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Gesundheit

Forscher finden bisher wichtigstes Gen für Fettleibigkeit



Labormaus, Fettleibigkeit, Gen, dick, dünn, fett epa03052704 A photograph made available on 08 January 2012 showing an obese mouse weighing 52 grams (R) and a normal mouse weighing 20 grams in a laboratory of the tissue bank of the Integrated Research and Treatment Center for Adipositas (IFL) at Leipzig University in Leipzig, Germany, 06 January 2012. Reports state that the researchers are trying to find the ultimate diet pill without side effects. For this reason they analyse tissue samples of obese peoples and animals. The nationwide stores tissue samples of 800 patients and is being expanded.  EPA/WALTRAUD GRUBITZSCH

Dünne Maus im Vergleich zu einer fettleibigen Artgenossin. Bild: EPA

Forscher haben das bislang wichtigste Gen für Fettleibigkeit ausfindig gemacht: Mäuse ohne dieses Gen hatten fast ein Drittel weniger Gewicht als Nager mit dem Gen, berichten Wissenschaftler in einer am heute im Fachmagazin «Nature» veröffentlichten Studie.

Nach Angaben von Forschungsleiter Marcelo Nobrega von der US-Universität von Chicago deuten die Ergebnisse der Untersuchung «stark» darauf hin, dass das Gen «IRX3 die Körpermasse kontrolliert und den Körperaufbau reguliert». Das Gen IRX3 kommt in ähnlicher Form auch beim Menschen vor.

In früheren Studien war ein Gen namens FTO als der Hauptschuldige für Adipositas, also Fettleibigkeit, genannt worden. Doch Genveränderungen hatten die Funktionsweise von FTO nicht beeinträchtigt.

Nun fanden die Wissenschaftler heraus, dass die Mutationen - statt FTO zu beeinflussen - beim Gen IRX3 eine Reaktion hervorriefen. Es kam zu einer Überproduktion eines Proteins im Gehirn, wodurch möglicherweise eine Hirnregion beeinflusst wurde, die für Stoffwechsel und Appetit zuständig ist.

Mäuse, bei denen das IRX3-Gen deaktiviert war, wogen rund 30 Prozent weniger als ihre Artgenossen bei gleicher Nahrung und Bewegung. Als nächstes wollen die Forscher herausfinden, welche Zellfunktionen das Gen verändert. Die Erkenntnisse könnten einen Ansatz für Medikamente gegen Fettleibigkeit bieten.

Laut Weltgesundheitsorganisation WHO verdoppelte sich die Zahl fettleibiger Menschen weltweit zwischen 1980 und 2008 beinahe. Mehr als ein Drittel aller Erwachsenen - rund 1,4 Milliarden - galten 2008 als übergewichtig, eine halbe Milliarde als fettleibig. (tvr/sda)

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