DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Ein Schild weist auf die Videoueberwachung hin am Schulhaus Albisriederplatz angebracht, aufgenommen am 1. Juli 2014 in Zuerich. Die Videoueberwachung von Schulhaeusern nimmt zu. (KEYSTONE/Christian Beutler)

A sign indicates the video surveillance cameras on the building of the school house

Die Überwachung am Arbeitsplatz und in öffentlichen Räumen ist umstritten und gesetzlich heikel. Bild: KEYSTONE

Umstrittene Arbeitskontrolle

Pöstler, Lastwagenfahrer, Kassierer – alle werden überwacht

Pöstler und Lastwagen-Fahrer werden GPS-überwacht, Aldi-Kassierer mit Kameras gefilmt: Meldungen über Überwachung am Arbeitsplatz häufen sich. Wir fragen euch: Habt ihr ähnliche Geschichten erlebt? 



Die Meldungen über unzulässige oder umstrittene Überwachungsmethoden am Arbeitsplatz häufen sich. So wird am Mittwochabend die Sendung «Rundschau» bekannt geben, dass die Schweizer Post ihre Briefträger mit einem neuen Hightech-Scanner ausstatten will, mit denen die Pöstler geortet werden könnten. 

Gewerkschaften, wie die für die Post zuständige Syndicom, haben bereits Widerstand angekündigt: «Wenn das GPS immer läuft und die Angestellten dadurch dauernd überwacht werden können, werden wir uns wehren», sagt Fritz Gurtner, der bei Syndicom für die Pöstler verantwortlich ist.

Obschon die Post in einer ersten Stellungnahme es verneinte, ihre Arbeiter überwachen zu wollen, kündigte sie an, GPS-Daten nur in Absprache mit dem Personal und den Gewerkschaften auswerten zu wollen. Dennoch: Überwachung am Arbeitsplatz ist seit der Datenschutz-Enthüllungen wie der NSA-Affäre immer mehr ein Thema. 

Aldi und ihre mobilen Kameras

LONDON, ENGLAND - SEPTEMBER 29:  Logos adorn an Aldi supermarket on Old Kent Road on September 29, 2014 in London, England. Aldi has reported a 65% increase in profits, and is planning to open 65 new stores next year.  (Photo by Matthew Lloyd/Getty Images)

In Deutschland überwachte Aldi systematisch. Bild: Getty Images Europe

Der deutsche Discounter «Aldi» musste sich 2013 dem Vorwurf aussetzen, ihre Mitarbeiter systematisch «ausspioniert» zu haben. Ein Detektiv berichtete, dass er im Auftrag des Discounters Berichte über das Arbeitstempo und die Verhältnisse der Angestellte in deutschen Fillialen erstellen musste. Auch habe er mobile Kameras über der Kasse eingebaut.

Aldi Suisse bestritt die Vorwürfe vollumfänglich gegenüber der «Handelszeitung». Seit dem Schweizer Markteintritt im Jahre 2005 habe die Geschäftsleitung niemals den Einsatz von versteckten Kameras in der Schweiz veranlasst oder gebilligt.

GPS auch bei Handwerkern und in Lastwagen

Lorries pass a control bridge of the Performance-Related Heavy Vehicle Fee (HVF) at the Grauholz near Ittigen in the canton of Berne, Switzerland, pictured on August 29, 2008. Cameras installed at control points record all vehicles liable to the HVF on a three dimensional picture and examine via the number plate automatically whether the holder has duly paid the fee. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Lastwagen passieren am 29. August 2008 die LSVA-Kontrollbruecke am Grauholz bei Ittigen im Kanton Bern. Kontrollstellen erfassen ueber ein dreidimensionales Kamerabild alle LSVA-pflichtigen Fahrzeuge und ueberpruefen anhand des Nummernschildes automatisch, ob der Halter die LSVA bezahlt hat. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Teilweise erlaubt: Die Überwachung von Lastwagenfahrern. Bild: KEYSTONE

Nicht nur die Pöstler, auch die Lastwagen-Chauffeure werden bei ihren Fahrten beobachtet. Bereits heute ist in jedem Lastwagen ein GPS-Gerät eingebaut, um für die Schwerverkehrsabgabe die Kosten berechnen zu können. Einige Unternehmen mit Ausseneinsatz scheuen aber nicht von eigener GPS-Überwachung.

Ein Westschweizer Unternehmen wurde erstinstanzlich gerügt, weil es in den Wagen ihrer Serviceleuten GPS-Ortungssysteme eingebaut hat. Das Bundesgericht sah das Verbot jedoch nicht so streng und entschied, dass GPS-Geräte nur dann unzulässig sind, wenn sie nicht zur Vorbeugung von Missbrauch eingebaut sind.

Sitzverbot für Zalando-Mitarbeiter

(FILES) A picture taken on December 12, 2012 shows employees of the internet retail company Zalando working at a logistics centre in Erfurt, eastern Germany. Europe's biggest online retailer Zalando said on September 3, 2014 it is planning a flotation on the Frankfurt stock exchange in the second half of this year.
AFP PHOTO / DPA / MARTIN SCHUTT +++ GERMANY OUT

Müssen sie stehen? Die Mitarbeiter von Zalando. Bild: DPA

Nicht nur Überwachen, auch Druck gibt's bei den Mitarbeitern vom Online-Riesen «Zalando». Wie das Spiegel-Magazin aufdeckte, werde genau protokolliert, wer zu langsam arbeite. Das Tempo entscheide nach einem Jahr Anstellung über eine Verlängerung des Arbeitsvertrages. Wer sich während der Arbeit hinsetze, riskiert zudem seine Stelle.

Das Berliner Unternehmen wies die Vorwürfe zurück. Es gebe kein Verbot zu sitzen, sagte ein Zalando-Sprecher. In der Logistikbranche gebe es jedoch wegen den anfallenden Arbeiten grossteils Steharbeitsplätze.

Haben Sie am Arbeitsplatz auch solche Erfahrungen gemacht? Erzählen Sie Ihre Geschichten in den Kommentar-Spalten!

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Der Bund stoppt den Genderstern: «Bürger*innen» wird nicht amtlich

Die Bundesverwaltung schafft Fakten: Der Genderstern und ähnliche Schreibweisen werden bei den Behörden untersagt. Sie führten zu «einer ganzen Reihe von sprachlichen Problemen», heisst es in einer neuen Weisung.

Es ist ein Reizthema. Sollte man in der deutschen Sprache verschiedene Geschlechter besser berücksichtigen? Immer mehr Unternehmen, Hochschulen und Organisationen verwenden neue sprachliche Formen – allen voran den Genderstern. Bürger*innen, heisst es dann. Oder Wähler*innen.

Damit werde niemand ausgeschlossen, finden die einen: Frauen ebenso wenig wie Menschen, die sich weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht zugehörig fühlen. Die anderen befürchten, dass damit das Deutsche …

Artikel lesen
Link zum Artikel