Trump tanzt mit Jake Paul – und schwärmt von seiner «wunderschönen» Freundin
Mit seiner Vergangenheit als YouTuber und Disney-Channel-Star wurde der heutige Boxer Jake Paul von vielen nicht besonders ernst genommen. Seine Unterstützung der MAGA-Bewegung hat ihm daraufhin keine zusätzlichen Sympathien eingebracht. Nun hat sich aber Donald Trump als besonders grosser Fan des 29-Jährigen geoutet.
Der Auftritt von Jake Paul im Video:
So lud der US-Präsident seinen «Freund», wie er ihn nennt, während einer Wahlkampfveranstaltung in Kentucky auf die Bühne ein. Bei der Ankündigung des Influencers machte er kein Geheimnis daraus, was er von ihm hält:
Neben seiner Begeisterung für Paul machte Trump in seiner Ansprache auch Anspielungen auf dessen Verlobte Jutta Leerdam. Leerdam ist eine niederländische Eisschnellläuferin, die bei den Olympischen Winterspielen eine Goldmedaille gewann. Dazu meinte Trump: «Jake hat eine brandneue, wunderschöne Verlobte. Und ich weiss, man dürfe das Wort ‹wunderschön› nicht mehr verwenden, wenn man Frauen beschreibt.» Das sei ihm aber egal: «Was soll der Quatsch? Sie ist wunderschön. Sie hat gerade eine olympische Goldmedaille gewonnen.»
«Ihr habt den Swag dazu»
Genauso begeistert äusserte sich daraufhin Paul über den US-Präsidenten in seiner Rede: «Mr. Trump hat mir beigebracht, mutig zu sein und nie vor einem Kampf zurückzuweichen, auch wenn der Gegner viel, viel grösser ist als du.» Daraufhin ermutigte er die Zuschauenden, ebenfalls «diesen Kampf» zu führen, und versicherte ihnen, dass sie den «Swag» dazu hätten. Swag bezeichnet in der Jugendsprache eine lässige, coole oder selbstbewusste Ausstrahlung. Seine Ansprache beendete er mit den Worten:
Ganz entspannt schien Paul dabei aber nicht. Die prominent sichtbaren Schweissflecken auf Pauls Blazer während seiner Rede lassen einen vermuten, dass er entweder sehr nervös war, vor Kentuckianern zu sprechen, oder gerade von einem Ringkampf kam.
Nach seiner Rede postete Jake Paul auf seinem TikTok-Kanal ein Video von sich und dem US-Präsidenten. Dort sieht man die beiden, wie sie zu einem berühmten Sound tanzen.
Peak cringe pic.twitter.com/hloR9RzOWJ https://t.co/NbtQ8al8Bu
— Republicans against Trump (@RpsAgainstTrump) March 12, 2026
Es war auch nicht das erste Mal, dass Jake Paul und Donald Trump miteinander politisierten. Bereits 2024 postete der Influencer ein Video, wo er die Unterstützung für den damaligen Präsidentschaftskandidat öffentlich machte. Paul war zudem bei der Amtseinführung von Trump im Januar 2025 anwesend und drückte dort seine positive Haltung aus. Der YouTuber hat Trump seither auch auf Social Media mehrfach verteidigt, gelobt oder seine Politik positiv kommentiert.
Trotz all der Liebe für Trump, lebt Jake Paul selbst gar nicht mehr auf dem US-Festland. So zog Paul 2021 nach Puerto Rico. Dort ist Trump zwar ebenfalls Staatsoberhaupt – die Insel ist ein Aussengebiet der USA –, hat aber gewisse ökonomische Vorteile. Wie «Indipendent» schreibt, ist der Grund für Pauls Umzug wahrscheinlich das dortige Steuersystem, das wohlhabenden Zuziehenden erhebliche Steuervergünstigungen bietet. Trotzdem schoss Paul im Februar gegen den puertoricanischen Sänger Bad Bunny, als dieser in der Halftime-Show des Super Bowl auftrat.
Paul warf dem Künstler auf Social Media vor, sich politisch gegen die USA zu positionieren. Während des Super Bowl schrieb Paul auf X, dass er die Sendung abschalten würde, um zu zeigen, dass man als Zuschauende Macht hatte. Weiter meinte er:
Seine Äusserungen lösten heftige Gegenreaktionen aus. Kritikerinnen und Kritiker bezeichneten ihn als Heuchler, da er selbst von den wirtschaftlichen Vorteilen Puerto Ricos profitiert, während Bad Bunny von dort stammt und sich zu politischen und sozialen Fragen der Insel äussert. Nach den heftigen Reaktionen krebste Paul zurück und veröffentlichte auf X ein Statement, in dem er meinte, dass die Menschen seine Worte «falscher Amerikaner» falsch interpretiert hätten.
Hauspartys während Corona und Abzocke von Kindern
Jake Paul ist seit Jahren eine umstrittene Persönlichkeit. Seine ersten Videos lud er Mitte der 2010er-Jahre auf der Social-Media-Plattform Vine hoch. Nachdem Vine im Jahr 2017 eingestellt wurde, wechselte er zu YouTube und baute sich dort eine riesige Reichweite mit Vlogs und Prank-Videos auf. Bis heute hat der Influencer über 50 Millionen Followerinnen und Follower auf den verschiedenen Plattformen.
Neben seiner YouTube-Karriere trat Paul parallel auch in der Disney-Channel-Serie «Bizaardvark» auf, was ihm zusätzliche Bekanntheit verschaffte. Nach mehreren Skandalen, gefährlichen Stunts und lauten Partys, die seine ganze Nachbarschaft beeinträchtigten, wurde er aber von Disney entlassen. Zu den Skandalen gehörten unter anderem: eine riesige Hausparty während der Corona-Pandemie, eine Scam-Webseite, bei der er kleine Kinder abzockte, oder auch verschiedenste Diss-Tracks gegen «wenigverdienende» Menschen.
Zu allem an gab es auch immer wieder Ermittlungen oder Kontroversen rund um sein Umfeld, darunter eine Durchsuchung seines Hauses durch das Federal Bureau of Investigation im Zusammenhang mit Untersuchungen zu Plünderungen während der George-Floyd-Protests. Seit 2020 wandelte Jake Paul dann sein Image zum Profi-Boxer. Seither tritt er regelmässig in Boxkämpfen gegen andere Influencer, ehemalige MMA-Kämpfer und Profis an und nutzt seine Social-Media-Reichweite zur Vermarktung dieser Events.
