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Bild: GETTY IMAGES NORTH AMERICA
Ernüchternder Befund

Warum die USA die Bezeichnung «Demokratie» nicht mehr verdienen

Die normalen US-Bürger verlieren immer mehr an politischem Einfluss. Das ist der Befund einer Studie zweier renommierter Universitäten. Die grösste Demokratie der Welt werde zunehmend von einer reichen Elite bestimmt.
17.05.2014, 21:3418.05.2014, 17:35

In einer grossangelegten Studie kamen die Princeton University und die Northwestern University zu einem überraschenden und erschreckenden Ergebnis: Die USA werden von einer kleinen, reichen Elite regiert. Der Durchschnittsbürger hingegen hat so gut wie keinen Einfluss auf die Politik des Landes, heisst es. 

Für die Studie haben Prof. Martin Gilens und Prof. Benjamin I. Page 1779 Gesetzesinitiativen aus den Jahren 1982 bis 2002 auf die Frage hin untersucht, ob die Vorstellungen der Bevölkerungsmehrheit durch die Politik berücksichtigt werden.

Die Wissenschaftler haben zu diesem Zweck die Gesetzesinitiativen mit den Präferenzen von vier verschiedenen Gruppen abgeglichen: 

  • den Durchschnittsbürgern
  • den Wirtschaftseliten
  • den Interessengruppen, die verschiedene Wählerbedürfnisse vertreten
  • den Gruppierungen, die wirtschaftliche und politische Interessen vertreten (Verbände)

Durchschnittliche Bürger haben keinen Einfluss mehr

Das Ergebnis: In vielen Fällen hat die US-Regierung entgegen den Wünschen der Bevölkerung gehandelt. Die Forscher schreiben in ihrer Arbeit: «Die Wirtschaftselite sowie die organisierten wirtschaftlichen Interessengruppen haben substanziellen Einfluss auf die US-Regierung. Derweil haben massenorientierte Interessengruppen sowie durchschnittliche Bürger nur wenig oder keinen Einfluss.»

Und die Autoren fahren weiter: «Wenn die politische Machtausübung ausschliesslich durch mächtige Wirtschaftsorganisationen und eine kleine Zahl von wohlhabenden Bürgern erfolgt, kann Amerika kaum noch behaupten, eine demokratische Gesellschaft zu sein.»

Eine Begründung für die Resultate sieht Gilens in der Rolle des Geldes im Wirtschaftssystem der USA. Ausserdem seien Gewerkschaften zunehmend unbedeutend geworden und es gebe weder Parteien noch Interessenverbände, die sich wirklich für die Anliegen der Bürger einsetzen.

«Wie Russland»

Der US-Journalist Eric Zuess ist von den Ergebnissen nicht überrascht. «Die amerikanische Demokratie ist reine Augenwischerei, egal wie sehr sie von den Oligarchen, die das Land regieren, aufgepumpt wird», schreibt er für das Investigativportal Counterpunch. «Die USA sind, anders formuliert, im Grunde so ähnlich wie Russland», schreibt Zuess. Das sei nicht immer so gewesen.

egg via huffingtonpost

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