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Swiss spricht 550 Kündigungen aus – weniger als erwartet

15.06.2021, 10:1215.06.2021, 15:04
Die Swiss hat mit den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie zu kämpfen.
Die Swiss hat mit den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie zu kämpfen.
Bild: keystone

Die Kündigungswelle bei der Swiss schwappt weniger hoch als befürchtet. Die Schweizer Fluggesellschaft spricht 550 Kündigungen oder Änderungskündigungen aus. Das sind 230 weniger als ursprünglich geplant.

Anfangs Mai war die Lufthansa-Tochter noch von 780 Kündigungen ausgegangen. Insgesamt werde die Swiss bis Ende Jahr rund 1700 Vollzeitstellen abgebaut haben, davon zwei Drittel über freiwillige Massnahmen und durch die natürliche Fluktuation. Damit schrumpft der Personalbestand um über ein Fünftel, wie die Airline am Dienstag in einem Communiqué bekannt gab.

Die meisten Kündigungen treffen das Kabinenpersonal. Auch bei den Bodenabfertigungs- und Technikangestellten werden Leute entlassen. Keine Kündigungen werden dagegen bei den Piloten ausgesprochen. Diese verzichten dafür auf Lohn und müssen Pensenreduktionen hinnehmen.

Flotte wird verkleinert

Denn aufgrund des Nachfrageeinbruchs wegen der Coronapandemie verkleinert die Swiss die Flotte von 90 Flugzeugen um rund 15 Prozent. Neben den eigenen Maschinen besteht diese derzeit aus jenen Fliegern der Helvetic Airways, die im Auftrag der Swiss unterwegs sind. Insgesamt werden fünf Langstreckenflieger und zehn Kurzstreckenflieger ausgeflottet.

Auch bei der Zusammenarbeit mit Helvetic Airways tritt die Swiss auf die Bremse. «Wir beanspruchen vier Helvetic-Maschinen in diesem Sommer», sagte Swiss-Chef Dieter Vranckx in einer Telefonkonferenz. Das ist die Hälfte dessen, was die Swiss im Vertrag mit Helvetic vereinbart hat.

Dieser Vertrag laufe weiter. Aber «wir sind im Gespräch, um eine neue Ausgangslage zu erarbeiten», sagte Vranckx. Die Entscheidung über die Einzelheiten des Flottenabbaus wolle man in den nächsten Wochen bis in zwei Monaten treffen.

Des weiteren prüfe die Swiss die Anpassung des Streckenportfolios, die Reduktion von Frequenzen sowie die verzögerte Wiederaufnahme von Langstreckenzielen. Insgesamt will die Fluggesellschaft mit den Massnahmen rund 500 Millionen Franken pro Jahr einsparen, sagte Vranckx.

Nachfragerückgang dauert länger

Denn strukturell dürfte die Nachfrage wegen der Pandemie um ein Fünftel schrumpfen, sagte Vranckx. Besonders die Geschäftsreisen dürften leiden.

Geht von einem Nachfrage-Rückgang bei Geschäftsreisen aus: Dieter Vranckx.
Geht von einem Nachfrage-Rückgang bei Geschäftsreisen aus: Dieter Vranckx.
Bild: keystone

Trotz des jüngsten Buchungsanstiegs im Hinblick auf die anstehende Feriensaison sei die Nachfrage im Hochsommer nur halb so hoch wie vor der Pandemie. Derzeit verbrenne die Airline immer noch Geld, aber weniger als 1,5 Millionen Franken pro Tag.

Bis 2023 rechne die Swiss mit 80 Prozent des Vorkrisenniveaus, sagte Vranckx. Wann dieses wieder vollständig erreicht werde, sei schwierig zu sagen.

Nach diesen harten Einschnitten zur Bewältigung des Coronakrisen-Einbruchs will die Swiss im übernächsten Jahr wieder in die Gewinnzone vorstossen. «Ab 2023 schreiben wir wieder schwarze Zahlen», sagte der Konzernchef weiter.

Bisher habe die Swiss die Hälfte der vom Bund garantierten Notkredite von 1,5 Milliarden Franken gezogen. Gemäss der jetzigen Planung reiche das Geld auch noch aus, um einen schwierigen Winter zu überstehen, sagte Vranckx. Das Ziel sei, die Schulden so schnell wie möglich zurückzuzahlen.

Auch Lufthansa auf Sparkurs

Der Mutterkonzern Lufthansa will seine Kosten bis 2024 im Vergleich zu 2019 um etwa 3,5 Milliarden Euro senken. Die Hälfte davon soll bis Ende 2021 erreicht sein. Dabei sollen die Personalkosten um etwa 1,8 Milliarden Euro schrumpfen. Die Hälfte davon sei durch den Abbau von fast 26 000 Mitarbeitern seit Beginn der Krise bereits erreicht.

Dank der Fortschritte bei den Impfkampagnen und der zunehmend fallenden Reisebeschränkungen sind die Buchungszahlen für diesen Sommer zuletzt kräftig gestiegen. Lufthansa hatte bereits angekündigt, bis zu 50 zusätzliche Flugzeuge zu reaktivieren. Im Sommer 2023 will der Konzern etwa 650 Maschinen in Betrieb haben. Vor der Krise waren es rund 800 Flieger. (cma/awp/sda)

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