Wirtschaft
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Neue Untersuchungen der Steuerbehörden

«Sehr schweizerisch»: Schneider-Ammann verteidigt die Steuerpraktiken seiner ehemaligen Firma



Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann kritisiert den Entscheid, dass die Steuerpraxis seiner ehemaligen Firma erneut untersucht wird. Er verlangt eine Gleichbehandlung der Langenthaler Ammann-Gruppe und betont die Notwendigkeit von Steueroptimierung.

Die Finanzdirektion des Kantons Bern und die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) als Aufsichtsbehörde hatten entschieden, die Veranlagungspraxis im Falle der Ammann-Gruppe unter die Lupe zu nehmen, nachdem im Februar eine Untersuchung dazu abgeschlossen worden war. «Ich muss das akzeptieren», sagte FDP-Bundesrat Schneider-Ammann in einem Interview mit dem «Blick» vom Freitag.

Doch: «Die Art, wie jetzt rückwirkend vorgegangen wird, scheint mir sehr fragwürdig», sagte der einstige Patron der Anlagen- und Maschinenbaufirma. Sein ehemaliges Unternehmen dürfe beanspruchen, «gleich anständig behandelt zu werden wie alle anderen». Er erwarte nun, dass die Verwendung vertraulicher Dokumente untersucht und geahndet werde.

Anfang Jahr war bekannt geworden, dass die Ammann-Gruppe während Jahren mehrere Hundert Millionen Franken zur Steueroptimierung in Jersey und Luxemburg geparkt hatte. Daraufhin hatten die bernischen Steuerbehörden eine Untersuchung ihrer internen Abläufe eingeleitet. Diese kam zum Schluss, dass alle Veranlagungen des Unternehmens gesetzeskonform und damit in Ordnung seien.

«Sehr schweizerisch»

Nach erneuter Kritik an den Behörden am Mittwoch kündigte die Finanzdirektion eine neuerliche Untersuchung zusammen mit der ESTV an. Bund und Kanton sollen in der Frage um Steuerdossiers zu einer einheitlichen und klaren Meinung kommen, lautete die Begründung.

Schneider-Ammann verteidigte im Interview erneut die Steuerpraxis seines ehemaligen Unternehmens. «Firmen müssen Steuern optimieren», sagte er. Sie müssten Reserven schaffen, um im weltweiten Wettbewerb zu bestehen. «Wenn die Optimierung in Absprache mit den Steuerbehörden geschieht, dann ist das sehr schweizerisch.» Die Ammann-Gruppe habe immer korrekt gehandelt und von den Steuerbehörden dafür stets die Bestätigung erhalten. (sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Schneider Alex 16.09.2014 09:52
    Highlight Highlight JSA-Firma mag legal gehandelt haben, schäbig war es trotzdem, vor allem für den späteren BR JSA.
  • Zeit_Genosse 12.09.2014 13:01
    Highlight Highlight Dieser Ammann tut der schwächelnden FDP nicht gut und dem Land erbringt er nicht die Dienste, die wir von einem Wirtschaftsminister eines der reichsten und innovativsten Wirtschaftsländer (im Verhältnis zur Grösse) erwarten dürfen. Er zeigt auch nicht besonderes Talent bezüglich der Steueroptimierung von Firmen in der Schweiz, wenn er dem Staat Mittel an der Graugrenze entzieht und das als legal Schweizerisch schönredet. Ich denke, dass da auf dem nächsten Wahltermin korrigiert werden sollte. Hallo FDP, jetzt seit ihr dran, wenn ihr das Wirtschaftsministerium (be)halten wollt.
  • Matthias Studer 12.09.2014 12:10
    Highlight Highlight Ich hoffe es werden noch andere Firmen, die Geld parken genauer angeschaut. Zum Beispiel die Ems Chemie.
  • Bonifatius 12.09.2014 11:15
    Highlight Highlight Seit wann kann man sich moralisch und rechtlich freikaufen wenn man behauptet seine Vorgehensweise sei "schweizerisch"? Bauernaufstände sind auch "schweizerisch". Darf ich deshalb morgen mit einer Heugabel oder Hellbarde die Elite massakrieren?
    Zum FDP-Bundesrat: Ja, das neoliberale System schreibt tatsächlich vor (die Steuern) zu optimieren, man darf Ammann da nicht allzu böse sein, er führt nur aus was die Wirtschaftspriester in ihrem Studiengang den Sprösslingen seit den 80er Jahren eintrichtern: "There is no alternative".
  • Christian Denzler 12.09.2014 07:54
    Highlight Highlight Unglaublich. Soweit sind wir schon. Ammann "bestiehlt" die Schweiz (nichts anderes ist Steuerhinterziehung) und das sehen alle als normal an. Geri Müller macht ein Foto von sich und Volk- und Medien drehen durch. Bei Ammann schweigen sich Medien und Politiker aus bei Müller verwendet man eine Lappalie um «einen Linken» zu entfernen. Somit haben wir auch eindeutig beantwortet wie die Schweiz regiert ist und wo die Medien im Grossen und Ganzen stehen: Bürgerlich. Herr Ammann ist als Bundesrat nicht mehr tragbar.

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