Wirtschaft
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Gewichtsschwund nicht einberechnet

Falsche Gewichtsangaben: Migros verkauft Bananen zu teuer



Migros-Kunde M. T. beobachtet seit Monaten, dass die Max-Havelaar-Bananengebinde leichter sind als jeweils auf der Etikette angegeben – dass er damit also zu viel für die Bananen bezahlt. Tatsächlich: Eine Stichprobe von watson zeigt, dass in der Migros-Filiale am Flughafen, wo T. seine Bananen kauft, zehn von zehn Gebinden bis zu 40 Gramm leichter sind als auf dem Schild vermerkt. 

Falsch deklariertes Gewicht bei den Max-Havelaar-Bananen – Skandal oder egal?

Durchschnittlich wiegen die Biobananen der Stichprobe 23,7 Gramm weniger als angegeben, sind also 7,6 Rappen zu teuer. Wie viel «Gewinn» die Migros damit in der Zwischenzeit gemacht hat, lässt sich kaum ausrechnen. Die Max-Havelaar-Bananen stammen aus verschiedenen Reifereien und werden deshalb zu verschiedenen Zeitpunkten gewogen und verschickt. Welche der 780 Migros-Filialen betroffen sind und wie viele Bananen falsch deklariert verkauft wurden, kann die Migros nicht sagen. Dennoch: Die 7,6 Rappen dürften sich für den Grossverteiler rechnen.

Falsch deklarierte Bananen in der Migros

Stichprobe

Angabe: 0,798 kg Gewicht: 0,738 kg
(- 40 g)
Angabe: 0,972 kg, Gewicht: 0,942 kg   
(- 30 g)
Angabe: 0,788 kg, Gewicht: 0,766 kg  
 (- 22 g)
Angabe: 0,590 kg, Gewicht: 0,572 kg   
(- 18 g)
Angabe: 0,771 kg, Gewicht: 0,756 kg   
(- 15 g)  
Angabe: 0,682 kg, Gewicht: 0,662 kg   
(- 21 g)
Angabe: 0, 768 kg, Gewicht: 0,748 kg  
(- 20 g)
Angabe: 0,760 kg, Gewicht: 0,744 kg   
(- 16 g)
Angabe: 0,661 kg, Gewicht: 0,644 kg   
(- 17 g)
Angabe: 1,098 kg, Gewicht: 1,060 kg   
(- 38 g)

Das Gewicht der Etiketten à 4 g ist abgezogen.

«Die Schwundwerte von Frischprodukten wenn sie in Fertigpackungen angeboten werden, gehen zulasten des Konsumenten», sagt Hans-Peter Vaterlaus. Er ist beim eidgenössischen Institut für Metrologie METAS zuständig für «Fertigpackungsfragen». Viele Produkte würden gewogen, wenn sie abgepackt werden, sagt Vaterlaus – also in der Reiferei oder bereits im Herkunftsland. «Je nachdem, wann die Produkte dann verkauft werden, kann unter Umständen viel Gewicht durch Wasserverlust verloren gehen.»

Migros: «Das sollte nicht passieren»

Josianne Walpen vom Konsumentenschutz bezeichnet das als «stossend»: «Dieser Gewichtsschwund müsste und könnte einberechnet werden», sagt sie. So führen viele EU-Staaten für Fertigpackungen die sogenannte 2-T-Regelung, die einen maximalen Gewichtsschwund festlegt. Diese Regelung gibt es in der Schweiz nicht. «Das ist problematisch», sagt Vaterlaus. Das Fehlen dieser Regelung nütze der Industrie und schade dem Konsumenten. Doch Widerstand wäre vorprogrammiert: «Die Grosshändler würden gegen diese Regelung opponieren, da gewisse Fertigpackungen überfüllt werden müssten», so Vaterlaus. 

Bei der Migros ist man sich des Fehlers bewusst. «In Einzelfällen kann es passieren, dass die Mindestgewichte, beispielsweise durch eine Verzögerung in der Lieferkette oder in der Filiale nicht eingehalten werden kann», sagt Mediensprecherin Christine Gaillet. Die Migros habe den Fall der Max-Havelaar-Bananen überprüft und gemerkt, dass es «tatsächlich» in einigen Fällen zu Gewichtsschwund gekommen sei. «Das sollte natürlich nicht passieren», so Gaillet. «Wir werden es mit der betroffenen Reiferei angehen.» 

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Auch eine Stichprobe aus dem Migros Limmatplatz zeigt ein Bananengebinde mit falscher Gewichtsdeklaration. quelle: youtube/watson

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    Alle Leser-Kommentare
  • flvv 05.12.2014 12:09
    Highlight Highlight und jetzt? was schlagt ihr vor? auf die etikette das pflückdatum mit einer mathematischen aufgabe vermerken, wonach man sich das tatsächliche, aktuelle gewicht ausrechnen kann? :) ist irgendwie auch banane, oder?
  • Citation Needed 05.12.2014 04:10
    Highlight Highlight 'Das sollte nicht passieren'? Sagt die Migros? Passiert aber immer. Wir haben schon vor Jahren mal irrtüml. Bananen gewogen und die Gewichtsunterschiede bemerkt. Das halbe Gestell getestet und bei allen dasselbe. Ein Freund meinte, der Gewichtsverlust sei beim Reifeprozess halt krass, das sei aber bekannt. Jetzt soll das eine skandalöse Enthüllung sein? Naja. Ich versuche mich mal richtig aufzuregen und mich hintergangen zu fühlen. All die Jahre x7.6 Rp?? Das schöne Geld!!
    Kauft halt Bananen im Coop, dort wägt man selbst..
  • Rondi 04.12.2014 10:57
    Highlight Highlight Schlimmer finde ich, dass die Beutel nicht wegtariert werden. Es gibt dafür keine Taste bei den Waagen.
    • Regenbogen Piet 04.12.2014 14:14
      Highlight Highlight Darum wiege ich die Artikel auch BEVOR ich sie in den Sack packe. Ich spare somit pro Plastiksack 0.043 Rappen! Zugegeben, wenn ich in der Weihnachtszeit ein Kilo Erdnüsse kaufe ist es ein wenig umständlich. Vor allem weil ich ja erst noch die Nüsse schäle, denn für Abfall bezahl ich natürlich auch nicht.
  • Lumpirr01 04.12.2014 09:24
    Highlight Highlight Ein echter Skandal wäre es, wenn die Bananen an Gewicht zugelegt hätten................
  • who cares? 04.12.2014 08:47
    Highlight Highlight Wenn das unser schlimmstes Problem ist, dann geht es uns aber ziemlich gut.
  • Kari Metzger 04.12.2014 08:14
    Highlight Highlight Kleine Nebensache: Das METAS ist das Amt für Metrologie, früher Amt für Messwesen. Die Meteorologie ist für das Wetter zuständig nicht für falsches Gewicht. Aber mit Früchten ist es halt wegen Flüssigkeitsverlust schwierig, das genaue Gewicht zu tarieren, wenn man dann noch den Verlust durch die Schale anschaut, ist es nicht so dramatisch.
  • dave1771 04.12.2014 08:06
    Highlight Highlight Nur witzig, wie Migros-Kunde M. T. dies bemerkt hat. Wer geht dies nachwägen? Das mache ich ab jetzt bei der Milch auch und beim Joghurt!
    • Lightning makes you Impotent (LMYI) 04.12.2014 08:41
      Highlight Highlight Wir sind einfach zu gutgläubig! :)
    • Stephan Locher 09.12.2014 21:03
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