Wirtschaft
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Coop erzielt 2019 Reingewinn von 531 Millionen Franken



ZUR COOP FILIALE IM EINKAUFSZENTRUM SEEWEN MARKT STELLEN WIR IHNEN HEUTE FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG --- The logo of retailer Coop at the Coop branch in the shopping center Seewen Markt in Seewen, Canton of Schwyz, Switzerland, on May 15, 2018. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Das Coop Logo in der Filiale des Detailhaendlers Coop im Einkaufszentrum Seewen Markt, aufgenommen am 15. Mai 2018 in Seewen, Kanton Schwyz. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Läuft bei denen: Coop. Bild: KEYSTONE

Coop lief es im vergangenen Jahr gut. Obwohl die Zeiten im Detailhandel nicht einfach sind, vermeldet der Grossverteiler aus fast allen Geschäftsbereichen steigende Umsätze und insgesamt einen höheren Gewinn.

Mit 531 Millionen Franken ist 2019 der Gewinn der Coop-Gruppe 12 Prozent höher ausgefallen als noch im Jahr davor. Das hat unterschiedliche Gründe: Einerseits hatte 2018 die Einstellung der Onlineplattform Siroop das Ergebnis der Coop-Gruppe belastet. Anderseits begünstigten Steuereffekte letztes Jahr das Ergebnis - ohne diese wäre der Gewinnzuwachs nicht ganz so markant ausgefallen, wie es nun der Fall war, wie Coop-Chef Joos Sutter am Dienstag an der Bilanzmedienkonferenz ausführte.

Allerdings hat Coop sich auch operationell gut entwickelt: Der Betriebsgewinn (EBIT) stieg im Vergleich zum Vorjahr um 1,3 Prozent auf 782 Millionen Franken. Der Gesamtumsatz der Coop-Gruppe stagnierte derweil bei 30,7 Milliarden Franken, wie bereits Anfang Januar bekannt wurde. Zurückzuführen ist die Stagnation allerdings hauptsächlich auf den Wechselkurseffekt.

Rund ein Drittel des Umsatzes macht Coop nämlich im Grosshandelsgeschäft ausserhalb der Schweiz, namentlich in Deutschland, Frankreich und Österreich, aber auch in Osteuropa und Russland. Die Transgourmet-Gruppe, in welcher dieses Geschäft zusammengefasst ist, hat 2019 in Landeswährungen gerechnet sogar ein Wachstum von 3,7 Prozent verzeichnet.

Ausgewiesener Umsatz verdeckt tatsächliches Wachstum

In der Jahresrechnung von Coop sieht man dieses Wachstum allerdings nicht auf den ersten Blick. Laut Sutter sind durch den schwachen Euro bei der gesamten Coop-Gruppe in Franken gerechnet nämlich 380 Millionen Franken Umsatz weggefallen. Da der gleiche Effekt allerdings genau so auch bei den Kosten auftritt, habe der Wechselkurseffekt für Coop «keinen wesentlichen Einfluss auf das Ergebnis», so der Coop-Chef.

Dennoch: Die ausgewiesene Umsatzentwicklung verdeckt das tatsächliche Wachstum des Unternehmens. Denn insbesondere im Kerngeschäft, dem Detailhandel in der Schweiz, agiert Coop in einem tendenziell stagnierenden Markt. «Wir befinden uns in einem klassischen Verdrängungskampf», so Joos Sutter. Und darin hat sich Coop gut geschlagen.

Im Total hat Coop im Schweizer Detailhandel den Umsatz um 1,4 Prozent auf 18,0 Milliarden steigern können. Neben dem klassischen Supermarktgeschäft haben abgesehen von wenigen Ausnahmen alle Geschäftsfelder von Coop in der Schweiz ein Wachstum verzeichnet. Selbst in schwierigen Märkten wie dem Möbelmarkt verzeichnete Coop ein Umsatzplus. Besonders hervorgestrichen hat Joos Sutter an der Bilanzmedienkonferenz zudem die Umsatzentwicklung von Coop City.

Obwohl Warenhäuser in bestimmten Kreisen fast schon totgesagt werden, weist Coop für seine Warenhäuser ein Umsatzplus von 0,4 Prozent aus. Dies allerdings nur, wenn die Zahlen um die durch Umbauarbeiten in zwei wichtigen Filialen weggefallenen Verkäufe bereinigt werden. Coop-Chef Sutter glaubt dennoch stark an eine Zukunft von Coop City. «Wir hegen absolut keine Pläne, hier auszusteigen», sagte er. Coop habe den Vorteil, dass durch die integrierten Lebensmittelabteilungen die Warenhäuser gute Kundenfrequenzen hätten.

Bio- und Billigprodukte als Umsatztreiber

In der Supermärkten, wo Coop ein Wachstum von 0,4 Prozent ausweist, erwiesen sich einmal mehr Produkte mit einem Bio- oder Nachhaltigkeitslabel als Umsatztreiber. Mittlerweile macht Coop 1,8 Milliarden Franken Umsatz mit Bio-Produkten. Vor zwanzig Jahren lag dieser Wert bei gerade einmal 300 Millionen Franken. Dem ursprünglich gesetzten Ziel, bis 2025 2 Milliarden Franken Bio-Umsatz zu haben, rückt Coop so immer näher. «Wir werden das Ziel definitiv früher erreichen als geplant», sagte Coop-Marketing-Chef Philipp Wyss am Dienstag.

Am Ausbauen ist Coop aber auch das Billigsortiment. Das Prix-Garantie-Sortiment, das ursprünglich als Antwort auf den Markteintritt der deutschen Discounter Aldi und Lidl lanciert wurde, wird seit letzten Jahr neu ausgerichtet, nachdem die Jahre davor die Umsatzzahlen mit der Billiglinie kontinuierlich zurückgegangen waren.

Weil die Kunden nicht nur günstige Produkte wollten, sondern auch einen Qualitätsanspruch stellten, werden die Verpackungen nun neu gestaltet und das Sortiment neu ausgerichtet. So gibt es mittlerweile Prix-Garantie-Produkte mit einem Nachhaltigkeitslabel, und bis Ende Jahr soll die Billiglinie 1000 Artikel - mehr als doppelt so viele wie zuvor - umfassen. Wie Marketing-Chef Wyss ausführte, zeitigt der Relaunch bereits Erfolg: die Umsätze mit den Billigprodukten ist letztes Jahr bereits wieder deutlich gestiegen.

(aeg/sda/awp)

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17Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Rethinking 18.02.2020 17:09
    Highlight Highlight Schön für Coop...

    Soweit ich weiss hat die Bevölkerung davon nichts?

    Bei der Migros fliesen ja grosse Summen in das Kulturprozent...
  • Der Typ 18.02.2020 12:32
    Highlight Highlight 500 Millionen Reingewinn und uns ein schlechtes Gewissen einreden, wenn wir nach Deutschland einkaufen gehen... Wann verstehen die Leute hier, dass wir mehr bezahlen beim Einkaufen, damit sich Detailhändler wie Coop etc bereichern können...
    • EinePrieseR 18.02.2020 14:50
      Highlight Highlight Das sind 1.77% vom Umsatz. Sprich wenn Coop die Preise um 2% senkt machen sie Verlust. Übrigens Aldi & co machen jedes Jahr Milliarden Gewinne..
    • Bits_and_More 19.02.2020 09:26
      Highlight Highlight Also, Coop macht 30 Mia Umsatz, nach Abzug aller Kosten bleiben 500 Mio übrig.

      Wenn du nun pro Monat 6000 Franken verdienst, und nach Abzug all deiner Kosten noch 100 Franken übrig hast, ist dass dann viel?
      Bist du dann ein Abzocker?

      Stell dir mal vor, du brauchst einen Monat mehr als die üblichen 5900 Franken, nicht viel, nur 200 Franken mehr, und schon bist du in den Schulden.

      Das läuft in der Wirtschaft nicht viel anders.
  • Tobias W. 18.02.2020 12:32
    Highlight Highlight An alle, die jetzt wieder motzen:

    512 Millionen erscheinen als viel.

    Aber: bei 30.7 Milliarden Umsatz ist ein Gewinn von 512 Millionen fast nichts. Das sind nur 1,66% vom Umsatz. Da braucht es nur sehr wenig, bis man in der Verlust-Zone ist.

    Anders gesagt: würde Coop sämtliche Preise um (lächerliche!) 1,66 Prozent senken, dann wäre der Gewinn Null! Wenn sie die Preise um 3 Prozent senken würden, würde ein Verlust von fast 500 Millionen resultieren.
  • Guido Zeh 18.02.2020 11:43
    Highlight Highlight Zeit für Preissenkungen (wie anderswo auch, wo der Jahres-Abschluss dann nicht so gut aussieht)... .
  • Der Buchstabe I 18.02.2020 11:26
    Highlight Highlight Und genau deswegen kündige ich bald bei einem der grössten Coop-Firmen. Trotz überqualifikazion und Arbeitserfahrung einen Nettolohn vo CHF 3900.--

    L*ck mich, Coop, da hilft auch die eventuelle Lohnerhöhung von einem läppischen Prozent nichts.

    I'm out 🤷🏼‍♂️
    • m.e. 18.02.2020 11:34
      Highlight Highlight Überqualifikation wird üblicherweise auch nicht vergütet. Dir ist schon klar, dass der Gewinn weniger als 2% des Umsatzes ist? Wenn dein Arbeitgeber auch in Zukunft sicher aufgestellt sein soll, müssen halt auch gewisse Gewinne eingestrichen werden.
    • EinePrieseR 18.02.2020 11:37
      Highlight Highlight Was meinst du? Die Gewinnquote ist bei 1.77% - nicht gerade viel. Mein Arbeitgeber macht nur 20% vom Coop Umsatz, der Gewinn ist aber mehr als 3x so hoch. Lohnerhöhung ist bei uns auch nur 1%
    • loccodelcocco 18.02.2020 11:37
      Highlight Highlight Qualifikation, und Selbsteinschätzung.
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