Wissen

So gut wie Antibiotika: ETH entdeckt schlagkräftigen Wirkstoff

bekannter Wirkstoff, neuer Wirkkreis

So gut wie Antibiotika: ETH entdeckt schlagkräftigen Wirkstoff

11.02.2014, 17:1311.02.2014, 17:13
Die Enzymoberfläche erscheint grau, das Kohlenstoffgerüst des Pseudilins grün. 
Die Enzymoberfläche erscheint grau, das Kohlenstoffgerüst des Pseudilins grün. Bild:ETH

Bereits in den 60er Jahren wurden die sogenannten Pseudiline aus einem Meeresbakterium isoliert. Heute, mehr als 50 Jahre später, entdecken Forscher der ETH Zürich ihre überraschenden Wirkmechanismen. Sowohl Malariaerreger als auch Unkräuter könnten damit bekämpft werden, beschreibt eine in der Fachzeitschrift «Angewandte Chemie» veröffentlichte Studie.

Die Pseudiline greifen in einen Stoffwechselvorgang ein, in dem Pflanzen und verschiedene Einzeller – wie die Erreger von Malaria und Tuberkulose – für sie überlebenswichtige Stoffe herstellen. Bricht dieser Syntheseweg zusammen, stirbt der betroffene Organismus ab. Unkrautmittel machen sich das zunutze, indem sie das erste Enzym blockieren, das an der Synthese beteiligt ist. Antibiotika blockieren das zweite Enzym. Das dritte Enzym könnte nun durch die Pseudiline gehemmt werden. 

Die Substanzen sind ein Hoffnungsschimmer im Kampf gegen Unkräuter und Krankheiten, die gegen gängige Mittel resistent werden. Doch zu viel Hoffnung will Studienleiter François Diederich nicht machen: «Von 1900 Ideen, die in die Produktepipeline gelangen, werden laut einer Untersuchung der Universität St. Gallen nur 50 erfolgreich auf den Markt gebracht», sagt er. (rar/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Themen
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Noch nie haben Menschen die Mondrückseite so gesehen wie die «Artemis 2»-Crew
Die «Orion»-Kapsel mit der Crew der «Artemis 2»-Mission hat die Rückseite des Mondes überflogen und dabei Aufnahmen unseres Trabanten gemacht, wie es sie zuvor noch nie gab.
Gut die Hälfte der neuntägigen «Artemis 2»-Mission hat die vierköpfige Crew in der Raumkapsel Orion mittlerweile hinter sich. Kommandant Reid Wiseman, Pilot Victor Glover und die Missionsspezialisten Christina Koch und Jeremy Hansen haben bereits Rekorde gebrochen – nie zuvor waren Menschen weiter von ihrem Heimatplaneten entfernt –, und sie haben den Mond so gesehen wie noch nie jemand vor ihnen. Bei ihrem Flug um die Rückseite unseres Trabanten näherten sie sich ihm auf rund 6545 Kilometer; näher werden sie ihm zu keinem anderen Zeitpunkt ihrer Mission kommen.
Zur Story