Wirtschaft
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14,1 Milliarden Gewinn: Beim Pharma-Riesen Roche läuft's



Severin Schwan, CEO Roche tals and presents figures at the annual operating media conference in Basel an einer Medienkonferenz in Basel, Switzerland, pictured on January 30, 2014. The continuous demand for cancer medicine brought more income and profit last year. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Severin Schwan, CEO Roche orientiert an einer Medienkonferenz in Basel am Donnerstag, 30. Januar 2014 ueber das vergangene Geschaeftsjahr. Die anhaltende Nachfrage nach seinen Krebsmedikamenten hat dem Pharmakonzern Roche im letzten Jahr mehr Umsatz und Gewinn eingebracht. Die Verkaeufe wuchsen in Lokalwaehrungen um 6% auf 46,8 Mrd. Fr.(KEYSTONE/Walter Bieri)

Severin Schwan Bild: KEYSTONE

Dem Pharmakonzern Roche ist es auch 2019 gelungen weiter zu wachsen. Angesichts des zunehmenden Drucks durch Biosimilars ist das nicht selbstverständlich.

Wie Roche-CEO Severin Schwan am Donnerstag an einer Medienkonferenz sagte, sind dem Konzern 2019 etwa 1,5 Milliarden Franken an Umsätzen wegen Nachahmerprodukten verlorengegangen. «2020 rechnen wir damit, dass die Summe auf 4 Milliarden steigen wird, weil dann auch in den USA vermehrt Biosimilars auf den Markt kommen werden», kündigte Schwan an.

Dass der Manager dennoch so ruhig bleibt, liegt an Mitteln wie Ocrevus zur Behandlung von multipler Sklerose, dem Blutermittel Hemlibra oder auch dem Krebs-Therapeutikum Tecentriq. Sie alle haben 2019 Umsätze in Milliardenhöhe erzielt und damit die Erosion mehr als ausgeglichen.

Konkret hat Roche den Umsatz 2019 um 8 Prozent auf 61,5 Milliarden Franken gesteigert. Zu konstanten Wechselkursen (kWk) betrug das Plus 9 Prozent und erfüllte damit die zuletzt im Oktober angehobene Prognose des Managements für das Gesamtjahr.

Vom Konzernumsatz entfielen 48,5 Milliarden Franken auf die Pharmasparte. Sie wuchs um 10 Prozent. Die kleinere der beiden Sparten, das Diagnostics-Geschäft, setzte 2019 annähernd 13 Milliarden um, ein Plus von 1 Prozent (+3% kWk) gegenüber dem Vorjahreswert.

Betriebsgewinn steigt überdurchschnittlich

Noch stärker als der Umsatz stieg jedoch der operative Kerngewinn. Er verbesserte sich um 10 Prozent auf 22,5 Milliarden Franken. Der ausgewiesene lag bei 14,1 Milliarden aus, was einer Zunahme von 30 Prozent entspricht. Die sei dem starken operativen Ergebnis und tieferen Wertminderungen auf immateriellem Anlagevermögen gegenüber dem Jahr 2018 geschuldet, erklärte Roche.

Auf die Frage, wie lang die Nachahmerprodukte noch ihre Spuren hinterlassen dürften, stellte Schwan noch einen Zeitraum von zwei weiteren Jahren in Aussicht. In Europa sei für die beiden ehemaligen Zugpferde Mabthera/Herceptin mittlerweile der Tiefpunkt durchschritten. «Daher haben wir in Europa im Schlussquartal auch erstmals wieder ein leichtes Wachstum gesehen», hob der CEO hervor.

Nun folge aber noch der US-Markt und für den dritten Blockbuster, Avastin, werden die ersten Nachahmer ebenfalls bald auf den Markt kommen. Das werde dann nochmals deutliche Spuren hinterlassen.

Dennoch zeigt sich das Management-Team um Schwan zuversichtlich, auch diese Phase gut zu überstehen. Den Optimismus nehmen Schwan und sein Pharma-Chef Bill Anderson vor allem aus der eigenen Pipeline. So hatte Roche zuletzt gute Ergebnisse bei der Behandlung von Leberkrebs vorgelegt. Im Falle einer Zulassung bietet hier der asiatische Markt deutliches Potenzial.

Asien – speziell China – ist ein Thema, um das sich bei Roche derzeit viel dreht. Das liegt natürlich auch am Coronavirus. «Wir haben in Windeseile einen Test für das Virus entwickelt», verkündete der Diagnostics-Chef Thomas Schinecker.

Allerdings stellen die teilweise abgeriegelten Städte und Regionen den Konzern vor Herausforderungen. «Das erschwert es uns, die nötigen Produkte an die Krankenhäuser zu liefern», sagte der Diagnostics-Leiter.

Wie CEO Schwan ergänzte, dürfte der Test zwar die Reputation von Roche in der Region stärken, «wirtschaftlich zahlt sich das aber nicht wirklich aus.» Denn Roche müsse die Tests schnell in grossen Mengen zur Verfügung stellen. «Da bleibt keine Zeit für lange Preisverhandlungen.» Anfangs habe Roche die Tests daher gar gespendet.

Weiteres Wachstum erwartet

Trotz des erwarteten Gegenwinds geht das Management für 2020 von einem Verkaufswachstum im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich aus. Beim Kerngewinn je Titel wird eine Zunahme auf dem gleichen Niveau erwartet – beide Zielgrössen gelten jeweils zu konstanten Wechselkursen.

Den Aktionären schlägt Roche für 2019 eine Dividende von 9.00 Franken vor, nach 8.70 Franken im Vorjahr. Und auch 2020 soll die Ausschüttung weiter gesteigert werden, so die Ambition. An der Börse kommen die Neuigkeiten gut an. In einem negativ tendierenden Gesamtmarkt stehen die Genussscheine von Roche immerhin mit 0,9 Prozent im Plus (14 Uhr). (aeg/sda/awp)

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5Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Heiniger(s) 30.01.2020 22:35
    Highlight Highlight Die einzige Geschäftsgrundlage ist das Leid(en) der Mitmenschen.
    Daraus solche Gewinne zu erziehlen ohne ein schlechtes Gewissen zu haben ist durchaus eine Leistung. Hut ab.. 🤮
  • cindy&gismo 30.01.2020 17:17
    Highlight Highlight In meinem nächsten Leben werde ich Preisüberwacher. Dann hätte ich nämlich das ganze Leben lang Ferien.
  • Noach 30.01.2020 16:38
    Highlight Highlight Was für eine Abzocker Firma!
  • blobb 30.01.2020 16:26
    Highlight Highlight 14 Milliarden Gewinn bei nur 61 Milliarden Umsatz?
    Da wird ganz sicher niemand abgezockt.
  • Nestroy Lodoño de Salazar y Matroño 30.01.2020 15:08
    Highlight Highlight Wunderbare Gewinne für die Abzocker der oberen Führungsetage. Dafür fehlen Antibiotika und Impfdosen gegen Herpes Zoster. Insgesamt fehlen 600 Medikamente in der Schweiz. Zu starke Privatisierung des Gesundheitswesens ist eben ungesund!

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