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Wenn Autofahrer Gefühle zeigen, dann sehen sie so aus. Aber warum?

Eine der sieben menschlichen Grundemotionen: Wut.
Eine der sieben menschlichen Grundemotionen: Wut.Bild: Shutterstock
Gefühlsdetektor

Wenn Autofahrer Gefühle zeigen, dann sehen sie so aus. Aber warum?

14.03.2014, 07:1914.03.2014, 13:26

Forscher der ETH-Lausanne (EPFL) haben einen Detektor für die Gefühle von Autolenkern entwickelt. Der Prototyp konnte wütende Gesichter in den meisten Fällen von angeekelten unterscheiden, wie die EPFL am Donnerstag mitteilte.

Die Technologie erlaube es heute, anhand von Gesichtsausdrücken sieben Emotionen zu unterscheiden: Angst, Wut, Freude, Trauer, Ekel, Überraschung und Verachtung. Dies könne zum Beispiel bei Videogames, in der Medizin oder gar im Strassenverkehr nützlich sein.  

Nun hat das Team um Jean-Philippe Thiran vom Labor für Signalverarbeitung der EPFL in Zusammenarbeit mit PSA Peugeot Citroën erstmals einen Prototypen für einen Gefühlsdetektor gebaut. Dafür wird eine Infrarotkamera hinter dem Lenkrad platziert und mit einem lernfähigen Computersystem verbunden. 

Die sieben Grundemotionen im Bild

Lernfähiges System

Für die ersten Versuche beschränkten sich die Forscher auf die Emotionen Wut und Ekel, deren Gesichtsausdrücke sich gleichen. Mit einer Serie von Fotos «lernte» das System, die Ausdrücke anhand der Positionen von Augen, Augenbrauen, Nase und Mund zu unterscheiden. Dann wurde es an Videos von Freiwilligen getestet, die im Büro und in einem Versuchsauto aufgezeichnet worden waren. 

«In den meisten Fällen konnte das System den Ärger identifizieren», schrieb die EPFL. Wo das misslang, habe dies daran gelegen, dass die Gesichtsausdrücke für Wut individuell sehr verschieden seien. Diese Variabilität sei immer noch die grosse Schwierigkeit der Gefühlserkennung. 

Die Forscher wollen das System nun so weiterentwickeln, dass eine autodidaktische Mensch-Maschine-Schnittstelle oder ein leistungsfähigeres Rechenmodell für Gesichtserkennung daraus entsteht. Parallel dazu haben die Forscher auch eine Erkennungsmethode für Müdigkeit entwickelt. Diese basiert auf dem Prozentsatz der Zeit, in der die Augenlider geschlossen sind. Die Forscher wollen weitere Detektoren für Ablenkung und das Lippenlesen entwickeln. (dhr/sda)

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