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Corona-Tests lassen Kasse von Roche klingeln



ARCHIVBILD ZU DEN JAHRESZAHLEN VON ROCHE --- Der Sitz von Roche Diagnostics International AG in Rotkreuz im Kanton Zug am Donnerstag, 8. Oktober 2020.(KEYSTONE/Urs Flueeler)

Bild: keystone

Beim Pharmakonzern Roche haben die beiden Sparten Pharma und Diagnostics im Corona-Jahr 2020 die Positionen getauscht. So legte die sonst eher stiefmütterlich behandelte Diagnostics-Sparte mit einem Umsatzplus von 6 Prozent deutlich zu, während die grössere Pharmasparte einen Umsatzrückgang verbuchte.

Konkret weist Roche für die Pharmasparte für 2020 einen Umsatz von 44.5 Milliarden Franken aus, ein Minus von 8 Prozent. Das Coronavirus hat dafür gesorgt, dass viele Patienten Arztbesuche verschoben haben. Zudem haben Krankenhäuser gerade in der ersten Welle ihre Betten vornehmlich für Corona-Patienten freigehalten. Das hat sich entsprechend auf den Absatz verschiedener Medikamente ausgewirkt.

Hinzu kommt die anhaltende Umsatzerosion der altgedienten Blockbuster MabThera/Rituxan, Avastin und Herceptin. Ihre Patente sind abgelaufen und die Umsätze werden seit Jahren durch Nachahmerprodukte belastet - so auch 2020. Für das Gesamtjahr beziffert Roche die Umsatzerosion durch Biosimilars auf 5.1 Milliarden Franken. Zuletzt war das Management noch von 4.7 Milliarden ausgegangen.

Auf der Positiv-Seite vermerkt der Pharmakonzern, dass die Umsätze mit den neueren Mitteln wie Ocrevus bei multipler Sklerose, dem Bluter-Mittel Hemlibra oder auch dem Immun-Therapeutikum Tecentriq anhaltend stark waren.

Diagnostics-Sparte glänzt

Derweil hat die Diagnostics-Sparte von den Corona-Bemühungen profitiert und mit den zahlreichen Corona-Tests nicht nur einen generell wichtigen Beitrag zur Bekämpfung des Virus geleistet. Auch der Konzern profitierte davon. So stieg der Umsatz der Sparte 2020 um 6 Prozent, zu konstanten Wechselkursen lag das Plus sogar bei 14 Prozent auf 21.5 Milliarden Franken.

Im Gesamtjahr 2020 habe die Sparte 15 neue Produkte für die Covid-19-Diagnostic eingeführt. Damit konnte der Umsatzrückgang in der Routinediagnostik mehr als ausgeglichen werden.

Roche-Chef Schwan verdiente 2020 leicht weniger als 2019

Severin Schwan, CEO Roche, speaks during the annual balance press conference in Basel, Switzerland, on Wednesday, February 1, 2017. Roche has increased its renvenue in 2016 by 7 percent to 9,73 billion Swiss francs. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Severin Schwan, Chief Executive Officer Roche, spricht waehrend der Bilanzmedienkonferenz von Roche am Mittwoch, 1. Februar 2017, in Basel. Roche hat seinen Gewinn im Jahr 2016 um 7 Prozent auf 9.73 Milliarden Schweizer Franken gesteigert. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Severin Schwan Bild: KEYSTONE

Roche-CEO Severin Schwan hat 2020 etwas weniger verdient als im Jahr zuvor. Insgesamt erhielt er einen Lohn und Boni in Höhe von 11,0 Millionen Franken. 2019 bewegte sich der Betrag noch bei 11,5 Millionen Franken.

Der Grund für den Rückgang liegt im Basissalär. Schwan habe angesichts der gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf 500'000 Franken des ihm zustehenden Basissalärs verzichtet, heisst es in dem am Donnerstag veröffentlichten Geschäftsbericht.

Unter den variablen Komponenten befinden sich im Bonus Aktien mit einer Sperrfrist von 10 Jahren. Aufgrund der langen Sperrperiode berücksichtigt Roche für die Berechnung der CEO-Kompensation diese Titel mit einem reduzierten Verkehrswert von 55,8 Prozent. Werden diese gesperrten Titel vollständig miteinbezogen, liegt die Gesamtvergütung von Konzernchef Schwan für das vergangene Jahr bei über 13 Millionen Franken.

Zum Vergleich: Der Novartis-CEO Vas Narasimhan bekam 2020 insgesamt 12,7 Millionen Franken. Anders als beim Roche-CEO hat seine Entschädigung indes deutlich zugelegt.

Alle Mitglieder der Roche-Geschäftsleitung erhielten zusammen im Berichtsjahr 33,5 Millionen Franken, nach 38,0 Millionen für 2019. In diesen Zahlen sind auch die Zahlungen an ausgeschiedene Konzernleitungsmitglieder berücksichtigt. Dieser erhielt wie im Vorjahr 3,8 Millionen Franken.

(aeg/sda/awp)

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