Wirtschaft
Schweiz

Bundesrat hat entschieden: Eigenmietwert fällt erst 2029

Bild
bild: IMAGO / dieBildmanufaktur

Bundesrat hat entschieden: Eigenmietwert fällt erst 2029

01.04.2026, 10:2201.04.2026, 11:09

Ab dem Steuerjahr 2029 muss der Eigenmietwert auf selbstgenutztem Wohneigentum nicht mehr versteuert werden. Das hat der Bundesrat am Mittwoch beschlossen. Die Forderung der Gebirgskantone nach einer Abschaffung nicht vor 2030 wird damit nicht erfüllt.

Ein halbes Jahr nach dem deutlichen Ja an der Urne schafft die Landesregierung Klarheit über die Inkraftsetzung der Reform der Wohneigentumsbesteuerung. Nach der Abstimmung hatte der Bund die Finanzdirektorenkonferenz der Kantone konsultiert. Die Kantone sollten genügend Zeit erhalten, um sich auf die Umstellung vorzubereiten, sagte Finanzministerin Karin Keller-Sutter Ende September.

Bundesraetin Karin Keller-Sutter spricht im Nationalrat an der Fruehjahrssession der Eidgenoessischen Raete, am Montag, 16. Maerz 2026, in Bern. (KEYSTONE/Peter Schneider)
Finanzministerin Karin Keller-Sutter wollte den Kantonen genügend Zeit einräumen.Bild: keystone

Die Regierungskonferenz der Gebirgskantone wollte die Abschaffung nicht vor Anfang 2030. Um Mindereinnahmen zu kompensieren, können die Tourismuskantone eine Objektsteuer auf Zweitliegenschaften erheben. Die Einführung einer Objektsteuer sei jedoch rechtlich und politisch wesentlich komplexer, als man dies im Abstimmungskampf habe wahrhaben wollen, machten die Gebirgskantone geltend.

Es gehe dabei nicht um Verzögerung, sondern um Sorgfalt. Denn, wenn die Lösungen rechtlich nicht sauber abgestützt seien und ins bestehende Steuersystem eingefügt werden könnten, führe dies zu Angriffsflächen.

Kantone mit unterschiedlichen Signalen

Die Abschaffung des Eigenmietwerts hätte grundsätzlich schon per Anfang 2028 erfolgen können, wie der Bundesrat schreibt. Mit einer Einführung ein Jahr später hätten die Kantone genügend Zeit, diese auf den gleichen Zeitpunkt hin auf kantonaler und/oder kommunaler Ebene umzusetzen.

Der definitive Entscheid, ob eine Objektsteuer eingeführt werden soll, ist in einigen Kantonen noch offen. Die Kantone Bern, Uri und Graubünden beispielsweise wollen die Einführung einer Liegenschaftssteuer bei Zweitwohnungen prüfen. Die Gemeinden können damit selbst entscheiden, ob sie eine solche Steuer einführen wollen oder nicht.

Der Luzerner Regierungsrat will Gemeinden mit Steuerausfällen durch die Abschaffung des Eigenmietwerts nicht entgegenkommen. Die Exekutive hält die Einführung einer Sondersteuer auf Zweitliegenschaften für «unverhältnismässig».

Abzüge entfallen grösstenteils

Mit der Inkraftsetzung des neuen Steuerregimes zum 1. Januar 2029 entfällt neben der Besteuerung des Eigenmietwerts auch der Abzug der Kosten für den Liegenschaftsunterhalt bei Bund, Kantonen und Gemeinden. Bei vermietetem oder verpachtetem Wohneigentum bleibt der Unterhaltskostenabzug erhalten.

Schuldzinsen bleiben nur noch im Verhältnis des Werts der vermieteten oder verpachteten Liegenschaften zum gesamten Vermögen abzugsberechtigt. Wer zum ersten Mal in der Schweiz ein Eigenheim erwirbt, profitiert von einem zeitlich und betragsmässig begrenzten Ersterwerberabzug für Schuldzinsen.

Bei der direkten Bundessteuer entfallen die Energiespar- und Umweltschutzabzüge. Die Kantone können diese weiterhin aufrechterhalten, wenn auch zeitlich begrenzt. (hkl/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Just Eat will nur noch pro Lieferung zahlen – und könnte über Sexspielzeug stolpern
Der Lieferdienst Just Eat will Hunderte Mitarbeiter entlassen und Lieferaufträge künftig auch an Selbstständige vergeben. Doch die Ausweitung des Sortiments könnte die Umstrukturierung erschweren.
Die Essens-Kuriere haben den Schriftzug «Just Eat» auf ihrem orangenen Rucksack mit einer Spraydose übermalt. «Just starve», einfach hungern, steht nun dort. Vor dem Hauptsitz der Firma, die nach eigenen Angaben  1,5 Millionen Kunden mit Essen versorgt, demonstrierten am Donnerstagabend Personal und Gewerkschaften. Just Eat hat angekündigt, einen grossen Teil seiner rund 700 Essenskuriere zu entlassen.
Zur Story