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Swiss-Problemflugzeug: Lösung erst in einigen Wochen in Sicht

Nach aussen schweigt die Airline, doch intern kommuniziert sie nun, was die Ursache für die Triebwerks-Zwischenfälle sein könnte – und was die nächsten Schritte sind.
06.11.2019, 07:1106.11.2019, 07:18
Benjamin Weinmann / ch media
Weiterhin mit Restriktionen unterwegs: Die A220 der Swiss.
Weiterhin mit Restriktionen unterwegs: Die A220 der Swiss.
Bild: KEYSTONE

Die Krise ist noch nicht ausgestanden. Mitte Oktober sah sich die Swiss nach drei Zwischenfällen mit den Triebwerken ihrer A220-Maschinen gezwungen, die ganze neue Flotte temporär zu grounden. Alle Maschinen wurden intensiv überprüft. Danach konnten sie wieder abheben - allerdings mit Restriktionen.

So dürfen die Piloten bei einer gewissen Flughöhe sicherheitshalber nicht vollen Schub geben, auf Anweisung des Herstellers Airbus Canada und der kanadischen Flugsicherheitsbehörde.

Über die möglichen Ursachen gab sich die Swiss bisher bedeckt. Auch als kürzlich die Nachrichtenagentur Reuters ein Software-Update des US-Triebwerkherstellers Pratt & Whitney als mögliches Problem nannte verwies die Swiss darauf, dass die Kommunikationshoheit bei der US-Flugsicherheitsbehörde liege. Nun hat die Swiss aber zumindest gegenüber dem eigenen Personal das Software-Update als mögliche Ursache bestätigt.

Wie mehrere Quellen gegenüber CH Media bestätigen, hat die Airline vor wenigen Tagen intern ein Schreiben verschickt. Darin bestätigt die Swiss, dass eine Korrelation zwischen der neuen Software für die digitale Triebwerksregelung und der Flughöhe untersucht wird. Denn bei den drei Zwischenfällen handelte es sich um Maschinen, die erst wenige Flüge mit der neuen Software hinter sich hatten und eine bestimmte Höhe flogen.

Der Triebwerkshersteller Pratt & Whitney ist offenbar daran, ein neues Software-Update zu liefern, das die Probleme beheben soll. Allerdings dürften die Tests und Zertifizierungen noch eine Weile dauern. Gegenüber dem Personal spricht die Swiss von einigen Wochen.

Bis dahin gilt weiterhin die Flughöhen-Beschränkung auf 29'000 Fuss. Ausserdem muss wegen der Restriktionen bei Flughöhe und Geschwindigkeit auf drei längeren Flugstrecken das Gewicht reduziert werden.

«Die Swiss hat uns sehr gut auf dem Laufenden gehalten. Angst ist bei der Crew keine zu spüren»
Eine Flight Attendant von Swiss

Die Swiss war 2016 Erstkundin der A220, die einst C-Series hiess. Sie zählt 29 Maschinen zu ihrer Flotte, die insgesamt aus rund 90 Flugzeugen besteht. Swiss-Chef Thomas Klühr sagte kürzlich in einem Interview mit dem «Sonntagsblick», dass es ein besseres Gefühl wäre, wenn die genaue Ursache bereits bekannt wäre. Ein sicherer Flugbetrieb sei aber gewährleistet, auch wenn die Untersuchungen andauern würden.

Beim Personal herrscht Ruhe

Beim Personal ist derweil keine grosse Verunsicherung auszumachen. Für die interne Kommunikation erhält die Airline Lob: «Die Swiss hat uns sehr gut auf dem Laufenden gehalten. Angst ist bei der Crew keine zu spüren», sagt eine Flight Attendant. Und ein Pilot meint: «Bis jetzt läuft alles normal, wir sind ruhig.»

Nach aussen nimmt die Swiss nach wie vor keine Stellung und verweist auf die US-Flugsicherheitsbehörde, welche für die Kommunikation in diesem Fall zuständig sei. (aargauerzeitung.ch)

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