Wirtschaft
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Swiss-Problemflugzeug: Lösung erst in einigen Wochen in Sicht

Nach aussen schweigt die Airline, doch intern kommuniziert sie nun, was die Ursache für die Triebwerks-Zwischenfälle sein könnte – und was die nächsten Schritte sind.

Benjamin Weinmann / ch media



Nach den massiven Ausfällen der Europa-Flugzeuge vom Typ C-Series/A220 wegen Triebwerkinspektionen an den beiden Vortagen läuft der Flugbetrieb bei der Swiss am Donnerstag wieder normal. (Archiv)

Weiterhin mit Restriktionen unterwegs: Die A220 der Swiss. Bild: KEYSTONE

Die Krise ist noch nicht ausgestanden. Mitte Oktober sah sich die Swiss nach drei Zwischenfällen mit den Triebwerken ihrer A220-Maschinen gezwungen, die ganze neue Flotte temporär zu grounden. Alle Maschinen wurden intensiv überprüft. Danach konnten sie wieder abheben - allerdings mit Restriktionen.

So dürfen die Piloten bei einer gewissen Flughöhe sicherheitshalber nicht vollen Schub geben, auf Anweisung des Herstellers Airbus Canada und der kanadischen Flugsicherheitsbehörde.

Über die möglichen Ursachen gab sich die Swiss bisher bedeckt. Auch als kürzlich die Nachrichtenagentur Reuters ein Software-Update des US-Triebwerkherstellers Pratt & Whitney als mögliches Problem nannte verwies die Swiss darauf, dass die Kommunikationshoheit bei der US-Flugsicherheitsbehörde liege. Nun hat die Swiss aber zumindest gegenüber dem eigenen Personal das Software-Update als mögliche Ursache bestätigt.

Wie mehrere Quellen gegenüber CH Media bestätigen, hat die Airline vor wenigen Tagen intern ein Schreiben verschickt. Darin bestätigt die Swiss, dass eine Korrelation zwischen der neuen Software für die digitale Triebwerksregelung und der Flughöhe untersucht wird. Denn bei den drei Zwischenfällen handelte es sich um Maschinen, die erst wenige Flüge mit der neuen Software hinter sich hatten und eine bestimmte Höhe flogen.

Der Triebwerkshersteller Pratt & Whitney ist offenbar daran, ein neues Software-Update zu liefern, das die Probleme beheben soll. Allerdings dürften die Tests und Zertifizierungen noch eine Weile dauern. Gegenüber dem Personal spricht die Swiss von einigen Wochen.

Bis dahin gilt weiterhin die Flughöhen-Beschränkung auf 29'000 Fuss. Ausserdem muss wegen der Restriktionen bei Flughöhe und Geschwindigkeit auf drei längeren Flugstrecken das Gewicht reduziert werden.

«Die Swiss hat uns sehr gut auf dem Laufenden gehalten. Angst ist bei der Crew keine zu spüren»

Eine Flight Attendant von Swiss

Die Swiss war 2016 Erstkundin der A220, die einst C-Series hiess. Sie zählt 29 Maschinen zu ihrer Flotte, die insgesamt aus rund 90 Flugzeugen besteht. Swiss-Chef Thomas Klühr sagte kürzlich in einem Interview mit dem «Sonntagsblick», dass es ein besseres Gefühl wäre, wenn die genaue Ursache bereits bekannt wäre. Ein sicherer Flugbetrieb sei aber gewährleistet, auch wenn die Untersuchungen andauern würden.

Beim Personal herrscht Ruhe

Beim Personal ist derweil keine grosse Verunsicherung auszumachen. Für die interne Kommunikation erhält die Airline Lob: «Die Swiss hat uns sehr gut auf dem Laufenden gehalten. Angst ist bei der Crew keine zu spüren», sagt eine Flight Attendant. Und ein Pilot meint: «Bis jetzt läuft alles normal, wir sind ruhig.»

Nach aussen nimmt die Swiss nach wie vor keine Stellung und verweist auf die US-Flugsicherheitsbehörde, welche für die Kommunikation in diesem Fall zuständig sei. (aargauerzeitung.ch)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das ist das neue Swiss-Schmuckstück

8 Leute, die auch finden, dass Zürich zum Kotzen ist

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!

Vergiftete Böden und Kinderarbeit – was sich Schweizer Firmen im Ausland alles erlauben

Am 29. November stimmt die Schweiz über die Konzern-Initiative ab. Sie soll Schweizer Unternehmen bei Rechtsverstössen im Ausland stärker haftbar machen. Höchste Zeit also, um sich ein paar Beispiele von bis jetzt ungeahndeten Menschenrechts- und Umweltvergehen anzusehen.

Nach der Abstimmung ist vor der Abstimmung: Bereits am 29. November kann das Schweizer Stimmvolk erneut wählen gehen. Zum Beispiel über die Konzernverantwortungsintiative. Diese fordert, dass globale Konzerne mit Sitz in der Schweiz einem zwingenden Regelwerk unterstellt sind, wenn es um die Beachtung von Menschenrechten und Umweltschutz bei ihren weltweiten Tätigkeiten geht.

Oder einfach gesagt: Schweizer Unternehmen und ihre Tochterfirmen könnten für ihre Tätigkeiten im Ausland rechtlich …

Artikel lesen
Link zum Artikel