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Guter Tipp

Fehlalarm

Und schon wieder wurde ein Yeti nicht entdeckt – obwohl dies durchaus möglich wäre

Yeti-Spuren auf Eis. Bild: Shutterstock



Yeti, Bigfoot und Almasty wurden schon oft gesichtet, vermeintlich jedenfalls. Denn jedes Mal haben genetische Untersuchungen von Haarproben ergeben, dass es sich dabei nicht um anomale Primaten gehandelt hat. Sondern um Säugetiere, die uns sehr wohl bekannt sind. 

Dies berichtet ein internationales Wissenschaftlerteam in den«Proceedings B» der britischen Royal Society. Der britische Humangenetiker Bryan Sykes von der Universität Oxford und seine Mitarbeiter hatten das Erbgut von 30 Haarproben analysiert.

Die Proben kamen aus Museen oder von Privatleuten und sollten vom Yeti, von Bigfoot, Almasty und einem in Sumatra gesichteten, kleinem Primaten namens Orang Pendek stammen. Die Forscher konnten alle rätselhaften Wesen entmystifizieren: Sie entpuppten sich als Eis-, Braun- oder Schwarzbären, Pferd, Kuh, Waschbär, Wolf, Hirsch und in einem Fall sogar als Mensch.

What some believe to be a female Sasquatch running out of a stream bed in the Six Rivers National Forest in northern California is seen in this frame taken from a piece of 16mm footage taken by Roger Patterson and Bob Gimlin in 1967 during a horseback search for Bigfoot. Sasquatch might be from outer space, at least that's the theory being put forth by Erik Beckjord of the San Francisco based Sasquatch Research Project. Beckjord contends the proof can be found in a metal cylinder, roughly the same sizeand shape as a 16-ounce can of beer, on Bigfoot's right arm shown in this frame taken from the famous Patterson film. (KEYSTONE/AP Photo/Sasquatch Research Project/Roger Patterson and Bob Gimlin )    === FRAME OF the 1967 Patterson-Gimlin film ===

Ist es Bigfoot? Ist es ein Bär? Ist es ein Mensch? Bild: AP SASQUATCH RESEARCH PROJECT

Kein gewöhnlicher Bär

Ein Rätsel aber bleibt: Einige Erbgut-Sequenzen von zwei Haarproben aus Indien und Bhutan zeigten eine Übereinstimmung mit dem Erbgut eines Eisbären aus dem Pleistozän, der vor etwa 40'000 Jahren lebte. Ähnlichkeit mit dem Erbgut heute lebender Eisbären fanden die Forscher nicht.

Die eine, goldbraun schimmernde Haarprobe stammte von einem Tier, das ein Jäger vor etwa 40 Jahren in Indien erschossen hatte. Dem Jäger zufolge soll sich das Tier ganz anders als ein gewöhnlicher Bär verhalten haben. Die zweite rötlich-braune Probe stammte aus einem Bambuswald in Bhutan und soll von einem Migyhur stammen, dem Yeti-Äquivalent in Bhutan.

Das betreffende DNA-Segment sei nur sehr kurz, wenngleich es in einer sehr stark konservierten Region des Erbguts liege. Das Ergebnis sollte deshalb als vorläufig betrachtet werden, schreiben die Wissenschaftler. Womöglich handele es sich um eine bisher unbekannte Bärenart oder um Nachkommen eines Hybrids aus Braun- und Eisbär, der bereits kurz nach der Aufspaltung der Arten aus ihrem gemeinsamen Vorgänger entstanden ist.

Und doch könnte es Yeti geben

Mit Ausnahme dieser zwei Proben hätten alle Haare einem bekannten Säugetier zugeordnet werden können, schreiben die Forscher. Es sei wichtig im Kopf zu behalten, dass die Abwesenheit eines Beweises nicht der Beweis der Abwesenheit ist und die Existenz anomaler Primaten mit dieser Studie nicht völlig ausgeschlossen werden könne.

** THE ASSOCIATED PRESS CANNOT AUTHENTICATE THE CONTENT OF THESE IMAGES; PRINT USE BY AP MEMBER NEWSPAPERS ONLY; INTERNET USE BY AP MEMBER NEWSPAPERS, GOOGLE AND YAHOO ONLY; ONE TIME USE ONLY; MAGS OUT; TV OUT; FOR SALES INQUIRIES CALL JONATHAN MARS AT AP IMAGES ON 212 621 1835 ** This image provided Monday, Oct. 29, 2007 by hunter Rick Jacobs shows an image taken by a camera with an automatic trigger set up in Pennsylvania's Allegheny National Forest on Sept. 16, 2007.  The only thing certain about the critter photographed by a hunter's camera is that some people have gotten the notion it could be a Sasquatch, or bigfoot. Others say it's just a bear with a bad skin infection. (AP Photo/Rick Jacobs)

Während die einen auf diesem Bild einen Yeti entdecken, sehen andere lediglich einen Bären mit einem Hautausschlag. Bild: AP Rick Jacobs RVSHR

Dennoch könnten Kryptozoologen, die an Bigfoot und Co. glauben, nun nicht mehr behaupten, dass sie von der Wissenschaft nicht ernst genommen werden. Es sei nun an ihnen, überzeugende Beweise für die Existenz der Wesen zu liefern.

Und wenn es doch mal zu einer Konfrontation kommt?

Im Himalaya ist der Yeti tief verwurzelt in der Kultur der dort lebenden Völker. Für Bhutaner wie den Schriftsteller Tsering Tashi ist die Kreatur sieben Fuss gross, stinkt und ist sehr gefährlich. «Wer einen weiblichen Yeti sieht, sollte bergab rennen», rät er in «Mythen und Erinnerungen». Denn die hängenden Brüste hinderten das Weibchen daran, schnell hinab zu laufen. Wer jedoch einen männlichen Yeti sehe, solle bergauf rennen, da das lange Haar die Verfolgung verlangsame.

Bigfoot-Schwindel

** FILE ** This is a 1977 still photo made from a 16mm film made by Ivan Marx reportedly showing the legendary Bigfoot cavorting in the hills of northern California. The man whose prank launched the

Ray Wallace als Bigfoot. Bild: AP

In den USA flog 2002 nach dem Tod des Amerikaners Ray Wallace ein grosser Bigfoot-Schwindel auf. Sein Vater habe Monsterspuren mit einer 40 Zentimeter langen Holzschablone gelegt, gestand dessen Sohn Michael Wallace. Er habe auch unscharfe Fotos und Tonaufnahmen mit angeblichen Geräuschen der Kreatur angefertigt. Wallace habe Helfer gehabt, die für die Fotos einen Zottelpelz anzogen. 

(sda/dpa/lue)

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