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Raiffeisen-Verwaltungsrat bekommt 6 Prozent mehr Lohn

Trotz Krisenjahr 2018: Raiffeisen-Verwaltungsrat bekommt 6 Prozent mehr Lohn

Der Verwaltungsrat der Raiffeisen Schweiz hat im Geschäftsjahr 2018 eine Gesamtentschädigung von 2.71 Millionen Franken bezogen. Das sind 5.7 Prozent mehr als im Vorjahr.
04.04.2019, 08:44
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Raiffeisen hat seinem Vizepräsidenten Pascal Gantenbein im letzten Jahr eine Vergütung von 480'108 Franken bezahlt - er war damit der höchstbezahlte Verwaltungsrat der Bank. Gantenbein hatte den  ...
Vizepräsident Pascal Gantenbein erhielt am meisten.Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Die drittgrösste Schweizer Bank begründet die Erhöhung in dem am Donnerstag aufgeschalteten Geschäftsbericht unter anderem mit der hohen Frequenz an Verwaltungsrats- als auch Ausschusssitzungen sowie dem «intensiven Gremienaustausch».

Auch die regulatorischen Vorgaben und strukturellen Veränderungen hätten die Gesamtsumme der Vergütungen steigen lassen. Die Affäre Vincenz hatte sowohl im Verwaltungsrat als auch in der Geschäftsleitung der Bank 2018 zu einem grundlegenden Umbau, Rücktritten, Neuwahlen und -besetzungen geführt.

Die höchste Einzelgesamtvergütung entfiel auf den zeitweise als Verwaltungsratspräsident ad interim agierenden derzeitigen Vizepräsidenten Pascal Gantenbein mit 480'108 Franken. Der seit dem 10. November 2018 amtierende Verwaltungsratspräsident Guy Lachappelle erhielt rund 82'000 Franken. Sein Vorgänger Johannes Rüegg-Stürm kam 2017 auf eine Entschädigung von knapp 582'000 Franken.

Die Raiffeisen-Geschäftsleitung erhielt im Geschäftsjahr noch eine Gesamtentschädigung von 7.32 Millionen Franken, verglichen mit 11.0 Millionen im Vorjahr. Der höchste Betrag entfiel den Angaben zufolge auf den Leiter IT & Services Rolf Olmesdahl mit 1.54 Millionen Franken.

Das Geschäftsjahr 2018 war durch zahlreiche Personalwechsel geprägt. Im März 2018 hatte Verwaltungsratspräsident Johannes Rüegg-Stürm wegen der Affäre um das Geschäftsgebaren des früheren Raiffeisen-Chefs Pierin Vincenz seinen Hut nehmen müssen. Im November hatte Raiffeisen Schweiz den früheren BKB-CEO Lachappelle zum neuen Verwaltungsratspräsidenten gewählt. Ebenfalls im November war Bank-Chef Patrik Gisel von seinem Amt zurückgetreten. (sda/awp)

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Köpferollen bei Raiffeisen – die Rücktritte im Überblick
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Köpferollen bei Raiffeisen – die Rücktritte im Überblick
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quelle: keystone / walter bieri
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6 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Grego
04.04.2019 08:55registriert März 2015
Moment mal, hab ich heute nicht irgendwo gelesen, dass bei der Raiffeisen 200 Stellen in Gefahr sind und eine Beraterfirma herausfinden soll, wo man sparen kann? Also, da kann man jetzt 1 und 1 zusammenrechnen oder eben völlig überteuerte Berater hinzuziehen. Ob ich mein Raiffeisenkonto weiterhin behalte werd ich mir nach den heutigen News nochmal durch den Kopf gehen lassen.
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Gebietsvertreter
04.04.2019 09:15registriert Februar 2016
jo.. nicht dass es bei anderen Banken besser wäre oder dass es irgendetwas ändert, aber mich sind sie los... wie lange kann das noch so weitergehen? wie lange schaut das Volk zu, wie die sich die Elite am Volksvermögen bedient, während Normal- und Geringverdiener immer weniger zum Leben übrig haben?
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Brett-vorm-Kopf
04.04.2019 08:52registriert Mai 2016
Ja jetzt wo plötzlich hingeschaut wird und der VR den Finger aus dem Allerwertesten nehmen muss, da kann natürlich nicht zu den bisherigen Hungerlöhnen weiter gearbeitet werden.

Und beim Fussvolk heisst es Jahr für Jahr nope, keine Lohnerhöhung und Teuerungsausgleich? Was ist das?
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