Wirtschaft
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Hamburger, Cheeseburger, Big Mac, BIgMac, Le Bige Mak, A Quarterpounder with cheese, McDonalds, Burger King, Fast Food, Bouletten, Hacktätschli

Bild: shutterstock

Mindestlöhne: Vergleich Schweiz-EU

Der Mindestlohn der Bürger reicht nicht überall für einen Burger

Mit dem von den Gewerkschaften geforderten Stundenlohn von 22 Franken kann man in der Schweiz mehr als drei Big Macs kaufen. Doch Mindestlohn ist nicht gleich Mindestlohn. In fünf europäischen Staaten können sich die Bürger mit dem landesüblichen Stundenlohn gar kein Fleischbrötchen leisten.



Die Einkommensdebatte polarisiert zurzeit die Schweiz. 22 Franken Stundenlohn, wie ihn die Initianten der Mindestlohn-Vorlage fordern, klingt nach viel. In Deutschland wird momentan über die Anhebung des niedrigsten Stundenlohns auf 8.50 Euro (10.35 Franken) diskutiert. Was ist ein solches Salär wirklich wert?

Das zeigt der Big-Mac-Index exemplarisch. Dieser gibt weltweit den Preis für einen Burger an. Vergleicht man den kleinsten Stundenlohn mit dem Big-Mac-Preis im jeweiligen Land, erhält man ein gutes Gefühl dafür, dass 22 Franken nicht überall gleich weit reichen. 

watson hat die Kaufkraft in 16 Ländern Europas überprüft, in denen Mindestlöhne existieren oder gefordert werden. So viel vorab: Ein doppelt so hoher Mindestlohn heisst nicht, dass man sich hierzulande auch doppelt so viele Big Macs (BM) kaufen kann wie im Ausland.

1. Schweiz: 3,38 BM

Exakt 3,38 Big Macs kann man sich mit 22 Franken hierzulande kaufen. Ein doppelt so hoher Mindestlohn wie im Ausland ergibt somit nicht automatisch doppelt so viel Fleisch. Denn in der Schweiz sind die Big Macs mit Abstand am teuersten.

2. Niederlande: 2,69 BM

Wenn die Bewohner Amsterdams Hunger haben, wird ihr Mindestlohn von 11.09 Franken für 2,69 Hamburger reichen. 

3. Frankreich: 2,57 

Die Französinnen können sich mit 11.60 Franken an 2,57 Burgern gütlich tun.

4. Irland: 2,56 BM

Die Einwohner auf der grünen Insel können sich mit einem Mindestlohn von 10.53 Franken genau 2,56 Stück leisten.

5. Luxemburg: 2,44 BM

Mit den höchsten Mindestlöhnen der EU reicht es nur zu 2,44 Burgern. Grund sind die teuersten Big Macs der Union.

6. Belgien: 2,35 BM

Mit fast dem gleichen Mindestlohn wie die Holländer kriegen die Flamen und Wallonen nur 2,35 Stück, da die Fleischbrötchen dort so teuer sind.

7. Grossbritannien: 2,22 BM

Die Briten haben einen Mindestlohn von 9.05 Franken. Damit reicht es für 2,22 Big Macs.

8. Deutschland: 2,08 BM

Bei unseren nördlichen Nachbarn wird der Mindestlohn wohl bald angehoben. Die umgerechnet 10.35 Franken reichten aber gerade mal für 2,08 Bulettenbrötchen. Denn nur die Schweiz und Luxemburg haben höhere Preise als Deutschland.

9. Griechenland: 1,12 BM

Mit einem Mindeststundenlohn von 4.08 Franken gibt es nur 1,12 Rindshackbrötchen als Abwechslung zu Gyros und Moussaka. Eine grosse Zäsur zu Deutschland.

10. Spanien: 1,09 BM

Sollte es nach dem Besuch des Camp Nou noch für einen Besuch im Fast-Food-Tempel reichen, gibt es für den spanischen Mindestlohn von 4.76 Franken 1,09 Hamburger.

11. Polen: 1,06 BM

Mit einem Stundenlohn von CHF 2.81 gibt es genau 1,06 Stück. Dies, weil der Burger nirgendwo sonst so billig ist.

12. Portugal: 0,99 BM

In Porto erhält man zwar mit 3.56 Franken den höheren Mindestlohn als in Polen. Es reicht aber knapp nicht für einen ganzen Big Mac (0,99).

13. Estland: 0,78 BM

Ein Mindestlohn von 2.59 Franken reicht im Baltikum nicht mal für einen Burger. Exakt 0,78 Stück sind es. Das Leben ist in Tallinn relativ teuer.

13. Tschechien: 0,78 BM

Big Macs kosten in Prag praktisch gleich viel wie in Litauen. Weil der Mindestlohn aber höher ist, kann man sich trotzdem 0,78 Burger leisten.

15. Ungarn: 0,71 BM

In Budapest gibt es nur einen Mindestlohn von 2,37 Franken. Dies reicht in der ungarischen Hauptstadt für 71 Prozent eines Big Macs.

16. Litauen: 0,70 BM

In Vilnius nützt es nichts, wenn die Hamburger relativ wenig kosten. Mit dem tiefsten Mindestlohn der Untersuchung kriegt man nur 0,70 Hamburger.

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

7
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
7Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Rondi 22.04.2014 18:39
    Highlight Highlight Da sieht man es, die Forderung ist auch kaufkraftbereinigt überrissen.
  • Donald 22.04.2014 11:56
    Highlight Highlight Man sollte auch beachten, dass der Big Mac nicht überall gleich gross ist. Das wissen leider viele Leute nicht.
    • TomBenZeen 22.04.2014 12:28
      Highlight Highlight Dann wäre der iPad mini Index vielleicht der besserer Vergleich... Denke aber das in etwa das selbe Resultat erscheint...
    • Donald 22.04.2014 12:46
      Highlight Highlight Ja, aber noch viel extremer, da die Schweiz bei den Elektronik-Preisen im Gegensatz zum Bic Mac zu den günstigsten gehört. Nur wissen auch das viele Leute nicht :)
    • Don Huber 22.04.2014 17:15
      Highlight Highlight Ja kauft mal in Brasilien elektronik Teile. Das ist abartig dank dieser Luxussteuer.
    Weitere Antworten anzeigen

Vergiftete Böden und Kinderarbeit – was sich Schweizer Firmen im Ausland alles erlauben

Am 29. November stimmt die Schweiz über die Konzern-Initiative ab. Sie soll Schweizer Unternehmen bei Rechtsverstössen im Ausland stärker haftbar machen. Höchste Zeit also, um sich ein paar Beispiele von bis jetzt ungeahndeten Menschenrechts- und Umweltvergehen anzusehen.

Nach der Abstimmung ist vor der Abstimmung: Bereits am 29. November kann das Schweizer Stimmvolk erneut wählen gehen. Zum Beispiel über die Konzernverantwortungsintiative. Diese fordert, dass globale Konzerne mit Sitz in der Schweiz einem zwingenden Regelwerk unterstellt sind, wenn es um die Beachtung von Menschenrechten und Umweltschutz bei ihren weltweiten Tätigkeiten geht.

Oder einfach gesagt: Schweizer Unternehmen und ihre Tochterfirmen könnten für ihre Tätigkeiten im Ausland rechtlich …

Artikel lesen
Link zum Artikel