Wissen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

74'000 Tonnen freigesetzt

Ein von der NASA zur Verfuegung gestelltes Bild der Ozonueberwachungsinstrumente an Bord des Satelitten Aura zeigt die Ausdehnung des Ozonlochs ueber der Antarktis am 24. September 2006. Das Ozonloch ueber der Antarktis ist in diesem Jahr um rund 30 Prozent geschrumpft. Wie die Europaeische Weltraumbehoerde ESA in Paris berichtete, sind dafuer vor allem natuerliche Schwankungen von Temperatur und Winden verantwortlich. Die Ausmasse des Ozonlochs sind allerdings noch immer gewaltig. Es betrug nach Messungen des ESA-Umweltsatelliten Envisat im vergangenen Sommer 24,7 Millionen Quadratkilometer, was in etwa der Flaeche von Nordamerika entspricht. (AP Photo/NASA) --- ** FILE ** This image provided by NASA was compiled by the Ozone Monitoring Instrument on NASA's Aura satellite from Sept. 21-30, 2006 the average area of the ozone hole was the largest ever observed, at 10.6 million square miles government scientists said Thursday Oct. 19, 2006. This image, from Sept. 24, the Antarctic ozone hole was equal to the record single-day largest area of 11.4 million square miles, reached on Sept. 9, 2000. (AP Photo/NASA)

Ausdehnung des Ozonlochs über der Antarktis Bild: AP NASA

Forscher finden neue Ozonkiller in der Atmosphäre



Ein internationales Forscherteam mit Schweizer Beteiligung hat vier neue menschengemachte Gase in der Atmosphäre gefunden, die die Ozonschicht zerstören. Mehr als 74'000 Tonnen davon wurden freigesetzt, berichteten sie am Sonntag im Fachblatt «Nature Geoscience». Es handelt sich dabei um verschiedene Fluorchlor-Kohlenwasserstoffe (FCKW), wie sie früher häufig in diversen Haushaltsgeräten eingesetzt worden sind. Ein internationales Abkommen verbietet ihren Einsatz. 

epa03764706 Cyclists wait at a junction near the China Central Television (CCTV) Tower as smog engulfs the city of Beijing, China, 28 June 2013. Thick smog envelops the Chinese capital 28 June where air quality is rated as 'hazardous' with a PM2.5 fine-particle pollutants reading of 406 and ozone level of 438 at 9pm, Beijing time according to air pollution readings by monitors installed in the US embassy.  EPA/HOW HWEE YOUNG

Smog umhüllt die chinesische Hauptstadt Peking.  Bild: EPA

Sie tauchten seit den 1960er Jahren in der Atmosphäre auf, schreibt das Team um Johannes Laube von der britischen University of East Anglia. Somit müssten sie menschlichen Ursprungs sein. Die Messungen zeigen, dass die vier neuen Gase erst vor kurzem in die Atmosphäre gelangt sind. Zwei davon reichern sich bis heute deutlich an, wie die Hochschule in einer Mitteilung schrieb. Dies sei der höchste Anstieg seit der Regulierung der FCKW in den 1990er Jahren – auch wenn er klein sei im Vergleich zur Million Tonnen, die noch in den 1980ern freigesetzt wurden. 

Verbotene Substanzen

Die Zunahme stehe im Widerspruch zum Montreal Protokoll von 1989, das auf einen stufenweisen Ausstieg von ozonschädigenden Substanzen abzielt, hiess es in der Mitteilung. Ein vollständiges Verbot folgte 2010. Die neuen Gase fielen ebenfalls unter das Protokoll, schreiben die Forscher. Woher die Gase stammen, wissen sie nicht. Sie vermuten, dass sie als Chemierohstoffe für die Insektizidproduktion oder als Lösungsmittel zur Reinigung von Elektronik dienen könnten. «In Anbetracht der Tatsache, dass zwei der Substanzen in den letzten Jahren zunahmen, könnte es an Zeit sein, ihre Herkunft zu untersuchen.» 

Bild

Bild: Wikipedia

Ozonbelastung

Aktuelle Ozonbelastung in der Schweiz. Bild: ozon-info.ch

Da FCKW nur langsam abgebaut werden, würden sie noch für Jahrzehnte in der Atmosphäre bleiben. Die Forscher haben für die Studie heutige Luftproben mit Luftblasen verglichen, die in Eisbohrkernen aus Grönland eingeschlossen sind. Sie schauten sich auch Luftproben an, die zwischen 1978 und 2012 im relativ unverschmutzten Tasmanien gesammelt worden waren.

Eisbohrkerne sind ein jahrhundertealtes Archiv der Erdatmosphäre. Der an der Arbeit beteiligte Physiker Jakob Schwander von der Uni Bern ist ein führender Spezialist für ihre Gewinnung. (dwi/sda)

Ozonloch

Das Ozonloch ist eine starke Ausdünnung der Ozonschicht insbesondere über der Antarktis. Ursache der Ozonzerstörung sind hauptsächlich Chloratome aus Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW). Distickstoffmonoxid («Lachgas») hat FCKW als bedeutendste Quelle ozonschädlicher Emissionen des 21. Jahrhunderts abgelöst. Dies dürfte sich nun wieder ändern.

Quelle: Wikipedia

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Themen

Fast eine halbe Million Babys starben 2019 an Luftverschmutzung

Durch die globale Luftverschmutzung sind laut einer Studie im vergangenen Jahr weltweit fast eine halbe Million Säuglinge gestorben. Am gravierendsten sei das Problem in Indien und Subsahara-Afrika. Generell ist Luftverschmutzung die vierthäufigste Todesursache.

So heisst es in der Studie der US-Forschungszentren Health Effects Institute und Institute for Health Metrics and Evaluation. Für zwei Drittel der Todesfälle waren demnach giftige Dämpfe aus zum Kochen verwendeten Brennstoffen …

Artikel lesen
Link zum Artikel