Wissen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Ist Glutamat wirklich gefährlich? 5 Dinge, die du wissen musst

Juckende Haut, Allergien und sogar schwere Krankheiten wie Multiple Sklerose: All das soll Glutamat auslösen. Doch ist der schlechte Ruf des Geschmacksverstärkers begründet?



Ein Artikel von

T-Online

Er steckt in fast allen Fertiggerichten und hat einen schlechten Ruf: Glutamat soll eine Reihe von Symptomen und Beschwerden auslösen. Doch stimmt das eigentlich? 

Was ist Glutamat?

Glutamat

Hinter «Geschmacksverstärker E621» versteckt Glutamat. Bild: shutterstock.com

Die Salze der Glutaminsäure werden als Glutamate bezeichnet. Im menschlichen Körper spielt der Stoff als Transmitter eine wichtige Rolle und sorgt für die Übermittlung, Verarbeitung und Speicherung von Informationen. 

Als Lebensmittelzusatzstoff sollen sie den Geschmack von Produkten verstärken. Sechs Arten der Glutaminsäureverbindungen sind dafür zugelassen und tragen die europäischen Zulassungsnummern E 620 bis E 625. Am häufigsten eingesetzt wird Mononatriumglutamat (E 621).

Glutamat und Gluten sind nicht dasselbe. Gluten ist ein natürliches Getreide-Eiweiss, das etwa in Roggen und Weizen vorkommt.

Welchen Geschmack hat Glutamat?

Glutamat

Weiss und kristalin: Glutamat. Bild: shutterstock.com

Der Grundgeschmack von Glutamat ist «umami». Neben süss, sauer, salzig und bitter ist «umami» die fünfte Geschmacksrichtung. Am ehesten ist sie mit pikant und würzig zu beschreiben.

In welchen Lebensmitteln ist Glutamat enthalten?

Ein Vorurteil ist, dass Glutamat nur Fertiggerichten künstlich beigefügt wird. Dabei ist der Stoff natürlich und kommt etwa auch in folgenden Lebensmitteln vor:

Glutamat wird Tütensuppen, Konserven und anderen Fertiggerichten beigemengt, um den natürlichen Geschmack der Speisen zu verstärken. Auch in Fertigsossen und vielen Gewürzmischungen ist ein hoher Anteil des Zusatzstoffs enthalten.

Wie erkennt man, ob ein Produkt Geschmacksverstärker enthält?

Geschmacksverstärker müssen als solche auf Produktverpackungen angegeben werden. Ist Mononatriumglutamat enthalten, muss es dann etwa als «Geschmacksverstärker Monoglutamat» oder «Geschmacksverstärker E621» auf der Verpackung ausgewiesen sein.

Ist Glutamat ungesund?

Glutamat wird in der Öffentlichkeit oft mit Krankheiten in Verbindungen gebracht. So berichten einige Menschen, allergisch auf den Stoff zu reagieren. Übelkeit, Kopfschmerzen, Prickeln im Gesicht und anderen Körperregionen: Diese Symptome soll der Verzehr von zu viel Glutamat ausgelöst haben, etwa nach dem Besuch chinesischer Restaurants. Die chinesische Küche verwendet relativ viel Glutamat. In mehreren Studien konnte ein solcher Zusammenhang aber nicht nachgewiesen werden.

Morbus Alzheimer, Parkinson, Multiple Sklerose: Glutamat wird immer wieder auch mit schwerwiegenden neurologischen Erkrankungen in Verbindung gebracht. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) ist Glutamat in Lebensmitteln aber gesundheitlich unbedenklich. In Tierversuchen war der Stoff in einigen Fällen schädlich. Dabei wurden hohe Dosen direkt über Sonden neugeborenen Mäusen verabreicht und lösten Gehirnschäden aus. War das Glutamat aber im Futter oder Getränken, hatte es keine negativen Folgen für die Tiere. (agr/t-online.de)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Essen, das unsere Eltern fein finden, aber WÄH ist

Essen am Arbeitsplatz? Nicht bei diesem Chef

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

91 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
Zat
16.01.2020 17:52registriert January 2016
Was mich an Glutamat stört, ist eine Art "Abhängigkeit", oder wie man das benennen soll. Leute in meinem Umfeld, welche viele glutamathaltige Produkte essen, mögen oft normal gewürztes Essen ohne Glutamat nicht mehr. Sie schmecken auch den Eigengeschmack der Lebensmittel nicht mehr. Unterschiedliche Geschmacksrichtungen schmecken sie meist gar nicht mehr raus, im Gegensatz zu Leuten, welche ohne Glutamat kochen. Das gibt mir schon zu denken, und ich verzichte lieber darauf.
32847
Melden
Zum Kommentar
dä dingsbums
16.01.2020 18:07registriert April 2015
Wäre Glutamat schädlich, hätten wir in der Aromat-Maggi-Schweiz ein grosses Problem.
29026
Melden
Zum Kommentar
H. Fröhlich
16.01.2020 19:03registriert March 2019
Glutamat als Geschmacksverstärker, hmmm.. warum den?
Wieso nicht einfach Gewürze mit gutem und genügend Geschmack, so brauchts auch nichts zum verstärken.
11936
Melden
Zum Kommentar
91

Wer Neandertaler-Gene im Erbgut hat, muss eher wegen Corona beatmet werden als andere

Seit einigen Jahren ist nachgewiesen, dass zwischen dem modernen Menschen, dem Homo sapiens, und seinem nahen Verwandten, dem Neandertaler, ein Genfluss stattgefunden hat. Dies geschah, nachdem Gruppen des Homo sapiens Afrika verlassen hatten, weshalb sämtliche Menschen-Populationen ausserhalb Afrikas Neandertaler-Gene in sich tragen – das Genom der heutigen nichtafrikanischen Bevölkerung weist zwischen ein und drei Prozent Erbgut von Neandertalern auf.

Dieses uralte Erbe wirkt sich auch heute …

Artikel lesen
Link zum Artikel