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11-Jähriger findet per Zufall heraus: Espresso hilft bei seltener Erbkrankheit



ARCHIVBILD ZUR MEDIENKONFERENZ VON CAFETIERSUISSE UEBER DEN KAFFEEKONSUM IN DER SCHWEIZ, AM MONTAG, 27. NOVEMBER 2017 - A cup of espresso, pictured on November 2, 2009 in Zurich, Switzerland. (KEYSTONE/Gatean Bally)

Eine Tasse Espresso, aufgenommen am 2. November 2009 in Zuerich. (KEYSTONE/Gatean Bally)

Bild: KEYSTONE

Bei einem ungewollten Versuch hat ein Elfjähriger in Frankreich erfahren, wie wirksam Espresso die Symptome seiner seltenen Erbkrankheit lindert. Der Knabe leidet an einer sogenannten Dyskinesie, die unheilbar ist und zu schweren Muskelkrämpfen führen kann. Mit zwei Tassen Espresso pro Tag können die schmerzhaften Zuckungen aber verhindert werden.

Die Eltern des Knaben kauften einmal versehentlich Kapseln mit entkoffeiniertem Espresso. Der Elfjährige litt daraufhin vier Tage lang unter Muskelkrämpfen, bevor die Eltern ihren Irrtum bemerkten, wie aus einem am Dienstag im US-Fachmagazin «Annals of Internal Medicine» veröffentlichten Artikel hervorgeht. Als der Bub wieder Espresso mit Koffein trank, verschwanden die Symptome.

Der Autor des Fachartikels, Emmanuel Flamand-Roze vom Pariser Krankenhaus Pitié-Salpêtrière, sprach von «einem dieser unglaublichen glücklichen Zufälle, die es in der Medizingeschichte immer wieder gibt». Die Eltern des Jungen hätten ohne es zu wissen einen Doppelblindversuch vorgenommen. Das bedeutet, dass weder Versuchsteilnehmer noch Versuchsleiter wissen, ob bei einem Experiment ein Medikament oder ein Placebo verabreicht wird.

Der Irrtum der Eltern beim Kauf der Kaffeekapseln zeigte die Wirksamkeit von Koffein bei einer Dyskinesie im Zusammenhang mit einem Defekt des Gens ADCY5. Das Gen ist normalerweise an der Produktion eines Enzyms beteiligt, das bei der Kontrolle von Muskelkontraktionen hilft. Die Genmutation verhindert das – dafür kann Koffein die Rolle übernehmen.

Weil die Krankheit höchst selten ist, sind Experimente mit ausreichend Versuchsteilnehmern sehr schwierig – abgesehen von dem ethischen Problem, dass die Patienten, denen ein Placebo verabreicht wird, unweigerlich leiden würden. (aeg/sda/afp)

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28Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Schlange12 11.06.2019 21:04
    Highlight Highlight @Watson
    Von einer Doppelblindstudie kann man hier nicht sprechen. Da eine Doppelblindstudie für den Studienteilnehmer und Abgeber (Artzt) nicht identifizierbar ist. Also beides gleich verpackte Produkt nicht verschieden und auch akustisch und visuelle unterschiedliche ist. Da gibt es auch kein Placeoeffekt. Das Ergebnis kann nur der Studienherausgeber analysieren.
    Aber ich gratuliere den Herren und hoffe das er mit dem Koffein seine Beschwerden in Griff bekommt. Er hat eine unabsichtliches Selbststudie gemacht.
  • Score 11.06.2019 16:06
    Highlight Highlight Das ist zwar eine schöne Entdeckung, meines wissens aber sollten Kinder und Jugendliche aus anderen Gründen KEIN Koffein zu sich nehmen. Also wenn, dann eben genau Koffein freier Kaffee trinken...
    • maude 11.06.2019 18:08
      Highlight Highlight Naja, es ist wohl erwiesen,das Milchkaffee bei genetischer Veranlagung späteren Depressionen vorbeugen kann. Denk die Dosis macht das Gift. Lieber einen Milchkaffee als literweise Eistee und Cola.
    • DrEurovision 11.06.2019 18:48
      Highlight Highlight ok lieber schwere muskelkrämpfe als ein bisschen hibbelig?
  • feuseltier 11.06.2019 15:26
    Highlight Highlight Und andere machen Jahre lange Studien :)
  • Offi 11.06.2019 15:02
    Highlight Highlight Wusste schon immer dass Kaffee Wunder bewirken kann !
  • Hü Hopp Hü 11.06.2019 13:47
    Highlight Highlight Endlich kann ich mit Fug und Recht behaupten Kaffee ist Medizin.

    • Oigen 11.06.2019 15:10
      Highlight Highlight es sei denn man trinkt ihn mit Zucker

      Schlecht für die leber

      schlecht für die Zähne

      schlecht für die durchblutung

      upsi....
    • Cmo 11.06.2019 15:12
      Highlight Highlight Gut für die Zähne? Meine Zahnärztin meint das Gegenteil und meine Zähne auch (Belag durch Koffein).
    • Score 11.06.2019 16:07
      Highlight Highlight Das mit den Zähnen habe ich auch noch nie gehört... 🤔
    Weitere Antworten anzeigen
  • Max30 11.06.2019 13:26
    Highlight Highlight Ist es nun der Coffein oder der Espresso der hilft?
    • Na_Ja 11.06.2019 14:31
      Highlight Highlight Wahrscheinlich das Koffein, wenn er beim entkoffeinierten mehr Schmerzen hatte. Die anderen Inhaltsstoffe bleiben ja sonst +/- die gleichen.
  • Loeffel 11.06.2019 13:23
    Highlight Highlight Ich dachte „oh der 11jährige hat ausversehen mal Kaffe getrunken“. Aber nein, er hatte ausversehen mal keinen getrunken 🤣
  • Hüendli 11.06.2019 12:35
    Highlight Highlight In dem Fall war aber bereits bekannt, dass Koffein bei der Krankheit hilft? Ansonsten würden es die Eltern ja kaum einem 11-jährigen verfüttern oder?
    Nestlé, Chicco d'Oro, Red Bull, Ihr wisst, was Ihr zu tun habt!
    • bebby 11.06.2019 16:09
      Highlight Highlight 11jährig nicht 1jährig...ist ja quasi schon ein Jugendlicher. Und ist ja kein Alkohol.
  • Bijouxly 11.06.2019 11:54
    Highlight Highlight Warum trinkt ein elfjähriger 2 Espresso? 😅
    • El Pepedente 11.06.2019 12:37
      Highlight Highlight warum nicht?
    • Mynamesjeff 11.06.2019 12:44
      Highlight Highlight Damit das Ritalin mit dreizehn besser wirkt ;) Spass bei seite, schön wenn Heilmittel so gefunden werden.
    • winglet55 11.06.2019 13:00
      Highlight Highlight Und wieso nicht, hätten Sie lieber er würde 2 Grappa trinken? 2 Espresso schaden niemandem, ausser natürlich Kleinkindern.!
    Weitere Antworten anzeigen

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