Schweiz
Immobilien

Airbnb-Wohnung bei Kloten sorgt für Ärger – Stadtrat reagiert mit Verbot

Airbnb Platform Photo Illistrations The Airbnb logo appears on a mobile phone screen next to a key in Athens, Greece, on February 24, 2026. Athens Greece PUBLICATIONxNOTxINxFRA Copyright: xNikosxPekia ...
Buchungsplattformen wie Airbnb verknappen den Wohnraum, lautet ein häufiger Vorwurf.Bild: IMAGO / NurPhoto

Airbnb-Wohnung bei Kloten ZH nach Beschwerden verboten – so sind die Regeln in der Schweiz

Eine Airbnb-Wohnung bei Kloten sorgte unter Nachbarn für Ärger, woraufhin der Stadtrat ein Verbot erlassen hat. Der Fall wirft die Frage auf, welche Regeln für Airbnb in der Schweiz gelten.
24.02.2026, 20:2924.02.2026, 20:29

In einem kleinen Dorf nahe bei Kloten beklagten sich mehrere Anwohnende über Airbnb-Gäste, die ihre Ruhe stören würden. Das berichtet der Tages-Anzeiger. Es seien deutlich mehr Autos, Shuttlebusse und Reisecars beim betroffenen Mehrfamilienhaus vorgefahren, in dem eine Wohnung über Airbnb vermietet wurde. Teilweise seien Gäste mitten in der Nacht angereist – ohne Rücksicht auf die Ruhebedürfnisse der Nachbarinnen und Nachbarn.

Schon im vergangenen Jahr hatten Anwohnerinnen und Anwohner die Klotener Behörden über ihr Ärgernis informiert. Der Stadtrat reagierte und hat per Ende Januar die «Nutzungsänderung zu Airbnb» im Mehrfamilienhaus verboten, wie der «Tages-Anzeiger» schreibt.

Andreas Stoll, Leiter des Bereichs Lebensraum bei der Stadt Kloten, erklärte, dass Airbnb-Nutzungen in der Landwirtschaftszone «nicht zonenkonform» und deshalb baurechtlich unzulässig seien.

Trotz des Einschreitens des Stadtrats habe sich im betroffenen Haus allerdings kaum etwas verändert, berichten Anwohnende. Zwar sei das Inserat auf Airbnb verschwunden, weiterhin würden jedoch regelmässig neue Gäste einziehen. Dabei handle es sich laut Anwohnenden vor allem um Chauffeure und Angestellte des Airbnb-Betreibers. Die Wohnung werde offenbar weiterhin vermietet.

So gehen Schweizer Gemeinden mit Airbnb um

Der Vorwurf in einigen Teilen der Schweiz lautet: Buchungsplattformen wie Airbnb würden den Wohnraum verknappen und die Mieten weiter verteuern. Daher versuchen mehrere Schweizer Städte und Gemeinden, Airbnb-Angebote besser zu regulieren.

Genf hat als erste Schweizer Stadt im Jahr 2018 Massnahmen gegen die Plattform eingeführt. Andere Gemeinden und Kantone folgten dem Beispiel.

Schl�sselbox f�r Ferienwohnung AirBnB, Amsterdam, Niederlande *** Key box for AirBnB vacation rental, Amsterdam, Netherlands
Mehrere Gemeinden und Kantone führten Massnahmen gegen Airbnb ein.IMAGO / Joko

Die Massnahmen fallen dabei unterschiedlich aus. In bestimmten Regionen dürfen Wohnungen höchstens 90 Tage pro Jahr für eine kurze Dauer vermietet werden. Das ist etwa in Genf, Luzern oder Gemeinden rund um Interlaken der Fall, wie SRF schreibt.

Andere Gemeinden setzen auf Bewilligungspflichten, Mindestaufenthalte und Registrierungsvorgaben – oder sogar auf Verbote in Wohnzonen, etwa in Dättlikon im Kanton Zürich. Teilweise wird bei Airbnb die Kurtaxe erhoben, andernorts müssen Vermietende ihre Gäste über die geltenden Vorschriften informieren.

Noch keine nationale Lösung

Bislang ist noch keine nationale Lösung in Sicht. Entsprechende Vorstösse hatten bisher noch keinen Erfolg. SP-Nationalrat David Roth erklärte gegenüber SRF, dass der kommunale Weg bisher «erfolgversprechender» sei. Er habe allerdings das Gefühl, dass es «auch national langsam mehrheitsfähig» werden könnte.

SP lanciert Vorstoss in Kloten

Bisher gab es in Kloten keine Beschränkungen für Airbnb. Die SP sieht darin laut Tages-Anzeiger «einen Faktor für die steigenden Mieten und die Wohnungsknappheit». Daher lancierte Gemeinderat Max Töpfer einen Vorstoss an den Stadtrat. Dieser soll darlegen, wie viele Business-Apartments und kurzfristig vermietete Wohnungen es in Kloten gibt. Zudem wird von ihm erwartet, Stellung dazu zu nehmen, ob er eine zeitliche Begrenzung auf 90 Vermietungstage pro Jahr in Betracht ziehe. Rückhalt erhält der Vorstoss auch von der EVP, der GLP und den Grünen. (hkl)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
The Pink House: Airbnb aus der Hölle (oder Himmel?)
1 / 32
The Pink House: Airbnb aus der Hölle (oder Himmel?)
quelle: airbnb.co.uk / airbnb.co.uk
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Das übelste Airbnb der Schweiz
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
27 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Erwin71
24.02.2026 20:08registriert August 2025
Solange sich die SVP und FDP für Airbnb Wohnungen einsetzen wirds schwirig wie hier in Unterseen, Matten und Wilderswil ( Berner Oberland)
533
Melden
Zum Kommentar
avatar
Bibilieli
24.02.2026 22:17registriert September 2014
Das Problem liegt meines Erachtens primär in Airbnb-Wohnungen, die von den Eigentümern selbst gar nicht genutzt werden. Wer seine Erst- oder Zweitwohnung temporär vermietet nimmt niemandem Wohnraum weg.
333
Melden
Zum Kommentar
avatar
Sergeant Pepper
24.02.2026 20:30registriert November 2018
Airbnb ist das Hauptproblem für den Wohnungsmangel.
3635
Melden
Zum Kommentar
27
Nach Brand von Crans-Montana: Zahl der Verletzten sinkt weiter
Fast acht Wochen nach dem verheerenden Brand in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana VS werden 21 Verletzte weiterhin in Schweizer Spitälern behandelt. Neun von ihnen befinden sich in einer Rehabilitationsklinik.
Zur Story