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«Succession»: Die CS erscheint als Bank des Fieslings – und schweigt

Credit Suisse erscheint in gefeierter US-Serie als Bank des Fieslings – und zwar ungewollt

Millionen Menschen haben die US-Fernsehserie «Succession» gesehen. Die Credit Suisse hat darin einen zweifelhaften Auftritt. Davon wurde sie selbst überrascht. Produzentin HBO schweigt.
15.03.2022, 06:0715.03.2022, 18:09
Stefan Ehrbar / ch media
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Rogan Loy ist ein Fiesling, wie er im Buche steht: Der Chef des fiktiven Medienkonzerns «Waystar Royco» lässt in der Serie «Succession» des US-Netzwerks HBO seine Kinder um seinen Posten kämpfen und ist sich für keine Gemeinheit zu schade. Der geschäftliche Erfolg steht über allem, dafür hievt er auch mal einen ultrarechten Politiker à la Bolsonaro auf den Kandidatenthron der Republikaner.

Die Credit Suisse: Die Bank auch für Medienmogule?
Die Credit Suisse: Die Bank auch für Fieslinge?Screenshot: HBO/Sky Show

Die Serie soll lose an Rupert Murdoch angelehnt sein und wurde bei den Emmy Awards und an der Golden-Globe-Verleihung als beste Dramaserie ausgezeichnet. Ein Hit war sie auch beim Publikum: Alleine in den USA sollen 7 Millionen Menschen die letzte Folge der dritten Staffel gesehen haben, die vor einigen Wochen ausgestrahlt wurde.

«Fand er nichts Besseres?»

In dieser Staffel hat auch die Schweizer Grossbank Credit Suisse einen prominenten Auftritt. Als Roy - gespielt von Brian Cox - in Milano in der achten Episode der dritten Staffel einen Deal ins Trockene bringen will, prangt auf dem Bildschirm hinter ihm für mehrere Sekunden gut inszeniert das Logo der Bank.

Der prominente Auftritt bleibt nicht unbemerkt: «Succession ist eine Serie, in der viele kleine Dinge richtig gemacht werden», schreibt ein Journalist der «Financial Times» auf Twitter und fügt ironisch an: «Aber selbst, wenn man das berücksichtigt, bin ich beeindruckt, dass sie die Credit Suisse als Bank von Logan Roy ausgewählt haben». Es gibt auch kritische Stimmen zur Wahl der Hausbank: «Konnte er nicht etwas besseres finden?», schreibt ein anderer Twitter-Nutzer.

Die Medienstelle schweigt zunächst

Was hat es mit dieser Logo-Platzierung auf sich – zumal Product Placement in der Serie nur sehr zurückhaltend eingesetzt wird? Hat die Credit Suisse dafür bezahlt und was will sie damit erreichen? Oder wurde sie von HBO überrascht?

Die Suche nach Antworten entwickelt sich selbst zum Mehrteiler. Die Medienstelle der Credit Suisse kann trotz mehrfacher Nachfragen zunächst keine Erklärungen liefern, auch die Nachfrage an die «Kollegen in Amerika» bringt zunächst nichts.

Nach einigen Wochen liefert sie dann aber doch noch eine Antwort. Die Bank habe keine Produkt- oder Logo-Platzierung in der Serie veranlasst, teilt ein Sprecher mit. «Wir haben HBO beziehungsweise die Betreibergesellschaft bereits mehrfach kontaktiert, um Informationen über den Hintergrund der Verwendung des Logos zu erlangen. Eine klärende Antwort ist noch ausstehend und wurde uns in Aussicht gestellt.»

Eine Anfrage von CH Media bei HBO bliebt ergebnislos. Zwar wurden gleich drei Medienverantwortliche mit der Anfrage beauftragt und eine «Antwort so schnell wie möglich» versprochen. Doch diese blieb trotz Nachfragen wochenlang aus.

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