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Nicht Wasser, sondern Trockeneis könnte die Rinnen auf dem Mars geformt haben



Rinnen auf dem Mars gelten als Beleg für fliessendes Wasser, das einst über den Planeten floss. Französische Forscher schlagen nun eine andere Erklärung vor: Demnach könnten die Rinnen zumindest mancherorts durch gefrorenes Kohlendioxid entstanden sein.

Die auffälligen Abflussrinnen an manchen Berghängen auf dem Mars müssen nicht unbedingt von fliessendem Wasser stammen. Stattdessen könnten sie von verdampfendem Trockeneis geformt worden sein, wie Cedric Pilorget und François Forget vom französischen Forschungszentrum CNRS im britischen Fachblatt «Nature Geoscience» berichten. Trockeneis ist gefrorenes Kohlendioxid, das den Hauptbestandteil der Marsatmosphäre bildet.

An Berghängen in den mittleren Breiten des Roten Planeten haben Raumsonden zahlreiche Strukturen entdeckt, die Abflussrinnen an irdischen Hängen gleichen. Allerdings seien Tausende Kubikmeter Wasser nötig, um derartige Rinnen zu formen, betont Colin Dundas von der US-Geologie-Behörde, dem U.S. Geological Survey, in einem Begleitkommentar in «Nature Geoscience».

Dark, narrow, 100 meter-long streaks on Mars inferred to have been formed by contemporary flowing water are seen in an image produced by NASA, the Jet Propulsion Laboratory (JPL) and the University of Arizona. Scientists have found the first evidence that briny water may flow on the surface of Mars during the planet's summer months, a paper published on Monday showed.  NASA/JPL/University of Arizona/Handout  THIS IMAGE HAS BEEN SUPPLIED BY A THIRD PARTY. IT IS DISTRIBUTED, EXACTLY AS RECEIVED BY REUTERS, AS A SERVICE TO CLIENTS. FOR EDITORIAL USE ONLY. NOT FOR SALE FOR MARKETING OR ADVERTISING CAMPAIGNS     SEARCH - PICTURES OF THE YEAR 2015 - FOR ALL IMAGES      TPX IMAGES OF THE DAY

Um diese Rinnen geht auf dem Mars geht es.
Bild: NASA/REUTERS

Zu kalt für flüssiges Wasser

Die Marsrinnen sind mit einem Alter von höchstens einer Million Jahren jedoch geologisch sehr jung. Das Marsklima in dieser Zeit war durchgehend zu kalt, um solche grossen Mengen flüssigen Wassers zu erlauben. Die Entstehung der Rinnen ist daher ein Rätsel.

Pilorget und Forget schlagen nun ein alternatives Entstehungsszenario vor: Mars durchläuft ähnliche Jahreszeiten wie die Erde. Wenn es auf dem Roten Planeten kälter wird, gefriert Kohlendioxid aus der Marsluft und legt sich als Trockeneis auf den Boden. Dabei können dicke, durchsichtige Platten entstehen.

Sobald die Temperaturen wieder steigen, lässt die Sonne das Trockeneis verdampfen, die Forscher nennen diesen Vorgang sublimieren – das Eis wird dabei direkt gasförmig, ohne eine flüssige Phase zu durchlaufen.

Boden unter Druck destabilisiert

Unter den Trockeneisplatten kann sich im porösen, mit gefrorenem Kohlendioxid gefüllten Boden ein erheblicher Druck aufbauen, der den Boden schliesslich destabilisieren und zum Fliessen bringen kann. Auf diese Weise könnten die Rinnen auch ohne Wasser entstanden sein, argumentieren die Forscher. Simulationsrechnungen unterstützen dieses Szenario.

Zwar gebe es auch einige Rinnen an Orten auf dem Mars, an denen das Trockeneis-Modell eher unwahrscheinlich sei, erläutert Dundas. Das schliesse dieses Szenario jedoch nicht aus. Die Untersuchung der Marsrinnen zeige jedenfalls eindrücklich, dass dieselben Landformen von unterschiedlichen Prozessen gebildet werden könnten.

(sda/dpa)

Eis in der Wüste

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