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Mehr als einfach nur Gemecker: So zeigen Ziegen ihre Gefühle

Mehr als einfach nur Gemecker: So zeigen Ziegen ihre Gefühle

13.07.2019, 09:24
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Ziegen äussern ihre Empfindungen durch Veränderungen ihrer Tonlage beim Meckern. Das nehmen auch ihre Artgenossen wahr. Forscher versprechen sich von der Erkenntnis Verbesserungen bei der Haltung der Tiere.

Forscher der Queen Mary University London haben in Zusammenarbeit mit der ETH Zürich die Gefühlsäusserungen von Ziegen erforscht. Sie spielten mehreren Tieren zwei zuvor aufgenommene Arten von Meckern anderer Ziegen vor: eine fröhliche und eine traurige Version. Anschliessend untersuchten sie die Reaktion der Tiere.

Ziegen klein auf Wiese grün.
Glückliche Ziege?Bild: shutterstock.com

Um das fröhliche Meckern aufzunehmen, hatten die Wissenschaftler sich Ziegen mit Eimern voller Futter genähert. Die traurigen Töne erhielten sie von Tieren, die den anderen beim Fressen zuschauen mussten, ohne etwas abzubekommen.

Nach den Aufnahmen schritten die Forscher zum eigentlichen Versuch mit den Wiederkäuern und spielten ihnen abwechselnd die traurigen und die fröhlichen Aufnahmen vor. Änderte sich die Tonlage, blickten die Ziegen auf und gerieten in Bewegung.

Auch der Puls der Tiere veränderte sich, je nachdem, welche Aufnahme sie vorgespielt bekamen. Dieses Verhalten lässt der Studie zufolge darauf schliessen, dass sie in der Lage sind, die Emotionsschwankungen ihrer Artgenossen wahrzunehmen.

Emotionen durch Lautgebung auszudrücken und den Gefühlszustand von Artgenossen wahrzunehmen helfe dabei, den sozialen Zusammenhalt der Gruppe zu stärken, liess sich Studienautor Elodie Briefer in einer Mitteilung zur Studie zitieren, die zum Zeitpunkt der Untersuchung an der ETH Zürich forschte.

Die Untersuchungen seien von grosser Bedeutung für das Tierwohl auf Bauernhöfen, sagte der Hauptautor der Studie, Luigi Baciadonna von der Queen Mary University of London. Wenn mehrere Ziegen betrübt seien, würden sie andere mit der schlechten Laune anstecken. (sda/afp)

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5 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Randalf
13.07.2019 15:31registriert Dezember 2018
Es wundert mich sehr das es für so etwas Forschung braucht. Es genügt wenn man sich in der Natur umschaut z. B. jungen Füchsen beim spielen und herumtollen oder Kälbern die im Frühling das erste mal auf die Wiese kommen.
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so wie so
13.07.2019 17:59registriert Juli 2015
Dachte wirklich jemand, die Laute seien willkürlich? Hä?
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Altruide
13.07.2019 12:31registriert April 2019
Also ziemlich ähnlich wie bei uns Menschen... 😉
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