Wirtschaft
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UBS official Mark Branson waits to testifying on Capitol Hill in Washington, Wednesday, March 4, 2009, before the Senate Permanent subcommittee on Investigations, as it examines how offshore banks may be helping  U.S. clients evade taxes through secret accounts.  (AP Photo/J. Scott Applewhite)

Befangen oder nicht? Der Bundesrat macht sich beim Briten Mark Branson keine Sorgen.  Bild: AP

Finanzplatz Schweiz

Auf dem heissesten Stuhl sitzt jetzt ein kühler Brite

Der Bundesrat ernennt Mark Branson zum neuen Chef der Finanzaufsichtsbehörde Finma. Ein weiser Entscheid.



Zwei Einwände sind gegen Mark Branson im Vorfeld zu seiner Wahl zum Finma-Chef erhoben worden. Erstens, er ist kein Schweizer, sondern ein Brite. Meist wurde ihm deshalb auch das Attribut «kühl» angehängt. Dieser Einwand ist so lächerlich, dass er nur von Leuten wie dem CVP-Präsidenten Christophe Darbellay oder dem SVP-Nationalrat Thomas Aeschi erhoben werden konnte. 

Der zweite Einwand hingegen ist ernster zu nehmen: Branson hat bei der UBS nicht nur eine glanzvolle Karriere hinter sich. Er hat dabei auch einige nicht ganz unproblematische Posten inne gehabt. So war er Chef der Tochtergesellschaft in Japan, die bei der Manipulation des Libor-Zinses eine Schlüsselrolle gespielt hat. Branson konnte jedoch keinerlei Verfehlung in dieser Sache nachgewiesen werden. 

Der Bock wurde nicht zum Gärtner gemacht

Branson war in seiner UBS-Zeit auch Finanzchef der Sparte Private Banking und musste in dieser Funktion auch vor dem US-Senat wegen unversteuerten Konten aussagen. «Wer nur den Anschein von Befangenheit hat, sollte nicht Finma-Chef werden», warnte daher der grüne Nationalrat Daniel Vischer vor der Wahl. Macht der Bundesrat den Bock zum Gärtner? 

Peter Wuffli, left, CEO of Swiss bank UBS, and and Mark Branson, right, present the fourth quarter results 2003 in Zurich, Switzerland, Tuesday, February 10, 2004. UBS reports 2003 net profit of CHF 6,385 billion (5,15 billion USD) Uand fourth quarter net profit of CHF 1,859 billion (1,52 billion USD). With 2003 net profit of CHF 6,385 billion, UBS reports its second most profitable year ever. Excluding goodwill amortization and significant financial events, net profit rose 33 percent from 2002. Net new money inflows in the wealth management businesses totaled CHF 50,8 billion (41,08 billion USD) in 2003. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Die guten alten UBS-Zeiten: Mark Branson verkündet 2003 mit dem früheren CEO Peter Wuffli die Quartalszahlen.  Bild: KEYSTONE

Nein, es ist richtig, einen ausgewiesenen Profi auf den heissesten Stuhl zu setzen, den es derzeit in diesem Land gibt. Finma-Chef zu sein ist alles andere als ein Traumjob. Branson wird sich durch einen wahren Dschungel von kniffligen Herausforderungen schlagen müssen. «Zurzeit müssen Schweizer Institute mit internationaler Kundschaft mindestens 15 neue, hochkomplexe Regelwerke umsetzen», kann man in der neuesten Ausgabe der Fachzeitschrift «Schweizer Bank» nachlesen. «Dazu zählen das US-Steuerpaket Facta, die EU-Kundenschutzrichtlinien Mifid II, die EU-Fondrichtlinien Aifmd, die EU-Infrastrukturvorgaben von Emir sowie die internationalen Eigenkapitalvorschriften von Basel III.» 

Kein leichter Job: Der Finanzplatz zittert wie ein Junkie

Keine andere Industrie wird derzeit von der Globalisierung so umgepflügt wie die Banken. Der Finanzplatz Schweiz muss sich vom Bankgeheimnis entwöhnen und wird dabei wie ein Junkie heftig durchgeschüttelt. Die Steuerhinterziehungs-Problematik mit dem Ausland ist noch lange nicht bewältigt. Im Inland bewegen Retrozessionen und ein besserer Schutz der Kleinanleger die Gemüter. 

All dies sorgt für viel Zündstoff und für Möglichkeiten von Politikern zur Profilierung. Zum Glück verfügt Mark Branson nicht nur über viel Fachwissen, er hat auch Erfahrung, wie man heikle Situationen meistert. In seiner UBS-Zeit war er unter anderem auch einmal oberster Chef der Kommunikation und musste dabei der Schweiz Marcel Ospels Rolle im Swissair-Grounding erklären. Viel schlimmer kann es auch bei der Finma nicht kommen.  

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