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Briefpreise steigen – A-Post wird 10 Rappen, B-Post 5 Rappen teurer

26.08.2021, 09:1426.08.2021, 12:19
Bild: keystone

Der boomendem Online-Handel hat der Post im ersten Halbjahr 2021 einen Konzerngewinn von 247 Millionen Franken beschert (Vorjahr 30 Millionen Franken). Per 2022 sollen die Briefpreise erhöht werden, damit soll die Grundversorgung gewährleistet werden.

Im Einvernehmen mit dem Preisüberwacher erhöht die Post per Januar 2022 den Preis für A-Post-Briefe um 10 Rappen, B-Post-Briefe werden 5 Rappen teurer, wie es am Donnerstag an der Medienkonferenz der Post hiess. Für KMU gibt es dagegen Vorteile im Paketversand, so werden bis zu fünf Pakete täglich werden gratis abgeholt.

Die Verhandlungen mit dem Preisüberwacher betreffen zudem weitere Preisanpassungen, wie zum Beispiel bei Postfächern, Nachsendungen bei Adressänderungen und dem internationalen Versand von Briefen und Paketen. Mit der moderaten Preiserhöhung bei den Briefen, die in etwa dem Preis einer Tasse Kaffee pro Haushalt jährlich entspreche, soll die Grundversorgung gesichert werden, sagte Post-CEO Roberto Cirillo.

Wie der Preisüberwacher in einer Mitteilung schreibt, war es ihm ein wichtiges Anliegen, dass die Konditionen und der Service für inländische KMU deutlich verbessert werden. Bei allfälligen Änderungen am Grundversorgungsauftrag werde er die Posttarife erneut überprüfen. Die Stiftung für Konsumentenschutz kritisierte hingegen in einer Mitteilung die Preiserhöhung. Statt diese bei der Briefpost durchzuwinken, solle der Bund besser auf die jährliche Dividendenausschüttung der Post in Millionenhöhe verzichten.

Besseres Ergebnis dank Paketflut

Nicht zuletzt dank Online-Shopping konnte die Post in den ersten sechs Monaten den Betriebsertrag im Vergleich zum Vorjahr um 7,2 Prozent auf 3630 Millionen Franken steigern. Das Betriebsergebnis (Ebit) beträgt 249 Millionen Franken (plus 188 Millionen Franken).

Das seien auf den ersten Blick gute Zahlen, sagte Cirillo. Doch 2020 sei ein aussergewöhnliches Jahr gewesen, das Spuren hinterlassen habe. Der Corona-bedingte Lockdown habe das Resultat im ersten Halbjahr 2020 geprägt. Dieses Jahr liege das Halbjahresergebnis niedriger als in den Jahren vor der Pandemie. Das bessere Ergebnis sei vor allem auf die steigenden Paketmengen zurückzuführen.

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Riesige Paketmengen zugestellt

Die ersten Erfahrungen der neuen Post-Strategie «Post von morgen», die seit Januar zu tragen komme, zeigten, dass sich die Post finanziell erholt habe, sagte Cirillo. Per ersten Januar seien in der Brief- und Paketlogistik Kompetenzen gebündelt worden. 20'000 Mitarbeitende seien von dieser strukturellen Veränderung betroffen, dank der Effizienzmassnahme würden langfristig Arbeitsplätze gesichert.

Nur Dank Investitionen in die Logistik habe man das riesige Paketvolumen bewältigen können. «Heute sind es täglich rund 900'000 Pakete, an Spitzentagen knacken wir die Millionengrenze, wie früher in der Vorweihnachtszeit», so Cirillo. Im Vergleich zu 2020 sei die Zahl der zugestellten Pakete nochmals um 15,8 Prozent gestiegen - von Januar bis Ende Juni habe die Post 105 Millionen Pakete zugestellt (Vorjahr rund 90 Millionen).

Logistik wird weiter ausgebaut

In Logistikbereich würden auch in Zukunft werden weitere Investitionen getätigt: Bis 2030 will die Post weitere rund 1,2 Milliarden Franken in den zusätzlichen Ausbau der Sortier- und Zustellinfrastruktur investieren. Das zukünftige Logistiknetz soll bis 2030 aus mindestens vier Standorten für die Briefsortierung und mindestens 15 Standorten für die Paketsortierung bestehen, das seien mindestens sieben Standorte mehr als heute. So sollen voraussichtlich 1500 zusätzliche Stellen geschaffen werden.

Eine weitere zentrale Rolle spielen Investitionen in die internationale Güterlogistik und die Anbindung an internationale Logistiknetzwerke, da der grenzüberschreitende Warenverkehr an Bedeutung gewinne. Die Post habe deshalb im ersten Halbjahr Logistikfirmen übernommen.

Einbruch beim Zahlungsverkehr

Postnetz konnte derweil das Betriebsergebnis im ersten Halbjahr um 28 Millionen Franken verbessern und erzielte ein Betriebsergebnis von minus 41 Millionen Franken. Der Einbruch beim Zahlungsverkehr in den Filialen betrug minus 11,4 Prozent, derjenige am Schalter minus 12 Prozent.

Die Mobilitäts-Services mit Postauto, Publibike und Post Company Cars verbesserte das Betriebsergebnis um 34 Millionen Franken auf 9 Millionen Franken. Die Nachfrage sei weiter gestiegen, auch wenn die Postautos noch nicht wieder gleich stark ausgelastet seien wie vor der Corona-Krise.Postfinance konnte das Betriebsergebnis um 19 Millionen auf 79 Millionen Franken steigern. Der Zinsertrag (minus 36 Millionen Franken) habe aber wegen dem negativen Zinsumfeld abgenommen.

Das Digitalgeschäft Swiss Post Solutions erwirtschaftete ein Betriebsergebnis von 19 Millionen Franken. Der noch junge Bereich Kommunikations-Services erzielte in den ersten sechs Monaten 2021 ein Betriebsergebnis von minus 31 Millionen Franken. (aeg/sda)

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