Wirtschaft
Schweiz

Gender Gap 2021 in der Schweiz so tief wie noch nie

Gender Gap 2021 in der Schweiz so tief wie noch nie

Aus globaler Sicht hat die Coronakrise den «Gender Gap», also die Kluft zwischen Mann und Frau, verschlimmert. Trotzdem war die Lohnlücke in der Schweiz noch nie so gering wie im Jahr 2021.
13.04.2022, 11:4613.04.2022, 11:46

Weltweit sank die Beschäftigung von Frauen im Jahr 2021 um 5.0 Prozent, bei den Männern waren es rund 4.0 Prozent. Die Schweiz hat sich jedoch gut geschlagen, wie der Mastercard Index of Women Entrepreneurs (MIWE) zeigt. Der Gender Gap war in der Schweiz 2021 so tief wie noch nie. Der Anteil der Frauen, die 2021 unternehmerisch tätig waren, stieg um 1.4 Prozent auf rund 9.0 Prozent.

Gendergap. Gleichstellung. Gleichberechtigung.
Die Lohnlücke war in der Schweiz noch nie so gering wie im vergangenen Jahr.Bild: shutterstock

Dies wird unter anderem durch die Zunahme des Frauenanteils in der Politik begründet: Im Parlament stieg der Anteil um 9.3 Prozent auf rund 40.0 Prozent an. Bei den Geschäftsführerinnen und Expertinnen liegt die Schweiz jedoch auf Rang 24 respektive 38 und hat somit noch viel Luft nach oben.

Die Schweiz ist was die unternehmerischen Rahmenbedingungen für Frauen anbelangt führend. Der Anteil der Frauen, die aufgrund aussichtsreicher Geschäftschancen ein Unternehmen gegründet hatten, stieg auf rund 30 Prozent von zuvor 23.5 Prozent. Gleichzeitig sank der Anteil Männer auf rund einen Drittel von zuvor 46.6 Prozent. 2021 gibt es auch rund 5.0 Prozent mehr Frauen, die ein Familienunternehmen führen.

Pandemie trifft Frauen härter

Global betrachtet hat die Covidpandemie Frauen schwerer getroffen als Männer. Über die Hälfte der Personen, die während der Pandemie ihren Job verloren hatten, waren Frauen. 90 Prozent davon haben bisher keine neue Anstellung gefunden. Dadurch werde die Schliessung des Gender Gaps voraussichtlich um 36 Jahre zurückgeworfen, heisst es weiter.

Im Gesamtranking des MIWE macht die Schweiz zwei Plätze wett und erreicht somit Rang 5 nach den USA, Neuseeland, Kanada und Australien. Die Verbesserung stützt sich dabei auf das verstärkte Engagement in der Frauenförderung. Hier stieg die Schweiz gar um 25 Plätze auf und steht nun auf Platz 12.

Insgesamt ist es in 14 der 65 berücksichtigen Ländern zu einem Anstieg der unternehmerischen Aktivitäten der Frauen gekommen. Darunter verzeichnen Kolumbien, Uruguay und Angola den stärksten Zuwachs. In zehn Ländern überholten die Frauen gar die Männer.

Der Mastercard Index of Women Entrepreneurs wurde 2021 zum fünften Mal erhoben. Der MIWE repräsentiere 82 Prozent der weltweiten, weiblichen Erwerbsbevölkerung. In diesem Zusammenhang hat sich Mastercard zum Ziel gesetzt, bis 2025 weltweit 25 Millionen Unternehmerinnen in die digitale Wirtschaft zu integrieren. (saw/sda/awp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Halleluja und Heureka zugleich: Männer sollen auch verhüten!
Video: srf
Das könnte dich auch noch interessieren:
Daniel Lampart hat die AHV erhöht, nun will er unsere Pensionskassen retten
Er denkt schneller als andere, kennt die Hebel der Macht und scheut keinen Kampf. Nun zieht sich Gewerkschaftsstratege Daniel Lampart aus der Bundespolitik zurück. Und kämpft an einer neuen Front.
Ganz zum Schluss geht es nochmal um alles. Nach 20 Jahren als Chefökonom und Zentralsekretär beim Schweizerischen Gewerkschaftsbund (SGB) steht Daniel Lampart vor dem Abschied aus der Bundespolitik. Doch zuvor wartet ein wichtiger Abstimmungskampf. Lampart muss die 13. AHV-Rente ins Trockene bringen, das heisst: ihre Finanzierung sichern.
Zur Story