Wirtschaft
Schweiz

Franken unter Druck – Euro an Weihnachten kurz unter Mindestkurs

In der Woche vor Weihnachten hatte die SNB in einem historischen Schritt Negativzinsen auf grosse Bankeinlagen beschlossen.
In der Woche vor Weihnachten hatte die SNB in einem historischen Schritt Negativzinsen auf grosse Bankeinlagen beschlossen.Bild: DENIS BALIBOUSE/REUTERS
Geldpolitik

Franken unter Druck – Euro an Weihnachten kurz unter Mindestkurs

26.12.2014, 16:42
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Der Schweizer Franken bleibt an den Devisenmärkten trotz der Einführung von Negativzinsen durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) unter starkem Aufwertungsdruck. Am Weihnachtstag rutschte der Kurs des Euro kurzzeitig knapp unter die von der SNB festgelegte Untergrenze von 1,20 Franken.

Gemäss Marktdaten hat der Kurs des Euro am frühen Nachmittag des 25. Dezembers Notierungen von 1,1989 Franken erreicht. Danach stieg der Kurs wieder auf 1,2024 Franken und hält sich seither bei über 1,2020 Franken. Am Freitagnachmittag notiert der Euro bei 1,2029 Franken und damit wieder mit einem gewissen Abstand zu dem im Jahr 2011 eingeführten Mindestkurs.

Die Untergrenze des Euro wird sehr selten unterschritten – und eigentlich wollte die Schweizerische Nationalbank (SNB) keinen Euro-Kurs unter 1,20 Franken mehr tolerieren. Doch an Feiertagen wird diese Untergrenze ab und zu getestet.

Letzte «Anomalie» an Ostern

Zuletzt hatte der Euro/Franken-Kurs über die Ostertage des Jahres 2012 den Mindestkurs kurzzeitig unterschritten. Die SNB hatte damals mit Verweis auf die Feiertage, an denen viele Märkte geschlossen blieben, von einer «Anomalie» gesprochen.

Vor Jahresfrist hatte die SNB eine Niederlassung in Singapur eröffnet, mit deren Hilfe sie unter anderem auch die Devisenmärkte rund um die Uhr im Auge behalten kann.

In der Woche vor Weihnachten hatte die SNB als Reaktion auf die anhaltende Frankenstärke in einem historischen Schritt Negativzinsen von 0,25 Prozent auf grosse Bankeinlagen beschlossen. 

SNB-Präsident Thomas Jordan nannte damals die rasch gestiegene Unsicherheit an den Finanzmärkten, insbesondere die Zuspitzung der Krise in Russland als Grund dafür, dass sich die Nachfrage nach sicheren Anlagen wie dem Franken deutlich erhöht habe. Er bestätigte damals auch, dass die SNB wieder am Devisenmarkt hatte intervenieren müssen, um den Mindestkurs zu verteidigen. (viw/sda/awp)

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