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Ein Angestellter von Coop bei der Fleischabteilung.
Ein Angestellter von Coop bei der Fleischabteilung.Bild: KEYSTONE

Coop lässt Angestellte zu lange arbeiten – Hunderte Verstösse aufgedeckt

28.01.2020, 07:4028.01.2020, 13:23

Die Arbeitsbelastung für Mitarbeitende bei Coop nimmt immer wieder unzumutbare Ausmasse an. Dies zeigt ein Dokument, das dem Blick vorliegt. Die Zeitung schreibt, dass der Detailhändler alleine im Kanton Bern im Monat November 475 Mal gegen das Arbeitsgesetz verstossen hat.

Um welche Verstösse handelt es sich?

  • Grosse Probleme gibt es bei der Einhaltung der wöchentlichen Maximalarbeitszeit. Diese liegt bei 45 bis 50 Stunden.
  • Arbeitsbeginn und Arbeitsende liegen oft weit auseinander, manchmal bis zu 14 Stunden, wie der Blick schreibt. Mitarbeitende müssen lange Mittagspausen machen.
  • Die Ruhezeiten werden nicht eingehalten.
  • In den Spitzenmonaten Dezember und August ist die Belastung besonders hoch.

Was sagt Coop dazu?

Coop bestätigt die Echtheit des Dokuments und gibt an, dass es sich um keinen Ausreisser handle. In anderen Regionen würde sich das ähnlich verhalten. Coop-Personalchef Luc Pillard und Sprecherin Andrea Bergmann sagen gegenüber dem «Blick», dass sie sich bemühten, die Verstösse auf einem Minimum zu halten.

Ganz vermeiden lasse sich das Problem aber nicht. Ausserdem werde Coop von den kantonalen Arbeitsinspektoraten kontrolliert und habe in den letzten Jahren keine Busse oder einen Verweis kassiert.

Handelt es sich um ein einzigartiges Problem?

Nein. Anzunehmen ist, dass die Mitarbeitenden nicht nur bei Coop unter zunehmender Arbeitsbelastung leiden. Der Onlinehandel und die längeren Öffnungszeiten bringen die Detailhändler und die Arbeitenden unter Druck. Gewerkschafter sagen gegenüber dem «Blick», dass das Dokument für sie ein Beweis sei, dass die Situation im Detailhandel immer prekärer werde. (cma)

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102 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Asmodeus
28.01.2020 08:33registriert Dezember 2014
"Ausserdem werde Coop von den kantonalen Arbeitsinspektoraten kontrolliert und habe in den letzten Jahren keine Busse oder einen Verweis kassiert."


Ist das nicht der eigentliche Skandal? Wozu sollten sich die Firmen auch an geltendes Recht halten, wenn das Arbeitsinspektorat sowieso alles durchgehen lässt?

Kann mal jemand das Supercard-Konto der Inspektoren testen?
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frnrsch
28.01.2020 08:20registriert Februar 2017
Schlimm ist dass die entsprechenden Behörden darüber informiert sind und nichts dagegen unternehmen! Es ist eine Schweinerei wie mit den Arbeitnehmern umgegangen wird. Es wird alles dem Markt und der Wirtschaft untergeordnet. Es sollten johe Bussen verteilt werden damit sich die Unternehmen sich entweder daran halten oder zusätzliches Personal einstellt.
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Raembe
28.01.2020 07:53registriert April 2014
Bei Coop gibt es noch einige andere Probleme im Umgang mit Mitarbeitern, die aufgedeckt gehören.
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