalb-Zimmer-Wohnung in Wollerau SZ nicht abgenommen. Auch das Bundesgericht hat entschieden, dass die Eheleute im teureren Baselbiet Steuern zahlen müssen.

Das Kantonsgericht Basel-Landschaft entschied im November 2018, dass das Ehepaar per 31. Dezember 2015 keinen neuen Wohnsitz in Wollerau SZ begründet habe. Zwar hatte das Paar sich im Kanton Schwyz angemeldet. Vieles deutete für das Kantonsgericht jedoch darauf hin, dass die Wohnung in Wollerau nur ein Scheindomizil war, um Steuern zu sparen.

Wie aus einem am Mittwoch veröffentlichten Urteil des Bundesgerichts hervorgeht, besitzt das Ehepaar in Binningen BL eine luxuriöse Wohnung mit einer Fläche von über 300 Quadratmetern. In Wollerau hatten es eine Wohnung für 800 Franken gemietet. An der gleichen Adresse war jedoch auch eine quellenbesteuerte Person angemeldet.

Ferrari in Binningen

Auch arbeitete der Ehemann weiterhin in Basel, und sowohl Ferrarri und Maserati blieben in der Garage in Binningen. Dass es sich dabei lediglich um die Sommerfahrzeuge handelte und im Kanton Schwyz die Alltagsfahrzeuge waren, vermochte die Behörden nicht im Sinne des Ehepaares zu stimmen. Um so mehr, als die Autos im Kanton Basel-Landschaft angemeldet blieben.

ZUR KANTONALEN ABSTIMMUNG VOM 28. SEPTEMBER 2014 ZUR AENDERUNG DER KANTONSVERFASSUNG (GEGENVORSCHLAG ZUR ZURUECKGEZOGENEN VERFASSUNGSINITIATIVE

Bild: KEYSTONE

Ebenfalls kein Gehör fanden die Eheleute mit den Argumenten, dass die Schwyzer Wohnung 140 Quadratmeter auf zwei Etagen umfasse und sie ihre Krankenkasse und den Telefonanbieter im Baselbiet abgemeldet hätten.

Für das Bundesgericht steht fest, dass das Paar per Ende 2015 keinen neuen Wohnsitz in Wollerau begründet hat. Entscheidend dafür sei nicht die Deponierung der Schriften. Vielmehr müsse nach aussen erkennbar die Absicht bestanden haben, dauerhaft am neuen Ort zu leben. Dies ist gemäss Bundesgericht nicht der Fall. (Urteil 2C_170/2019 vom 19.09.2019) (aeg/sda)

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57Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Alju 30.10.2019 20:49
    Highlight Highlight Man liest ab und zu über Einbrecher, die sich dilettantisch verhalten haben.

    Dieser Fall erinnert mich daran....
  • Meyer Andrej 30.10.2019 19:48
    Highlight Highlight Warum bezahlen wir Steuern, knall hart, wohlverstanden hart erarbeitetes Geld, während Leute die viel Geld verdienen, es nicht so versteuern, bzw. alle möglichen Wege suchen, sich der Steuerlast zu entledigen.
  • glass9876 30.10.2019 19:17
    Highlight Highlight So, und jetzt bitte noch das Strafverfahren wegen Steuerbetrug einleiten!
  • ARoq 30.10.2019 18:54
    Highlight Highlight Keine Spione gegen Steuerbetrüger?
    • trotzten sagen dürfen . 30.10.2019 22:12
      Highlight Highlight Ist ja offenbar nicht nötig. Wo der Staat Geld holen kann, sieht er auch genau hin. Aber bein Geld ausgeben, ist er ratsam etwas genauere hinzuschauen.
  • stevemosi 30.10.2019 18:47
    Highlight Highlight Ich komme aus der Gegend. Die sind nicht die einzigen. Und eine 140 m2 Wohnung für 800,- kannst du dort so oder so vergessen. Das Paar war einfach Dümmer als die vielen anderen Heimlifeissen in der Gegend. Aber immer schön die Einheimischen vertreiben weil die sich die Mieten nicht mehr leisten können, mit Folgeschäden: keine Dorfkultur mehr/ weniger Beizen/ kaum besuchte Dorffeste, schwindende Dorfvereinsmitglieder. Und die Kinder welche nicht in die International School gehen, kennen das Dorf/ die Gegend nicht mehr weil sie von den gelangweilten reichen Mamis chauffiert werden
  • Klaus07 30.10.2019 18:26
    Highlight Highlight Warum wird so einem Sozialbetrüger nicht gleich noch 50% vom Vermögen einkassiert? Solche asoziale Menschen haben ihren Reichtum nicht verdient.
  • Altweibersommer 30.10.2019 18:18
    Highlight Highlight Und wie lange müssen die jetzt in den Knast?
    • Meyer Andrej 30.10.2019 19:49
      Highlight Highlight Guter Witz! Die wahren Kriminellen sind die Autofahrer, ein bisschen Steuern hinterziehen, also bitte...
  • bibaboo 30.10.2019 17:47
    Highlight Highlight Ziemlich blöde Situation wenn man zu geizig ist, um Steuern zu sparen 😂
  • Genesis23 30.10.2019 16:19
    Highlight Highlight werde dafür wahrscheinlich zugeblitzt, aber ich persönlich verstehe diese Steuerflüchtlinge nicht. Ich mache jedes Jahr meine Steuern, mache die Abzüge offen und ehrlich und klar schmerzt die Steuerrechnung jeweils ziemlich heftig (wohne im Kanton BE und bezahle 5.5k Steuern, bei 4.0k Monatslohn) aber nüchtern betrachtet profitierte und profitiere immer noch von so vielen öffentlichen Dingen, das es mir nichts ausmacht, jährlich meinen Beitrag daran zu leisten. Stellt euch vor, wie schön die Welt als ganzes sein könnte, wenn jeder genau die Steuern zahlt, die er schuldig ist - z. B. die USA.
  • Windfahnenprophet und Gotthelfjünger 30.10.2019 16:19
    Highlight Highlight 140 m2 für Fr. 800.- in Wollerau. Für dieses Geld bekommt ihr in Wollerau eine Doppelgarage, aber ganz sicher keine 140 m2 Wohnung.
    • Charlie Brown 30.10.2019 17:15
      Highlight Highlight Wahrscheinlich den Briefkasten der Wohnung...
    • Erieri 30.10.2019 19:26
      Highlight Highlight Da ist etwas faul, da ist sonst noch Geld geflossen
    • Meyer Andrej 30.10.2019 19:50
      Highlight Highlight Wow eine Briefkastenwohnung und wie hoch ist die Busse für den Briefkastenvermieter? Nennt sich Beihilfe zur Steuerhinterziehung!
    Weitere Antworten anzeigen
  • Albert Stpeck 30.10.2019 16:17
    Highlight Highlight Wenn wir Schweizer Stimmbürger diesen unsäglichen und die Kantone ausblutenden Steuerwettbewerb gutheissen, sollten wir uns über Auswüchse und Extremfälle nicht beklagen.
  • Mia_san_mia 30.10.2019 16:07
    Highlight Highlight Eine 140 Quadratmeter-Wohung in Wollerau für 800 Franken?!? Ich komme von hier und würde gerne so eine Wohnung haben... Sorry, das kann ich mir nicht vorstellen...
  • adam gretener 30.10.2019 15:58
    Highlight Highlight Unsereins überlegt sich, ob das neue Velo wirklich schon dieses Jahr dran sein muss. Andere mieten sich eine leere Zweitwohnung, um Steuern zu sparen, obwohl man Geld hat wie Heu. Ist halt Charakterfrage, muss man nicht verstehen.
    • SJ_California 30.10.2019 17:41
      Highlight Highlight Im Text steht dass die Wohnung nicht leer war. Es sind somit 800.- Miete für den Briefkasten
    • adam gretener 31.10.2019 02:32
      Highlight Highlight Holy shit. Zu null.
  • Grabeskaelte 30.10.2019 15:49
    Highlight Highlight Ganz einfach die Steuern schweizweit (oder noch besser - International) vereinheitlichen. Klappe zu, Affe tot.
  • Don Alejandro 30.10.2019 15:39
    Highlight Highlight Beschämend. Die Verfahrenskosten werden die Monatsmiete in Wollerau um einiges übersteigen.
  • Frausowieso 30.10.2019 15:16
    Highlight Highlight Da nun kein Bedarf mehr für die Wohnung besteht, würde ich mich gerne als Nachmieter melden. 140 QM2 für 800.- scheint ja der beste Wohnungsdeal der Schweiz zu sein.
    • esmereldat 30.10.2019 17:01
      Highlight Highlight Hätte auch Interesse. Die Wohnung ist ja so riedig, da könnten wir gut eine WG machen, oder?
  • Miicha 30.10.2019 14:20
    Highlight Highlight Mein Mitleid hält sich in Grenzen.
    • P. Silie 30.10.2019 14:30
      Highlight Highlight Meins auch.. hilft wohl nur noch der Umzug nach Wollerau..
  • Jetzt LIVE dazugeschaltet 30.10.2019 14:19
    Highlight Highlight Ferrari in Binningen, Frau in Wollerau, Hund in Binningen, LandRover (für den Alltag) in Wollerau, Küchenschürze in Binningen, Wanderschuhe in Wollerau, Schmuck in Binningen, Klopapier in Wollerau, Hifi-Anlage in Binningen, Liebhaber der Frau in Wollerau ...

    Und der Mann? Im Puff vor lauter Puff!

    • Meyer Andrej 30.10.2019 19:52
      Highlight Highlight Der war gut!
  • Eisvogel 30.10.2019 13:49
    Highlight Highlight Das sind die wahren Sozialschmarotzer.
    • Fruchtzwerg 30.10.2019 14:17
      Highlight Highlight Genau. Ich warte schon auf die Blick-Hetzkampagne gegen die beiden, wie es bei Sozialhilfebetrügern geschieht *Ironie off*
      Durch diese Art von Betrug geht dem Staat insgesamt garantiert mehr Geld verloren als durch die paar tausend Stutz, von irgendwelchen Sozialhilfebetrügern.
    • P. Silie 30.10.2019 14:20
      Highlight Highlight Schmarotzer? Also sowas wie Parasiten? Die Leute beziehen weder Sozial- noch Unterstützungshilfe, zahlen all ihre Rechnungen (vermutlich) pünktlich und zahlen sogar noch ins Sozialsystem ein..

      Also wäre das Wort falsch gewählt. Vielleicht wäre Geizhälse angepasster?
    • Shlomo 30.10.2019 14:36
      Highlight Highlight @P.Silie: nein Sozialschmarotzer trifft es ganz gut. Den Sie benutzen die Infrastruktur in Binningen, zahlen aber keinen Rappen dafür
    Weitere Antworten anzeigen
  • Loe 30.10.2019 13:34
    Highlight Highlight 140 Quadratmeter für 800 Franken? Ich lebe definitiv am falschen Ort 😅 Oder aber die Wohlhabenden wissen wie man spart - oder eben nicht.
    • Aussie 30.10.2019 13:52
      Highlight Highlight das muss ein Fehler sein. In Wollerau wirst du keine Wohnung mit 140 m2 für 800.- finden.
    • sigma2 30.10.2019 15:00
      Highlight Highlight Und das in Wollerau? Falls es da wirklich gibt, bin ich Elvis und der Papst in Personalunion.
    • adma 30.10.2019 16:14
      Highlight Highlight Das liegt wohl nicht am Ort. Ich wohne in Wollerau und bezahle das doppelte für nicht mal halb soviel Fläche.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Moelal 30.10.2019 13:22
    Highlight Highlight Eine richtig gute Entscheidung des Bundesgerichts! Hut ab!
    • Rockola 30.10.2019 14:34
      Highlight Highlight Jawoll wir zahlen Steuern und dieses Ehepaar hat eine Menge Geld 💰 und haben dass Gefühl dass sie wenig Bezahlen müssen.
      Das ist schlicht und einfach eine Sauerei. Zum Glück hat das Gericht entschieden dass sie Steuern in Basel Bezahlen müssen. Bravo 👏

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