Wirtschaft
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
BALTIMORE, MD - MAY 17: A fan holds an American flag in the infield prior to the 139th running of the Preakness Stakes at Pimlico Race Course on May 17, 2014 in Baltimore, Maryland.   Patrick Smith/Getty Images/AFP
== FOR NEWSPAPERS, INTERNET, TELCOS & TELEVISION USE ONLY ==

Bild: GETTY IMAGES NORTH AMERICA

Ernüchternder Befund

Warum die USA die Bezeichnung «Demokratie» nicht mehr verdienen

Die normalen US-Bürger verlieren immer mehr an politischem Einfluss. Das ist der Befund einer Studie zweier renommierter Universitäten. Die grösste Demokratie der Welt werde zunehmend von einer reichen Elite bestimmt.



In einer grossangelegten Studie kamen die Princeton University und die Northwestern University zu einem überraschenden und erschreckenden Ergebnis: Die USA werden von einer kleinen, reichen Elite regiert. Der Durchschnittsbürger hingegen hat so gut wie keinen Einfluss auf die Politik des Landes, heisst es. 

Für die Studie haben Prof. Martin Gilens und Prof. Benjamin I. Page 1779 Gesetzesinitiativen aus den Jahren 1982 bis 2002 auf die Frage hin untersucht, ob die Vorstellungen der Bevölkerungsmehrheit durch die Politik berücksichtigt werden.

Die Wissenschaftler haben zu diesem Zweck die Gesetzesinitiativen mit den Präferenzen von vier verschiedenen Gruppen abgeglichen: 

Durchschnittliche Bürger haben keinen Einfluss mehr

Das Ergebnis: In vielen Fällen hat die US-Regierung entgegen den Wünschen der Bevölkerung gehandelt. Die Forscher schreiben in ihrer Arbeit: «Die Wirtschaftselite sowie die organisierten wirtschaftlichen Interessengruppen haben substanziellen Einfluss auf die US-Regierung. Derweil haben massenorientierte Interessengruppen sowie durchschnittliche Bürger nur wenig oder keinen Einfluss.»

Und die Autoren fahren weiter: «Wenn die politische Machtausübung ausschliesslich durch mächtige Wirtschaftsorganisationen und eine kleine Zahl von wohlhabenden Bürgern erfolgt, kann Amerika kaum noch behaupten, eine demokratische Gesellschaft zu sein.»

Eine Begründung für die Resultate sieht Gilens in der Rolle des Geldes im Wirtschaftssystem der USA. Ausserdem seien Gewerkschaften zunehmend unbedeutend geworden und es gebe weder Parteien noch Interessenverbände, die sich wirklich für die Anliegen der Bürger einsetzen.

«Wie Russland»

Der US-Journalist Eric Zuess ist von den Ergebnissen nicht überrascht. «Die amerikanische Demokratie ist reine Augenwischerei, egal wie sehr sie von den Oligarchen, die das Land regieren, aufgepumpt wird», schreibt er für das Investigativportal Counterpunch. «Die USA sind, anders formuliert, im Grunde so ähnlich wie Russland», schreibt Zuess. Das sei nicht immer so gewesen.

egg via huffingtonpost

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Ökonomen haben's berechnet: Leben retten lohnt sich auch wirtschaftlich

Bisher fuhr der Bundesrat im Nebel, wenn es um eine Abwägung der Massnahmen gegenüber den wirtschaftlichen Kosten ging. Nun legen die Ökonomen der Taskforce eine Berechnung vor, die zeigt: Strengere Massnahmen lohnen sich auf allen Ebenen.

Seit Wochen erklären es die Ökonominnen und Ökonomen der Science Taskforce des Bundesrates mantraartig: Härtere Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus verhindern nicht nur Tote und schwere Krankheitsverläufe, sondern machen auch wirtschaftlich Sinn.

In einer Pressekonferenz sagte Monika Bütler, Ökonomin und Taskforce-Mitglied: «Die Übersterblichkeit führt zu hohen Kosten, selbst wenn ein drohender Kollaps des Gesundheitssystems vermieden werden kann.» Selbst bei konservativen …

Artikel lesen
Link zum Artikel