wechselnd bewölkt
DE | FR
51
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Wissen
Coronavirus

Macht Covid-19 unfruchtbar? Was bisher bekannt ist

Macht eine Covid-19-Erkrankung unfruchtbar? Was bisher bekannt ist

Nicht nur Lunge, Herz und Gehirn können bei einer Covid-19-Erkrankung betroffen sein. Nach aktuellen Studien ist nicht ausgeschlossen, dass das Virus auch die männlichen Fortpflanzungsorgane angreift. 
21.09.2021, 12:24
Melanie Rannow / t-online
Human sperm, computer artwork.
Corona könnte auch die Hoden angreifen.Bild: Science Photo Library RF
Ein Artikel von
t-online

Eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 kann verschiedene Organe beeinträchtigen. Vor diesem Hintergrund haben Forscher des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) und der US-amerikanischen Cornell University zelluläre Faktoren untersucht, die für eine Infektion von Bedeutung sein könnten.

Dabei stellten sie fest, dass es sogenannte «Hotspots» im menschlichen Körper gibt – darunter Darm, Leber, Nieren und auch Hoden.

Corona-Infektion kann Spermienqualität mindern

«SARS-CoV-2 infiziert nicht nur die Atemwege, sondern hat das Potenzial, viele andere Organe im Körper zu beeinträchtigen. Selbst wenn das Virus zuerst das Atmungssystem infiziert, ist es wichtig, vorhersagen zu können, wohin es als nächstes gehen könnte», erläutert Dr. Vikas Bansal, Datenwissenschaftler am DZNE-Standort Tübingen.

Warum die Covid-19 Impfung nicht unfruchtbar macht – in 2 Punkten

Video: watson/Aya Baalbaki

Den Studienautoren zufolge nutzt das Coronavirus zum Eintritt in menschliche Zellen vor allem sogenannte ACE2-Rezeptoren. Diese sind im Körper an vielen Stellen zu finden – unter anderem auch in den männlichen Fortpflanzungsorganen. Dort verfügen Vorläuferzellen von Spermien und bestimmte Zellen zur Spermienreifung über die eben genannten Rezeptoren. Es sei daher naheliegend, dass Covid-19  auch die Spermienqualität beeinflussen könnte. Die Ergebnisse wurden bereits 2020 im Fachmagazin «Cell Reports» veröffentlicht.

Die Vermutung, dass eine Corona-Infektion unfruchtbar machen könnte, ist nicht neu und taucht seit Beginn der Pandemie immer wieder auf. Unter dem Hashtag #Hodencovid wurde in den sozialen Netzwerken spekuliert, wie gefährlich das Coronavirus für die Hoden ist. Der Begriff gilt allerdings als umstritten und wird von den meisten Experten abgelehnt.

Greift Corona die Hoden an?

Von anderen Viruserkrankungen wie Mumps ist ebenfalls bekannt, dass der Erreger die Hoden befallen kann. Auch bei SARS wurden bei einigen Patienten Hodenentzündungen diagnostiziert. Zu Covid-19 gibt es bisher nur vereinzelte Studien, die konkrete Hinweise darauf liefern.

So berichteten bereits Ende 2020 Reproduktionsmediziner davon, Viruspartikel in den Hoden sowie in den Keimzellen, aus denen sich die Spermien bilden, gefunden zu haben. Darunter auch das Spike-Protein, mit dem sich das Coronavirus Zugang zu den Zellen verschafft. Dafür entnahmen die Forscher Proben von fünf Covid-Verstorbenen im Alter zwischen 51 und 83 Jahren.

«Unsere Ergebnisse liefern Beweise dafür, dass SARS-CoV-2 die Hoden und die Keimzellen infizieren können, was auf möglichen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die Spermatogenese und die männliche Fruchtbarkeit hindeutet», schlussfolgern die Wissenschaftler. Es seien allerdings weitere Studien nötig, um den Mechanismus zu verstehen.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

BAG verteilt Torte zur Feier des Impffortschritts

1 / 11
BAG verteilt Torte zur Feier des Impffortschritts
quelle: keystone / peter schneider
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Corona-Lockdown – So trainieren unsere Profi-Sportler

Video: watson

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

51 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Philboe
21.09.2021 12:38registriert Juli 2015
Veröffentlicht den Artikel noch auf Blick und 20min und Morgen haben wir alle Männer geimpft
23517
Melden
Zum Kommentar
avatar
Hierundjetzt
21.09.2021 12:44registriert Mai 2015
Wenn es doch nur etwas gäbe, dass gratis ist und dagegen helfen würde so in Form einer Spritze.
20021
Melden
Zum Kommentar
avatar
WatSohn?
21.09.2021 14:20registriert Juni 2020
Jetzt einmal ganz ehrlich: Wenn sich militante Massnahmegegner, Covidleugner, Verschwörungstheoretiker und sonstige Spinner nicht mehr fortpflanzen, kann ich damit leben.
1066
Melden
Zum Kommentar
51
Das letzte Telefonbuch
2022 erschienen die letzten gedruckten Telefonbücher der Schweiz. Was 1880 in Zürich begann, endet nun für immer. Ein Blick zurück.

Wer nicht gerade ein digital Native ist, erinnert sich noch gut an die schweren Telefonbücher mit den hauchdünnen, engbeschriebenen Seiten. Regelmässig hat man sie bis in den 1990er-Jahren in die Hand genommen – um eine vergessen gegangene Telefonnummer zu suchen, mit Herzklopfen ein Date zu erfragen oder einfach für einen kindlichen Telefonstreich. Heute sind sie selten geworden.

Zur Story