Wirtschaft
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

«Ambitionen nicht erfüllt» – TX Group verliert markant an Ertragskraft



Die TX Group ist 2019 dank Übernahmen gewachsen. Operativ machte der Gruppe indes der anhaltende Rückgang im Printbereich weiter stark zu schaffen. Und auch bei den Marktplätzen hat die Dynamik deutlich nachgelassen.

Der Umsatz der seit Anfang Jahr neu unter dem Namen TX Group firmierenden vormaligen Tamedia nahm im vergangenen Jahr um 6.8 Prozent auf 1.08 Milliarden Franken zu. Getrieben wurde das Wachstum dabei vor allem durch die übernommenen Unternehmen Goldbach, Zattoo sowie Basler Zeitung. Organisch resultierte dagegen ein Umsatzrückgang von 5 Prozent.

Das Medienhaus der TX Group AG, ehemalig Tamedia, aufgenommen am Freitag, 3. Januar 2020 in Zuerich. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Das Medienhaus der TX Group AG, ehemalig Tamedia, in Zürich. Bild: KEYSTONE

Der Betriebsgewinn auf Stufe EBIT ging um 46.5 Prozent auf 70.4 Millionen zurück. Neben dem schwierigen Umfeld für Pressewerbung wird der Rückgang vor allem mit erhöhten Abschreibungen als Folge der Übernahmen, mit Investitionen in die Digitalplattformen und Bezahlmedien sowie mit Wertminderungen auf Goodwill begründet. Die Marge verminderte sich damit weiter auf 6.5 Prozent von 13.0 Prozent im Vorjahr und liegt deutlich unter der mittelfristigen Zielsetzung des Managements von 15 Prozent.

Der Gewinn schliesslich ging deutlich unterproportional um 24.5 Prozent auf 97.8 Millionen zurück. Darin enthalten sind indes ausserordentliche Gewinne aus den Verkäufen von Localsearch (18.7 Millionen) sowie Starticket (7.2 Millionen).

Die Aktionäre sollen eine um einen Franken verminderte Dividende von 3.50 Franken erhalten.

Das Management zeigt sich mit der Leistung der Gruppe im abgelaufenen Jahr nicht zufrieden: «Das Ergebnis des Geschäftsjahrs 2019 erfüllt unsere Ambitionen nicht», schreibt Verwaltungsratspräsident Pietro Supino im Geschäftsbericht. Bereits bestehende Tendenzen im Werbemarkt hin zu Google, Amazon, Facebook und Apple hätten sich beschleunigt.

Neue internationale Konkurrenten fänden ihren Weg in den Schweizer Markt und die Weiterentwicklung technischer Möglichkeiten erhöhe das Risiko von Disruptionen, ergänzt CEO Christoph Tonini in dem Communiqué.

Keine Besserung bei den Bezahlmedien

Weiter stark unter Druck blieben 2019 die Bezahlmedien. Als Folge der erneut stark rückläufigen Werbeerlöse in den gedruckten Zeitungs- und Zeitschriftenangeboten verminderte sich der Umsatz abermals um 3.9 Prozent auf 512.9 Millionen. Der Betriebsgewinn auf Stufe EBITDA verminderte sich um 11.8 Prozent auf 43.9 Millionen, was einer Marge von 8.0 Prozent entspricht.

Im Geschäftsfeld Pendlermedien und Vermarktung nahmen die Erlöse vor allem dank der ganzjährigen Konsolidierung von Goldbach um 24.4 Prozent auf 293.7 Millionen zu. Die operative Marge auf Stufe EBITDA konnte mit 24.6 Prozent gehalten werden.

Ausbau der Marktplätze kostet

Im Bereich der Marktplätze und Beteiligungen belasteten die forcierten Investitionen in die Weiterentwicklung der Marktplätze. Die EBITDA-Marge verringerte sich so auf 29.2 Prozent von 41.4 Prozent im Vorjahr. Umsatzmässig legte das Geschäftsfeld nicht zuletzt auch dank der neu konsolidierten TV-Streaming Plattform Zattoo um 13.4 Prozent auf 272.9 Millionen zu.

Insgesamt steuern alle digitalen Angebote der Gruppe zusammengenommen mittlerweile 51 Prozent zum Umsatz und 84 Prozent zum adjustierten EBIT der TX Group bei.

Im laufenden Jahr 2020 stehen für die Gruppe die Kosten im Vordergrund. TX Group überprüfe dabei die Serviceangebote der zentralen Dienstleistungen. Die einzelnen Gruppenunternehmen würden darüber hinaus eigene Effizienzprogramme prüfen, schreibt die Gruppe in der Präsentation zum Jahresabschluss (sda/awp)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

3
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • H. Fröhlich 10.03.2020 14:28
    Highlight Highlight Kein Wunder. - Bin schon lange keine Kunde mehr bei Tamedia, resp. TX-Group. Warum für ein Produkt bezahlen das von Jahr zu Jahr schlechter und tendenziöser wird.
    Journalismus ohne Journalisten geht halt nicht. Anstelle von ausgewogener Information tendenziöse Berichterstattung und Stimmungsmache. Dazu penetrante Werbung (ganzseitig und gerne auf der rechten Blattseite.)
    Leserkommentare werden oft nicht freigeschaltet, zumindest alles was nicht der Leitlinie von TA / TX entspricht. - Watson macht das besser!
  • Beat-Galli 10.03.2020 14:07
    Highlight Highlight Bei einem
    Management, dass pro Mitglied sicher nicht unter einer Million pro Person kostet, und eine Verwaltungsrat, dass bestimmt auch nicht Zuwenig hat plus externen Berater welche in der Regel Millionen kosten, weil das Management nicht managt, sondern von Berater die Entscheidungen einkauft, liegen schnell mal 10-20 Millionen Sparpotenzial drin.

    Und sofort ist die Gewinnmarge 2-4% verbessert.

    Aber die Aktionäre werden halt gerne vom eigenen Personal betrogen.
    Sprich Führung!
  • thierry_haas 10.03.2020 08:52
    Highlight Highlight Waaaas?! Nur 8% Marge bei den Bezahlmedien.... Achtung in 3...2...1:
    89 Entlassungen 😫

Offen gesagt

«Liebe Parlamentarier, kontrollieren Sie sich doch erstmal selbst ...»

Während Bevölkerung und Wirtschaft leiden und die Restaurants geschlossen sind, bechern Parlamentarierinnen und Parlamentarier an der ausserordentlichen Session, als ginge sie das alles nichts an.

Liebe Parlamentarierinnen, liebe Parlamentarier

Vielfach haben Sie sich während der bundesrätlichen Notrechts-Phase beklagt. In einer Demokratie müsse das Parlament Verantwortung übernehmen können! Die Legislative müsse trotz Krise die Exekutive kontrollieren! Die Volksvertretung wolle ihren Auftrag wahr nehmen und ihren Beitrag zum Wohl des Landes leisten!

In Eile ist also eine ausserordentliche Session auf die Beine gestellt worden, um die bundesrätlichen Entscheide rund um die Corona-Pandemie …

Artikel lesen
Link zum Artikel