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Riesenstern Beteigeuze – Spekulationen über seine Explosion

Beteigeuze
Der Rote Überriese Betelgeuse hat etwa den tausendfachen Durchmesser unserer Sonne. Bild: Shutterstock

Riesenstern Betelgeuse schwächelt – das nährt Spekulationen über seine Explosion

Das Ende von Betelgeuse wäre von der Erde aus gut zu sehen: Der sterbende Riesenstern könnte dann so hell leuchten wie ein Vollmond. Auffällige Messungen haben Spekulationen darüber angeheizt, dass es bald soweit sein könnte – «bald» allerdings in astronomischem Massstab.
08.01.2020, 21:0509.01.2020, 14:31
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Astronomen rätseln über eine aussergewöhnliche Schwächeperiode des Roten Riesen Betelgeuse im Sternbild Orion. Die Helligkeit der Riesensonne hat sich seit Oktober mehr als halbiert. Die genaue Ursache für den starken Helligkeitsabfall sei nicht bekannt, erläuterte der Sternforscher Thomas Janka vom Max-Planck-Institut für Astrophysik in Garching bei München. Als Anzeichen für eine unmittelbar bevorstehende Supernova-Explosion des Sterns, über die im Internet spekuliert worden war, sieht der Wissenschaftler das Phänomen nicht.

Betelgeuse bildet die Schulter des Himmelsjägers Orion und ist der zweithellste Stern dieser Konstellation. Er ist mit blossem Auge als heller roter Punkt erkennbar. Der Riesenstern besitzt etwa die zwanzigfache Masse und rund den tausendfachen Durchmesser unserer Sonne.

Sternbild Orion mit Beteigeuze
Betelgeuse ist der Schulterstern des Orion.Bild: Shutterstock

Die Helligkeit des Roten Riesen schwankt in zwei unregelmässigen Zyklen, die jeweils knapp sechs Jahre und etwa 425 Tagen dauern. «Wir wissen nicht genau, was die Variabilität von Betelgeuse ausmacht», erläuterte Janka. Möglicherweise schluckten unter anderem vom Stern ins All geblasene Materiewolken vorübergehend das Licht der Riesensonne.

Im Dezember hatten Forscher um Edward Guinan von der Villanova-Universität in den USA die geringste Helligkeit von Betelgeuse seit den ersten derartigen Messungen vor knapp hundert Jahren gemeldet. Die auffällige Schwächeperiode scheine daher zu rühren, dass beide beobachteten Aktivitätszyklen des Sterns gleichzeitig ein teils ungewöhnlich tiefes Minimum erreicht hätten, schrieben die Forscher im «Astronomer’s Telegram».

Geringe Lebenserwartung

Da Betelgeuse seinen Vorrat extrem schnell verbrennt, hat der Rote Riese eine vergleichsweise geringe Lebenserwartung: Obwohl er erst etwa acht Millionen Jahre alt ist, wird er bald als Supernova explodieren. «Bald» bedeutet in astronomischen Massstäben allerdings irgendwann in den kommenden 100'000 Jahren. Da Betelgeuse nur etwa 600 Lichtjahre entfernt ist, wird diese Supernova am irdischen Himmel Schätzungen zufolge so hell sein wie der Vollmond und auch am Tag sichtbar sein.

Spekulationen hatten den jetzt beobachteten aussergewöhnlichen Helligkeitsverlust als möglichen Vorboten einer solchen Supernova gedeutet. Das ist nach Jankas Worten jedoch nicht plausibel. Der Grund sei eine Entkopplung der Sternhülle von seinem Kern. «Die Helligkeit der Hülle ist unabhängig vom Kern», erläuterte der Astrophysiker. Wenn sich überhaupt eine Veränderung bemerkbar mache, sei eher zu erwarten, dass der Rote Riese vor einer Supernova-Explosion heller werde.

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Zeitpunkt völlig unklar

«Betelgeuse ist ein Supernova-Kandidat, aber wann es soweit ist, lässt sich momentan nicht vorhersehen», so Janka. «Es kann in ein paar Jahren, in ein paar Jahrhunderten oder in ein paar Jahrtausenden soweit sein.»

Betelgeuse kann – je nach Aktivitätsschwankung – der zehnthellste Stern am irdischen Firmament sein und hat unter anderem zahlreiche Autoren inspiriert. So ist Betelgeuse in der Romanreihe «Per Anhalter durch die Galaxis» von Douglas Adams das Heimatsystem der Protagonisten Ford Prefect und Zaphod Beeblebrox. Auf einem fiktiven Planeten um Betelgeuse spielt zudem Pierre Boulles mehrfach verfilmtes Buch «Der Planet der Affen». Und der deutsche Schriftsteller Arno Schmidt bezieht sich in den physikalischen Abhandlungen seiner Erzählung «Leviathan» auf Betelgeuse. (sda/dpa)

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10 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Zeit_Genosse
09.01.2020 01:54registriert Februar 2014
Wir sprechen von einer Beobachtung die 600 Jahre alt ist und wissen nicht was dort „Jetzt“ passiert. Das weil das Licht oder auch Radiowellen 600 Jahre brauchen um bei uns anzukommen.
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