Wirtschaft
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Palm trees frame a large billboard on top of a Nike store that shows former San Francisco 49ers quarterback Colin Kaepernick at Union Square, Wednesday, Sept. 5, 2018, in San Francisco. An endorsement deal between Nike and Colin Kaepernick prompted a flood of debate Tuesday as sports fans reacted to the apparel giant backing an athlete known mainly for starting a wave of protests among NFL players of police brutality, racial inequality and other social issues. (AP Photo/Eric Risberg)

Eine Person spaltet die USA: Ein Nike-Werbeplakat mit Colin Kaepernick in San Francisco. Bild: AP/AP

Die Trumps machen sich mit Fotomontage über Nike lustig – doch der Werbeclip schlägt ein 

Nike veröffentlicht den neuen Werbeclip mit Colin Kaepernick. Die View-Zahlen steigen sofort auf Millionenhöhe. War der Deal doch nicht so «dumm», wie es die US-Präsidentenfamilie im Netz verkündet?



Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe. Nike gab diese Woche bekannt, dass Superstar Colin Kaepernick das neue Aushängeschild der Werbekampagne zum 30-jährigen Bestehen des Unternehmens ist. 

Und das ist hochbrisant. Denn Kaepernick ist in den vergangenen zwei Jahren für viele Rechtskonservative in den USA zum Landesverräter avanciert. Der Footballer startete im September 2016 die «Take-a-Knee»-Bewegung und weigerte sich fortan bei der Hymne vor den Spielen aufrecht zu stehen.

Colin Kaepernick kniet sich hin

Der ehemalige Qaurterback der San Francisco 49ers machte damit auf soziale Ungerechtigkeit und Polizeigewalt gegen Schwarze aufmerksam. 

Dies provozierte Donald Trump derart, dass er die Footballspieler, welche sich Kaepernick anschlossen, indirekt als «Hurensöhne» bezeichnete.

Wir erinnern uns: 

abspielen

Video: streamable

Und Trump ist mit seiner Wut auf die Sportler nicht alleine. Als Nike den Deal mit Kaepernick Trump bekannt gab, vernichteten zahlreiche Personen ihre Produkte des Sportartikelherstellers. Auf Twitter teilten aufgebrachte Footballfans, wie sie Socken zerschneiden, T-Shirts in den Müll werfen oder Schuhe verbrennen. Das alles unter dem Hashtag #boycottnike. 

Wenn Nike sich in die Politik einmischt, brennen Schuhe

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Video: watson/Emily Engkent

Trump und Trump Jr. reagieren

Der US-Präsident seinerseits zeigte sich darüber sehr erfreut. Nike werde durch die Boykotte «absolut getötet», frohlockte der US-Präsident auf Twitter. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass die Zuschauerzahlen der NFL ebenfalls gesunken seien. Was übrigens nicht unbedingt auf die «Take-a-Knee»-Proteste zurückzuführen ist.

Auch Donald Trump Jr. konnte das deutliche Statement von Nike nicht auf sich sitzen lassen. Am Mittwoch veröffentlichte der Sohn des Präsidenten auf Instagram eine Fotomontage auf Grundlage der Nike-Kampagne.

Zu sehen ist jedoch nicht Colin Kaepernick, sondern Donald Trump. Darüber geschrieben steht ebenfalls: «Glaube an etwas. Selbst wenn es bedeutet, alles dafür zu opfern.» Auch das Nike-Logo und der Slogan «Just do it» sind an Ort und Stelle.

Unter das Bild schreibt der Präsidentenfilius: «Hier, habe es für euch repariert.» 

Hier zum Vergleich das Original: 

Bereits wenige Stunden zuvor machte sich Trump Jr. auf Instagram über Nike lustig. Der Gipfel der Dummheit im «Anti-America-Movement» sei erreicht, stellte er fest.

Werbevideo geht sofort viral

Ob die Aktion von Nike jedoch wirklich so «dumm» war, wie von den Trumps verbreitet wird, daran darf gezweifelt werden. Denn die Zahlen sprechen zumindest teilweise eine andere Sprache.

Alleine in den ersten 24 Stunden nach Bekanntgabe der Kaepernick-Kampagne erhielt Nike eine Medienpräsenz im Wert von 43 Millionen US-Dollar, wie Bloomberg schreibt. Demnach war rund die Hälfte davon positiv, je ein Viertel neutral oder negativ.

Die Aktie sank bis Mittwochabend zwar deutlich, doch am Donnerstag zeigte sie bereits wieder einen Aufwärtstrend. Trotz des präsidialen «Getting-absolutely-killed»-Tweets.

Grund für den positiven Trend könnte das Werbevideo sein, das gestern veröffentlicht wurde. Alleine auf Youtube hat es in den ersten Stunden bereits über sechs Millionen Views erreicht. Auf Facebook und Instagram steigen die Shares ebenfalls rasant an.

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Der neue Werbeclip von Nike. Video: YouTube/Nike

Die Aufmerksamkeit hat Nike mit dem neuen Werbedeal jedenfalls auf sicher. Auch wenn teilweise negativ über die neue Kampagne berichtet wird, muss das nicht unbedingt schlecht fürs Unternehmen sein. Und das sollte eigentlich niemand besser wissen als Donald Trump selber. So gesehen könnten letzten Endes beide Parteien als Sieger vom Platz gehen.

Die NFL-Saison geht heute Nacht übrigens wieder ohne Kaepernick los ... Alles Wissenswerte erfährst du hier:

Die 13 geilsten NFL-Stadien

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30Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • xname 09.09.2018 16:55
    Highlight Highlight Klasse Mainstream message.
    Wenn, ja wenn es nicht total heuchlerisch wäre.
    Soll Nike mal diese message seinen Arbeitern, die Ihre Produkte herstellen vorspielen.
    Aber jetzt jubelt wieder jeder kopflos, ohne mal an die primitive Doppelmoral zu denken.
    Aber hey, wir sind ja noch die grösseren, intelligenteren Freigeister als die dummen Amis und sowieso besser als Trump. - Oder doch genau gleich?
    Kauft Nike für Euer gutes Gewissen und vergesst, dass es nur manipulative Werbung ist.
    Nichts hinterdenken, konsumieren.
    *Sarkasmus aus
  • Blutgrätscher 07.09.2018 12:35
    Highlight Highlight Eine Werbekampagne zum 30-Jährigen Bestehen des Unternehmens?
    Wie kommt ihr denn darauf?
    Laut Wiki wurde Nike 1964 als Blue Ribbon Sports gegründet und vertrieb ab 1971unter dem Namen Nike ihre eigenen Schuhe.
    Meiner Zeitrechnung nach sind das 54 bzw. 47 Jahre.
  • Ramy 07.09.2018 12:31
    Highlight Highlight Wieviele haben da wohl, nur um den "Trend" zu folgen, noch Nike Produkte gekauft? :D
  • Abdul der Klappstuhl 07.09.2018 09:22
    Highlight Highlight hehe gibt auch gute Parodien- die vom Junior ist ja nicht mal ein wenig kreativ
    Benutzer Bild
  • G. Schmidt 07.09.2018 02:23
    Highlight Highlight Das ist keine Webung mehr, sondern pure Gänsehaut!
    • xname 09.09.2018 16:57
      Highlight Highlight Werbung, die Religion der freien Welt
  • Lucida Sans 07.09.2018 01:01
    Highlight Highlight Verblüffend, mit wie wenig man in den „grossartigen, freiheitsliebenden“ USA zum Landesverräter werden kann.

    Sehen wir zu, dass es bei uns niemals so weit kommt!
  • Namenloses Elend 07.09.2018 00:06
    Highlight Highlight Remember kanye
    Benutzer Bild
  • Ohniznachtisbett 06.09.2018 23:10
    Highlight Highlight Aha... Gute Botschaft. ABER einfach mal den Spiegel vorhalten: Jetzt feiert ihr einen ehemaligen Sportler, der sich zwar engagiert und sich von einem Multinationalen Konzern, wie er grösser nicht sein könnte und nach wie vor in Banghladesh und Vietnam für Hungerlöhne produzieren lässt, seine Rolle als "nichtmehr-Footballer" vergolden lässt. Hmm... Wer der Feind meines Feindes ist, ist mein Freund... Also ihr die immer überall den ersten Stein werft, seid also die gleichen Opportunisten, wie die, denen ihr es immer vorwerft. Just think about it. Und nun: Blitzeeeeeeeee
    • Lew Bronstein 06.09.2018 23:59
      Highlight Highlight Gell, Du hast selber gemerkt, dass Dein Kommentar nicht der Beste ist und hast die Blitze darum schon erwartet.
    • *klippklapp* 07.09.2018 00:28
      Highlight Highlight Bewegungen, Proteste und Wiederstand: alles kann wieder in den kapitalistischen Kreislauf eingespeist werden. Und die Menschen glauben dann wirklich, dass sie etwas Gutes machen, wenn sie Nike kaufen...

      Zumal im Werbespot wiedereinmal der amerikanische Traum promotet wird: wenn ich nur genug will, kann ich alles schaffen.
      Genau diese Vorstellung macht es Minderheiten in den USA zusätzlich schwer, dass ihre Probleme als solches erkannt werden und sie nicht einfach als faul und ambitionslos angesehen werden.
    • ujay 07.09.2018 06:54
      Highlight Highlight @ohni.....Nein, Nike produziert nicht in Bangladesh. Ja, produziert in Vietnam und nein, bezahlt Löhne, die weit über den eines Industriearbeiters in Vietnam liegt. Jeder dort wäre froh, einen dieser Jobs zu erhalten. Apropos Realität.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Torkar 06.09.2018 22:14
    Highlight Highlight Wenn ihr auf Kaepernicks Seite seid, liked das Video auf YouTube...
    All lives matter!
  • Equity 06.09.2018 21:41
    Highlight Highlight Was für eine tolle Werbung!
  • Pasch 06.09.2018 21:29
    Highlight Highlight Die habens einfach drauf und dazu noch ein gut platziertes Statement! Den hier find ich ebenso genial!
    Play Icon
  • äti 06.09.2018 20:43
    Highlight Highlight Logo, mag Trump diesen guten Clip nicht. Da wird nicht einmal geschossen und er kommt auch nicht vor.
  • Miicha 06.09.2018 20:38
    Highlight Highlight I like Nike more now!
  • Klaus07 06.09.2018 20:23
    Highlight Highlight Trump freut sich darüber, wenn ein US Unternehmen boykottiert und „absolut getötet“ wird? Wie soll man nun den Spruch „make America great again“ verstehen?
    • AfterEightUmViertelVorAchtEsser_________________ 07.09.2018 08:37
      Highlight Highlight Trump hat sich auch dafür engagiert, dass die Harleys in Zukunft in Mexiko und Indien hergestellt werden.
  • MrDudley 06.09.2018 20:20
    Highlight Highlight Trump passt doch super zur Nike-Kampagne!

    Du bist leider nur ein kleiner Dummkopf? Das ist doch kein Hindernis. Werde einfach zum Reichsten und Mächtigsten kleinen Dummkopf der Welt! Just do it!

    (Warnung; Diese Vorgehensweise kann zu Brechreiz bei deinen Mitmenschen führen.)
  • Butzdi 06.09.2018 20:09
    Highlight Highlight Hammer Werbung. Ich liebe die Message und die Umsetzung. Wer zu dumm ist, die Message zu verstehen, kann immerhin seine Schuhe verbrennen, für die er bereits bezahlte.
    • Baba 06.09.2018 21:40
      Highlight Highlight Wirklich tolle Werbung von Nike. Die vom bei Papi um Anerkennung winselnden Donny Junior einfach oberbillig.

      Statt zu verbrennen hätten die Schuhe ja einem obdachlosen Veteranen (von denen es trotz einer republikanischen Regierung immer noch tausende gibt) gespendet werden können. Die Republikaner sind ja der Meinung, sie hätten den Respekt für sie Vets erfunden und gepachtet.

      Wenn Dummheit oder Ignoranz schmerzte, würden sich die MAGAts wimmernd am Boden wälzen...
    • kelu77 06.09.2018 22:44
      Highlight Highlight Kommt daher wie eine Werbung von Apple ;-)
    • Baba 07.09.2018 01:03
      Highlight Highlight Hätte heissen sollen: "Die Kopie vom bei Papi um Anerkennung winselnden Donny Junior einfach oberbillig."
  • Roaming212 06.09.2018 20:02
    Highlight Highlight "Superstar". Kaepernick hat erst mit dem Knien angefangen, als er seinen Starting-Platz an einen Backup-QB verloren hatte. Seine beste Zeit als Football-Spieler ist lange her, das ist auch der Grund warum er nicht mehr eingestellt wird. Er hat viel zu hohe Gehaltsforderungen und liefert die Leistungen nicht mehr, aber er schiebt lieber alles auf Rassismus.
    • Vanessa_2107 06.09.2018 20:51
      Highlight Highlight @Roaming - es steht ja noch oben im Text, weshalb er kekniet ist. Was willst du denn mit deinem Kommentar sagen? Dass er gekniet ist, um auf sich aufmerksam zu machen, weil er den Job verloren hat?
  • elco 06.09.2018 19:50
    Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte formuliere deine Kritik sachlich und beachte die Kommentarregeln.

Ein (sonniges) Trump-Foto erhitzt die Gemüter – aber ist es auch echt? 🙈

US-Präsident Donald Trump war gerade von Charlotte im Bundesstaat North Caroline wieder beim Weissen Haus angekommen, als ein Fotograf abdrückte. Das Bild wurde schliesslich auf Twitter von der Seite «White House Photos» veröffentlicht.

Es scheint, als ob der Präsident seine Haare streng zurückgegeelt hat, wobei es laut dem Weissen Haus der Wind war, der für die Frisur gesorgt haben soll. Zudem wirkt Trumps Teint irgendwie ungleichmässig. Doch seht selbst:

Kurze Zeit später wurde auch noch eine …

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