Wirtschaft
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Wie geht's weiter mit den Selbständigen? 4 Politiker fordern Lösungen von Parmelin



Die Massnahmen gegen die Corona-Krise treffen die Einzel- und Kleinunternehmen besonders hart. Viele Selbständige fragen sich derzeit, wie sie ihre Rechnungen und Mieten bezahlen sollen, wenn es so weitergeht.

Eine Lösung ist nicht in Sicht: An den Pressekonferenzen des Bundes heisst es derzeit nur, man werde daran arbeiten. Und weil die Session ausgesetzt ist, kann das Parlament keine Abhilfe schaffen.

In einem gemeinsamen Brief an Wirtschaftsminister Guy Parmelin fordern deshalb nun vier Politiker aller Bundesratsparteien, dass man den Einzel- und Kleinunternehmen mehr wirtschaftliche Hilfe zukommen lassen soll.

Unterzeichnet ist der Brief von Jacqueline Badran (SP), Leo Müller (CVP), Marcel Dobler (FDP) und Thomas Burgherr (SVP). Sie betonen anfangs des Briefs, dass sie vorbehaltlos die bereits getroffenen Massnahmen unterstützen, für kleine Unternehmen gehe die wirtschaftliche Hilfe aber zu wenig weit.

Im Brief heisst es:

«Die angekündigten Massnahmen zur Dämpfung der wirtschaftlichen Not sind ein Schritt in die richtige Richtung, gehen aber deutlich zu wenig weit. Insbesondere die Rund 50'000 kleinen Unternehmen mit je zwischen 10 und 50 Mitarbeitenden und ihren rund 962'000 Beschäftigten, die 530'000 Micro-Unternehmen mit je unter 10 Mitarbeitenden und ihren rund 1'160'000 Beschäftigten, sowie die hunderttausenden von selbständigerwerbenden Einzelpersonen fallen Grossteils aus den maschen des angekündigten Hilfspakets.»

Das sind die Forderungen:

Das sagen die Politiker:

Die Sendung «Kassensturz» vom SRF traf die vier Politiker vor dem Bundeshaus zum Gespräch. Sie sind sich alle einig, jetzt müssen sofort Lösungen her.

Ueli Schmezer traf die vier Politiker zu einer Kurzdebatte:

«Aber ich will auch die Banken in die Pflicht nehmen. Wir haben während der Wirtschaftskrise den Banken entscheidend geholfen. Jetzt müssen die Banken der Wirtschaft helfen. Zusammen mit dem Staat und dem Bundesrat.»

SVP-Nationalrat Thomas Burgherr

Es muss wirklich klar vereinfachte Verfahren geben. Es muss unglaublich schnell gehen. Das Geld muss schnell fliessen. Diese Gesuche müssen innerhalb von 30 Tagen bewilligt werden. Sie müssen auch rückwirkend gesprochen werden, ab dem Zeitpunkt, als die Kantone die Notlage ausgerufen haben.

FDP-Nationalrat Marcel Dobler

«Der Fokus muss jetzt auf die Unternehmen mit Maximum 50 Mitarbeitern gelegt werden. Mich hat es gestört, dass die Swiss als Grossunternehmen als erste und lauthals Staatsgeld gefordert hat. Die stehen jetzt nicht im Fokus. Im Fokus stehen die Kleinunternehmen im Dorf, deren Einkommen komplett weggebrochen ist. Und da helfen Bürgschaften und Kredite nichts, die man später zurückzahlen muss.»

CVP-Nationalrat Leo Müller

«Das ist sehr schön, es gibt einen parteiübergreifenden Konsens in diesen Fragen. Im wesentlichen in drei Punkten in denen wir uns vollkommen einig sind: Der Zugang der Unternehmen zu Kurzarbeit, direkte Zahlungen ab dem Moment, wo die Massnahmen beschlossen wurden und drittens namhafte Beiträge an die Fixkosten, die die betroffenen Firmen haben.»

SP-Nationalrätin Jacqueline Badran.

Quellen:

(jaw)

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5Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • MORGLUM 18.03.2020 10:48
    Highlight Highlight Bin zwar nicht selbstständig doch genau so betroffen. 3 meiner Auftragsgeber machten dicht, eventabsagen und weniger aufträge.
    Es ist zwingend notwendig, das die Politiker was machen das schnell hilft. Wenn das Finanzsystem wackelt gibts sofort Milliardenhilfe des Staates. Und jetzt, wenn derselbe Staat den Lockout beschliesst, sind die grossen mit ihren Lobbyiaten und Anwälten die ersten die Hilfe wollen und wohl auch bekommen. Und was passiert mit dem rest der gesellschaft? Die müssen schauen wo sie bleiben. Und wir werden leer ausgehen? Oder gibts Hilfe vom Staat? Wär nur konsequent
  • Dodo Huber 18.03.2020 09:48
    Highlight Highlight Bei Einzelunternehmen die nicht Lohnbezogenen Fixkosten decken?
    Ich arbeite zu Hause.
    Alles was ich einnehme sind Lohnkosten.
    Weil ich meine Infrastruktur ja auch Privat nutze, kann ich nur einen Teil davon für die Firma absetzen.
    Das heisstalso, für solche wie mich gibt es garnichts-- doch--Bankrott.
  • Avalon 18.03.2020 09:01
    Highlight Highlight Wow, da kann man nur danke sagen, dass sie sich so für die Kleinfirmen und Selbständigen einsetzen!
    Ich gehöre zu dieser Gruppe, mir brechen die Einnahmen weg. Rundherum höre ich das Gleiche. Egal ob Kleidergeschäft, Café, Immobilienfachfrau, Kursanbieter, Coach, Hundesalon, Gärtnerei, Coiffeuse, Therapeut: die Einnahmen fallen grösstenteils oder sogar vollständig weg, die Kosten laufen weiter.
    Eine Ueberbrückungslösung ist dringend nötig.
  • Cpt. Jeppesen 18.03.2020 08:57
    Highlight Highlight Über 2 Millionen Menschen sind bei KMUs und Kleinbetrieben beschäftigt und Herr Burgherr möchte die Banken in die Pflicht nehmen. Ja, wirklich starke Worte und ich bin mir sicher die Banken werden jetzt sofort kuschen und von sich aus alle Zahlungen stunden und zinslose Kredite vergeben...

    Ironie beiseite...

    Wenn der BR die nächsten 2 Tage kein Konzept vorlegt mit zwingenden Sofortmassnahmen, gibt es eine Pleitewelle nie gekannten Ausmasses. Kleingewerbler haben praktisch Berufsverbot. In 2008 haben die Kleinen die Grossen gerettet, jetzt wären mal die Grossen dran mit Solidarität zeigen.
  • NathanBiel 18.03.2020 05:34
    Highlight Highlight Ah, das geht jetzt definitiv in die richtige Richtung. Genau das hatte ich vor ein paar Tagen in einem Kommentar geschrieben.

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