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Embargoed to 1800 on Monday January 16, 2012.

Handout photo dated 13/12/1911 issued by Scott Polar Research Institute of a photograph taken by Captain Scott on his final expedition of Dr Edward Wilson sketching on Beardmore Glacier. PRESS ASSOCIATION Photo. Issue date: Monday January 16, 2012. The collection consisting of 109 photographs and gives a view of the Antarctic as seen through Captain Scott's eyes as he documented the first part of his epic journey. See PA story HERITAGE TerraNova. Photo credit should read: Scott Polar Research Institute/PA Wire

NOTE TO EDITORS: This handout photo may only be used for editorial reporting purposes for the contemporaneous illustration of events, things or the people in the image or facts mentioned in the caption. Reuse of the picture may require further permission from the copyright holder.

Auf dem Beardmore-Gletscher, Januar 1912. Bild: PA

Aus dem Tagebuch eines Verlierers: Scotts tragische Reise an den Südpol

Es ist die britische Geschichte von eisernem Forschungswillen, Heldenmut und dem Tod, der ohne Gram empfangen wird. Denn diese Männer wussten, welchem Wagnis sie ihr Herz verschrieben hatten.



«Das Ungeheure, das Unfassbare in der Menschheit ist geschehen: Der Pol der Erde, seit Jahrtausenden unbeseelt, seit Jahrtausenden, und vielleicht seit allem Anbeginn ungeschaut vom irdischen Blick, ist in einem Molekül Zeit, ist innerhalb von fünfunddreissig Tagen zweimal entdeckt worden. Und sie sind die Zweiten – um einen einzigen Monat von Millionen Monaten zu spät –, die Zweiten in einer Menschheit, für die der Erste alles ist und der Zweite nichts.»
Stefan Zweig, «Sternstunden der Menschheit», 1927

Captain Falcon Scott hatte das Wettrennen zum Südpol verloren – sein norwegischer Rivale Roald Amundsen erreichte diesen gottvergessenen Ort bereits am 14. Dezember 1911. Und doch ist es nicht der Gewinner, an den sich die Nachwelt gern erinnert. Es ist jener Zweite, dieser strebsame und aufopfernde Brite, der sein Vaterland stolz machen wollte. Sein trauriges Schicksal vermag das Herz zu rühren, nicht aber unbedingt Amundsens Leistung, die zwar sehr beachtlich, aber nicht ganz ehrlich erbracht worden war.

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Links ist der Brite Robert Falcon Scott auf seiner Terra-Nova-Expedition zu sehen, rechts der Norweger Roald Amundsen auf einer dramatischen Studioaufnahme. bild: wikimedia/watson

Denn als der Norweger im Juni 1910 mit seinem Schiff den Hafen in Oslo verliess, machte er sich nicht wie angekündigt zum Nordpol auf, sondern steuerte mitsamt seinen verblüfften Männern die Antarktis an. Der Amerikaner Robert Peary hatte behauptet, den Nordpol bereits erreicht zu haben, und so wandte sich Amundsen der jenseitigen und noch von Menschen unberührten Polkappe zu – er hatte Schulden, er brauchte dringend einen Erfolg.

Selbst wenn das hiess, gegen den ungeschriebenen Ehrenkodex der Polarforscher zu verstossen und zum Schrecken von Scotts Männern plötzlich in der Bucht der Wale aufzutauchen. Als Scott vom Lager seines Rivalen erfährt, schreibt er in sein Tagebuch:

«Zweifellos ist Amundsens Erscheinen für meine Pläne eine ernstliche Störung. Sein Abstand vom Pol ist 110 Kilometer kürzer als der meinige und ich hätte nie gedacht, dass er so viele Hunde sicher auf die Eisbarriere hätte bringen können. Sein Plan, mit ihnen zu fahren, scheint ausgezeichnet; vor allem kann er seine Reise schon früh im Jahr antreten, was mit Ponys unmöglich ist. Aber gleichviel: Ich darf mich durch Amundsens Vorgehen nicht beirren lassen und bleibe bei meinem ursprünglichen Plan, als wenn ich nichts von Amundsen wüsste. Vorwärts also ohne Zaudern und Furcht, und die beste Kraft eingesetzt zur Ehre meines Landes!»

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BILD: zmescience/WATSON

Scotts 19 mandschurische Ponys hatten auf der Fahrt in die Antarktis sehr gelitten. Zwei davon starben und zwei seiner 33 sibirischen Hunde fegte der Sturm einfach vom Deck der Terra Nova. Das Schiff geriet in ein tobendes Unwetter, das die Proviantkisten gefährlich hin und her schleuderte.

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Dezember 1910: Die Terra Nova transportierte 3 Motorschlitten, 162 Hammelkadaver, 19 Ponys, 33 Hunde und mehr als 450 Tonnen Kohle – ganz zu schweigen von 65 Personen, von Seeleuten bis zu Wissenschaftlern. bild: monovisions

Das Wasser drang bis in den Maschinenraum und die Männer mussten es mit Eimern mühselig wieder hinausschaffen. Manche von ihnen arbeiteten nackt, das war besser als die schwer gewordenen nassen Kleider am Leib kleben zu haben.

Es folgten zwanzig lange Tage Gefangenschaft im Packeis des Ross-Meeres. Immerhin gab dies dem Expeditions-Fotografen Herbert Ponting die Möglichkeit, wundervolle Fotos zu schiessen.

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Ein Adelie-Pinguin wandert übers Packeis des Ross-Nebengebiets. Cecil Meares gelang es, die Vögel mit seiner vollen Gesangsstimme anzulocken. Das Bild entstand, während die Mannschaft auf der Terra Nova im Packeis festsass. bild: museumsblog

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Der Fotograf Herbert Ponting auf einem Selbstportrait, wie er die Terra Nova aufnimmt, Dezember 1910. bild: wikimedia

Dann endlich kann die Terra Nova auf der Ross-Insel anlegen. Die Ausschiffung übernimmt der Royal-Navy-Offizier Victor Campbell – doch als der grösste der drei Motorschlitten auf dem Eis steht, bricht er plötzlich ein. Die Matrosen halten das Tau fest, an dem er auf seinem Weg zum Meeresgrund baumelt, doch es reisst rasend schnell eine Schneise durchs Eis und zwingt die Männer einer nach dem anderen loszulassen.

Der Verlust schmerzte Scott sehr, auch wenn er die Motorschlitten nicht als lebensnotwendig in seine Reise eingeplant hatte. Er traute ihnen von Anfang nicht. Genauso wenig wie den Hunden, über deren «Demoralisierung» er sich bereits am ersten Tag der Ankunft zünftig aufregen muss:

«Schuld daran waren die masslos dummen Pinguine, die in Scharen auf unser Eisfeld losschossen. Mit dem Kopf in der Luft hin und her stossend, watschelten sie heran, voll verzehrender Neugier und stumpfsinniger Gleichgültigkeit gegen die heulenden Hunde, die an ihren Leinen zerrten und zu ihnen hinstrebten.»
Tagebucheintrag vom 4. Januar 1911

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Scott fand allerdings auch nettere Worte für die Seevögel: «Der Adelie-Pinguin ist gar zu drollig, ob er nun schläft, zankt oder spielt, ob er neugierig, erschrocken oder böse ist; aber im Wasser ist er etwas ganz anderes; wenn er in drei, vier Metern Tiefe unter dem Wasser pfeilschnell umherschiesst, wie ein Delfin in die Luft schnellt und leicht über die gekräuselte Fläche einer Wasserrinne hinschwimmt, erregt er ausschliesslich Bewunderung.» bild: museumsblog

Scott setzt von Anfang an auf seine Ponys. Dass die Hunde mit dem Ziehen schwer beladener Schlitten fertig würden, glaubt er nicht, und ihre unzähmbaren Wesen stimmen ihn misstrauisch – selbst wenn Cecil Meares sie gut trainiert.

«Ich zweifle, dass sich die Hunde gut machen werden. Dagegen arbeiten die Ponys mit ausserordentlicher Sicherheit, marschieren flott und munter und folgen einander auf dem Fuss. Sie haben nur einen Nachteil, dass sie im weichen Schnee leicht einsinken und schon da durchbrechen, wo ein Menschenfuss kaum einen Eindruck auf die Oberfläche macht.»
Tagebucheintrag vom 8. Januar 1911

ponting088a, 15/06/07, 10:30, 16R, 8292x11052 (372+312), 150%, Custom,  1/60 s, R68.8, G33.1, B29.1

Eisberg-Grotte, Aufnahme vom Januar 1911. Scott schreibt stets in voller Bewunderung über die Kunst seines Fotografen Ponting. bild: wikimedia

An den Rändern des Eises zeigen sich zum ersten Mal Schwertwale. Aufgeregt ruft Scott den Fotografen herbei, der nun gefolgt von ein paar Hunden auf sie zurennt. Doch dann sind sie plötzlich nicht mehr zu sehen. Im nächsten Augenblick wölbt sich das Eisfeld unter dem armen Ponting und zerbirst in Stücke:

«Man hörte deutlich das dröhnende Geräusch, als die Walfische sich unter dem Eis aufrichteten und mit dem Rücken dagegen prallten. Dann tauchten sie einer nach dem anderen in den Spalten, die sie gebrochen hatten, hervor und streckten ihre hässlichen Riesenköpfe zwei, drei Meter über das Wasser, wobei ihre braungelbe Kopfzeichnung, ihre kleinen, funkelnden Augen und ihr schreckliches Gebiss – bei Weitem das grösste und furchtbarste auf der Welt – deutlich zu sehen waren. Die Bestien sahen sich offenbar mit dem grössten Interesse danach um, was aus Ponting und den Hunden geworden war.»
Tagebucheintrag vom 5. Januar 1911

Glücklicherweise wurden sie nicht Opfer dieser «Mörder», für deren eben bewiesene Intelligenz der Polarforscher gleichermassen Respekt und Bewunderung hegt.

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Eisberge mit der Terra Nova im Hintergrund, Januar 1911. bild: wikimedia

Scott fand die alten Depots wieder, die er ein paar Jahre zuvor gemeinsam mit seinem Landesgenossen Ernest Shackelton auf der Discovery-Expedition angelegt hatte. Dieses Mal aber wollte er es bis an den Südpol schaffen – so weit hatte sich bisher kein Mensch vorgewagt. Selbst der ehrgeizige Shackelton nicht, der sein Glück 1908 (Nimrod-Expedition) ohne Scott versuchte, und nur 180 Kilometer vor seinem Ziel, auf dem 88. Breitengrad, wieder umkehren musste.

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Auf der Ross-Insel angekommen, bauten die Männer im Januar 1911 ihre Terra-Nova-Hütte am Kap Evans. Im Sommer sollten sie dann die Depots auf der Route zum Südpol anlegen, damit für die eigentliche Reise im Sommer 1912 bereits Proviant bereitstand. bild: blupete/watson

Am 17. Januar ziehen die Männer feierlich in ihre Terra-Nova-Hütte ein.

«Wir sind alle geradezu überwältigt von ihrer praktischen Anlage und ihrer Bequemlichkeit. Es ist wirklich eine Freude zu sehen, wie jeder eifrig dabei ist, seinen Winkel in Ordnung zu bringen; noch ein paar Tage und unsere Hütte wird das gemütlichste Haus der Welt sein.»

Scott am 17. Januar 1911

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Scott in der Hütte am Kap Evans. Die Seitenwände erhielten eine doppelte Beschalung und wurden mit Seegras isoliert. Vulkanischer Sand wurde ringsum angehäuft, damit keine Zugluft in die Hütte dringen und keine Wärme entweichen konnte. An der Nordseite wurden die Winterställe für die Ponys angebaut. bild: wikimedia

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In ihrem gemütlichen Winterquartier: Cherry-Garrard, Bowers, Oates, Meares und Atkinsons. Die Hütte wurde mit einer Dunkelkammer für den Fotografen Ponting ausgestattet, verfügte über eine meteorologische Station, ein Labor für die Biologen und eine Küche mit einem Herd und Öfen. bild: wikimedia

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Leutnant Evans und der Biologe Nelson meisseln am 12. Januar 1911 eine Eishöhle zur Lagerung von Lebensmitteln – und auch sie findet Scotts grösste Bewunderung. bild: monovisions

Der Koch Thomas Clissold verwöhnt die Mägen der Männer indes mit Robbenbraten, Pinguin- oder Möwenfleisch. Sogar seine Seehundsfrikadellen seien ohne jeden tranigen Beigeschmack, versichert Scott.

Die Leute müssen kräftig sein für die Depotreise, die sie Ende Januar zu zwölft mit 8 Ponys und 26 Hunden antreten. Geladen haben sie reichlich Pressheu, Hundekuchen, Reserve-Ausrüstungen, Schneeschuhe, Öl, Spirituskocher, Werkzeuge und Wasserbehälter.

Doch schon beim Aufbruch brechen die Ponys immer wieder ein, die Oberfläche ist noch nicht fest, die Temperatur noch nicht kalt genug.

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Die Expeditionsteilnehmer geben einem geretteten Pony Whiskey – es hatte mit zwei weiteren Ponys auf einer Eisscholle im McMurdo Sound festgesessen. Der Boden, auf dem sie ihr Lager errichtet hatten, trieb am Morgen plötzlich im offenen Meer, während sich die Schwertwale an allen Seiten der Eisscholle zeigten. Erst am nächsten Morgen konnten Scott und seine Männer ein Pony retten, die beiden anderen fielen beim Überspringen einer Spalte ins Wasser und mussten getötet werden. bild: monovisions

«Auf der grossen weiten Strasse liegt unser kleines grünes Zelt wie ein winziger Punkt. Der Lärm des Marsches, die überlauten Worte, wenn jeder sein Pferd anfeuert oder schilt, das eilfertige Trippeln der Hundepfoten, das scharfe Aufschlagen der Ponyhufe und das Sausen der nachfolgenden Schlitten sind verhallt. Schweigen herrscht in der weissen Wüste, nur ab und zu unterbrochen vom Winseln eines Hundes, Wiehern eines Pferdes oder vom Krachen eines Fusstrittes, der die Schneekruste durchbricht. Leicht flattern die Wände unserer Leinwandbehausung, das Summen des Primusofens dringt herüber, und aus dem Ventilator strömt der willkommene Duft des Spirituskochers. Aus Süden treiben Schneewolken heran, bleiche gelbe Girlanden, die nach und nach verwischen.

Ein Orkan, der Protest der Natur, ist im Anzug. Schneepuder wirbelt umher, wie feinstes Mehl dringt er durch jede Ritze und in jede Ecke, sogar unter die Kopfbedeckung, und sticht wie Sand. Die Gestalt der Sonne wird immer verzerrter, sie blickt scheu durch das auf uns niedertanzende Gestöber und spendet nur fahles, schattenloses Licht. Einer nach dem anderen verschwindet in den verführerischen Falten seines Schlafsacks».
Scotts Tagebucheintrag vom 2. Februar 1911

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Scotts Männer am 7. Januar 1911 beim Mittagessen in ihrem Zelt. bild: monovisions

Die mager gewordenen Ponys vertragen den Wind noch weniger als die Menschen, die drei schwächsten schickt Scott mit ihren Führern zurück, doch nur eines erreicht lebend die Hütte wieder.

Am 17. Februar errichten die Männer bei 79° 28,5' südlicher Breite das Eintonnenlager. Hier werden sie ihr gesamtes restliches Gepäck endlich los. Zwei Meter hoch bauen sie den Depothügel, stecken eine schwarze Fahne hinein und verteilen Zwiebackdosen auf ihm, auf dass die Sonne bei der Südpolreise im kommenden Jahr ihr Licht zu ihnen zurückwerfen möge. Eigentlich wollten sie das Lager erst beim 80. Breitengrad errichten, doch die Ponys sind so erschöpft, dass sie dringend den Heimweg antreten müssen.

«Oates' Nase ist immer drauf und dran zu erfrieren, und Meares hat eine widerspenstige Zehe, die ihm viel zu schaffen macht. Selbst Bowers' Übermut rächte sich gestern. Wie gewöhnlich zog er mit seinem Filzhütchen und blossen Ohren daher. Auf dem Marsch sah ich ihn mir einmal an und wie ich gefürchtet hatte: Seine Ohren waren ganz weiss! Cherry und ich rieben sie, bis das Blut zurückkehrte ...»
17. Februar 1911

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Hund Chris hört sich die Musik an, die aus dem Grammophon dringt, Januar 1911. bild: aphelis.net

Nur den Hunden versiegen die Kräfte nicht. Ihre Beine scheinen aus Stahl zu sein, schreibt Scott zum ersten Mal anerkennend über sie. Dünn wie Besenstiele sind sie inzwischen und fressen ihre eigenen Exkremente. Hundekuchen allein genügt ihnen nicht – auf der Hauptreise wird Scott sie mit ordentlichem Futter verpflegen müssen.

Am 28. Februar nützen heisser Haferbrei und alle warmen Decken nichts mehr. Der müde Willy bricht zusammen und steht nicht wieder auf. Die Orkane töten die Ponys, die doch so unentbehrlich sind.

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Derweil schleppen die Mitglieder der geologischen West-Abteilung einen Schlitten über das Meereis. Das Team unter der Leitung des Geologen T. Griffith Taylor war das erste, das die westlichen Berge der Antarktis erkundete. bild: monovisions

Auf Hut Point heisst es warten. Warten, bis die Meerenge endlich zufriert und die Oberfläche stark genug ist, die Ponys auf ihrem Weg nach Hause zu tragen.

«Das Übereinanderschieben des Eises in der Bucht war interessant zu beobachten. Der Rand einer Schicht hebt sich, bricht ab und kriecht nun in langen Zungen auf die nächste Schicht hinauf. Solange die Bewegung dauert, ertönt ständig Musik, ein Durcheinander von Klängen in hoher Tonlage, als ob kleine Vögel in einem nahen Wald zwitscherten. ‹Das Eis singt›, sagen wir dann.»
Tagebucheintrag vom 6. April 1911, auf Hut Point

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Scotts Männer stiessen während ihres Aufenthalts in der Antarktis auf die ungewöhnlichsten Eisformationen. Auch die sogenannten Sastrugi lernten sie kennen, vom Wind geformte Schneerillen, die an die Oberfläche einer stürmischen See erinnern. Mit der Zeit vermochten sie sie zu lesen, um die Windrichtung zu bestimmen und ihre Zelte entsprechend aufzubauen. bild: filmsnotdead

Am Morgen sitzen die Männer auf den Packkisten und trinken Tee. Am Nachmittag klettern sie auf den Höhen herum und abends wetteifern sie, wer die schmackhafteste Seehundsleber macht. Das ist alles, was auf Hut Point auf dem Speiseplan steht. Mit etwas Erbsmehl, einer Handvoll Rosinen und einem Teelöffel Currypulver wird das Menü stetig verfeinert, sodass die Mannschaft ihres einzigen Gerichtes niemals überdrüssig werde, schreibt Scott sich die Eintönigkeit schmackhaft. Ausrufe der Befriedigung würden jeden Abend ertönen.

Einmal aber blieben sie aus. Es war der Tag, an dem der Arzt Edward Wilson zu weit ging und auf die wahnsinnige Idee verfiel, die Seehundsleber in Pinguinschmalz zu braten. Nur drei Männer verfügten über genug heldenhafte Überwindungskraft, ihr Pfännchen leerzuessen.

Am 13. April ist es endlich ausgestanden. Als sich Scott und seine Begleiter der Terra-Nova-Hütte nähern, springen die Daheimgebliebenen eilig heraus, um sie zu begrüssen.

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Expeditionsteilnehmer reparieren am 16. Mai 1911 Rentierfell-Schlafsäcke in der Terra-Nova-Hütte. Für die Reise zum Südpol trugen die Männer warme Stiefel aus Rentierfell, die «Finnen» genannt wurden, überdimensionale Rentierfellhandschuhe und eine Brille gegen Schneeblindheit. bild: monovisions

«Welch ein wunderbarer Kontrast, nach unserem primitiven Leben auf Hut Point wieder in unser warmes, trockenes Heim auf Kap Evans einzuziehen! Der kleine Raum, der jedem zur Verfügung stand, weiterte sich zu einem Palast, die Beleuchtung erschien über alle Beschreibung glänzend und die Bequemlichkeit luxuriös. Nach drei Monaten konnten wir wieder einmal auf zivilisierte Weise essen, uns den Genuss eines Bades gestatten und mit reiner, trockener Kleidung in Berührung kommen. Diese Stunden physischer Zufriedenheit lassen alle Entbehrungen der Vergangenheit vergessen und sind Lichtpunkte in der Erinnerung jedes Polarreisenden; nur sind sie leider zu flüchtig, denn die Gewohnheit nimmt ihnen bald ihre Süsse.»
Tagebucheintrag vom 13. April 1911, zurück in der Terra-Nova-Hütte

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Lawrence Oates bei den Ponys. bild: wikimedia

10 Ponys verbleiben Scott von den ursprünglich 19. Immerhin können die schönen Ställe, in denen sie über den Winter untergebracht werden, seine sorgenumwitterte Seele ein wenig beruhigen. Doch als er sich die Tiere am nächsten Tag genauer anschaut, packen ihn sofort wieder die schlimmsten Befürchtungen.

«Heute nahm die Sonne Abschied und bot uns noch einmal den herrlichen Anblick ihres goldenen Lichtes über dem Barne-Gletscher. Sie selbst war durch den Gletscher verdeckt, dessen schöne Eisklippen in tiefen Schatten unter den rosigen Strahlen lagen. Nun beginnt das lange, milde Zwielicht, das gleich einer silbernen Spange das Heute mit dem Gestern verbindet.»
Tagebucheintrag vom 23. April, Terra-Nova-Hütte

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Eiskliff des oben beschriebenen Barne-Gletschers. bild: wikimedia

Damit beginnt der lange Winter, den die Männer gewissenhaft zu füllen verstehen. Der Meteorologe Simpson beobachtet unermüdlich all seine registrierenden Wetter-Instrumente, während der Physiker Wright bestrebt ist, seinen Geist mit den Eisproblemen des wunderschönen Gebietes zu sättigen. Für ein bisschen Geologie-Unterricht hat Biologe Nelson dem Geologen Taylor seine Socken zum Tausch angeboten.

Und als würde all diese alltägliche Gelehrigkeit nicht reichen, lauschen die Männer des Abends den Vorträgen der Wissenschaftler über antarktische Vögel, Südlichter oder Pontings Reise nach Japan.

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Fotograf Herbert Ponting zeigt den Männern Bilder von seiner Japan-Reise, 1911. bild: pbase

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Der Biologe Edward Nelson widmet sich einem Experiment in einem Eisloch. Das wissenschaftliche Team der Terra-Nova-Expedition war das bisher grösste in der Antarktis, ein Teil von Scotts Ziel, «jeden Vorteil zu nutzen, um Naturphänomene zu studieren», wie er vor seiner Reise an die British Royal Geographical Society schrieb. bild: monovisions

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Leutnant Henry Rennick verwendet ein Instrument namens «Künstlicher Horizont», um den natürlichen Horizont der Erde zu erfassen. bild: monovisions

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Leutnant Evans beobachtet am 8. Juni 1911 eine Bedeckung des Jupiters. bild: monovisions

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Koch Thomas Clissold und Arzt Edward Atkinson ziehen in der Winterdunkelheit der Antarktis eine mit Robbenködern besetzte Fischfalle hoch. bild: monovisions

«Ich glaube nicht, dass sich irgendein Leben stärker durch Bescheidenheit kennzeichnen kann als das auf solchen Expeditionen. Dabei geht eine merkwürdige Umwertung aller Werte vor sich. Unter gewöhnlichen Verhältnissen ist es leicht, seinen Zweck durch etwas Unverschämtheit zu erreichen; Anmassung ist eine Maske, die manche Schwäche bedeckt; meist fehlen Zeit und Wunsch, hinter diese Maske zu sehen, und man lässt daher die Leute als das gelten, was sie zu sein vorgeben. Hier ist es anders; der äussere Schein gilt hier gar nichts, nur der innere Wert. So schrumpfen die ‹Götter› zusammen und die Demütigen treten an ihre Stelle.»
Tagebucheintrag vom 5. Mai 1911, Terra-Nova-Hütte

'Captain Scott's last Birthday Dinner', Antarctica, June 6th 1911. During the 'Terra Nova' Expedition (1910-1913) to the South Pole. Scott and four companions reached the Pole on 17 January 1912, only to find that the Norwegian expedition under Amundsen had beaten them to their objective by a month. Delayed on their return by blizzards and running out of supplies, Scott and his team died at the end of March. Their bodies and diaries were found eight months later.

Scott am 6. Juni 1911: «Heute ist mein Geburtstag; fast hätte ich ihn vergessen, nicht so meine Kameraden. Beim zweiten Frühstück erschien ein mächtiger Geburtstagskuchen – Clissold hatte ihn mit allerlei Verzierungen aus Schokolade und mit eingemachten Früchten, Fähnchen und Fotografien von mir geschmückt.» Bild: Stapleton Historical Collection / Heritage-Images

Scott ist voll des Lobes für seine Gesellschaft. Es habe nie eine bessere gegeben und kein Misston sei je zwischen sie geraten. Die Superlative jagen einander wie freudige Welpen durch die Sätze des Polarforschers, allesamt sind sie seinen eifrigen Männern gewidmet. Die eigenen Leistungen verschwinden hinter der mächtigen Eiswand seines Bewusstseins für die Verantwortung, die er für so viele Leben zu tragen hat. Nur einmal blitzt ein Stücklein unverhohlener Stolz durch die Zeilen, wenn er schreibt:

«Gestern habe ich über die Südreisepläne gesprochen; alle waren begeistert und es herrscht die allgemeine Überzeugung, dass bei meinen Berechnungen alle uns zu Gebote stehenden Hilfsquellen aufs Beste ausgenutzt sind. Obwohl alle sehr viel über die einzelnen Punkte nachgedacht haben, wurde kein einziger Verbesserungsvorschlag gemacht. Der Plan scheint vollstes Vertrauen gefunden zu haben!»
Tagebucheintrag vom 14. September 1911​

Doch bis diese Berechnungen gemacht werden können, dauert es noch. Der Arzt Atkinson wird in der Zwischenzeit fast seine Hand verlieren, weil er in einem Orkan die Orientierung verliert und lange nicht mehr nach Hause findet.

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«Atkinsons Hand ist heute furchtbar schlimm, die Finger mit den Frostbeulen sehen aus wie Würste», schreibt Scott am 5. Juli 1911. bild: antarctica.recollect

Die Ausrüstung wird laufend getestet und verbessert werden, der Mittwintertag wird vorüberziehen, Deckoffizier Evans wird hervorragende Schuhe und Steigeisen herstellen, die er am zweiten August der Kap-Crozier-Abteilung übergibt. Die drei dafür auserkorenen Männer werden fünf Wochen in östlicher Richtung unterwegs sein, um am besagten Kap angebrütete Kaiserpinguin-Eier einzusammeln.

Und wenn sie aus der Polarnacht zurückkommen, werden ihre Augen glanzlos, ihr Gesicht voller Narben und ihre Hände weiss wie Leichenhände sein. Länger als eine Woche werden sie einer Kälte von weniger als minus 51 Grad getrotzt haben.

Es war so klirrend kalt, dass das Fell ihrer Schlafsäcke einfror und beim Zusammenrollen einfach zerbarst. Doch anhand der schlimmen Erfahrungen der Crozier-Abteilung vermochte Scott die Essensrationen für die anstehende Südpolreise genau zu berechnen.

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Die Kap-Crozier-Abteilung bestehend aus Offizier Henry Bowers, dem Zoologen Edward Wilson und dessen Assistenten Aspley Cherry-Garrard. Über diese fünfwöchige Reise schrieb Letzterer später ein Buch mit dem Titel «The Worst Journey in the World». bild: coolantarctica

Dann endlich ist die Sonne wieder da.

«Es war herrlich, wieder einmal im glänzenden Sonnenlicht zu stehen. Wir fühlten uns wie verjüngt, sangen und riefen ‹Hurra› – alles erinnerte an einen hellen Frostmorgen daheim in England.»

Tagebucheintrag vom 22. August 1911

Und mit der Sonne kam auch Julick zurück. Der Schlittenhund war für fast einen Monat verschwunden. Ganz wild vor Freude raste er jetzt über das Schneefeld den Männern entgegen und sprang an Scotts Beinen hoch. Blut verkrustete sein Fell und er roch nach Robbenspeck.

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Im Rücken des Winterquartiers ragt der 3794 Meter hohe Mount Erebus hervor – der südlichste aktive Vulkan der Erde. Scott bricht mit seiner Abteilung am 1. November 1911 zum Südpol auf. bild: monovisions

Nun war alles bereit für die grosse Reise. Scott hatte zwölf Männer ausgewählt, die ihn nach Süden begleiten sollten. 2842 weisse Kilometer lagen vor ihnen.

Am 24. Oktober werden die zwei Motorschlitten aufs Eis gelassen. Der Motorenspezialist Bernard Day und der Antarktisveteran William Lashly hantieren an ihnen herum, allzu oft bleiben sie mit den Maschinen stehen. Scott traute den Dingern sowieso nie, aber immer, wenn er sie für ein paar Meter, vom Schnee umwirbelt, durch den Nebel sausen sieht, mischt sich schüchtern eine winzige Hoffnung unter seine Gedanken:

«Ein wenig Erfolg genügt schon, um ihre Möglichkeit, ihre Fähigkeit zur Umwälzung der ganzen Beförderungsart in Polargegenden zu zeigen.»

Tagebucheintrag vom 24. Oktober 1911

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William Lashly mit seinem Motorschlitten, den er bald darauf schon wieder aufgeben musste. bild: wikimedia

Aber bereits am 5. November ist es mit beiden Schlitten aus. Die Motoren sind offenbar nicht für dieses Klima geeignet.

Anfangs macht Scott mit seiner Abteilung noch 18 Kilometer am Tag, selbst mit dem bockigen und stets ausschlagenden Christoffer, dem mühsamsten Pony von allen. Doch sobald die Hufen im allzu weichen Schnee versinken, verlangsamt sich das Tempo.

Am 15. November erreichen sie das Eintonnenlager, wo den Tieren ein Tag Ruhe gegönnt wird. Die Ponys sind schon wieder abgemagert. Die starken schleppen 260 Kilos, die anderen 180. Die Männer tragen ihre hellgrünen Schneebrillen, um ihre Augen zu schützen.

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Frederick Hooper isst eine Dose Bohnen, auf einer Heinz-Box sitzend, 1911. Er muss mit der Motorenabteilung am 21. November zur Terra-Nova-Hütte zurückkehren. bild: museumsblog

Am 24. November ist Jehu nicht mehr imstande weiterzugehen. Das Pony ergibt vier Mahlzeiten für die Hunde. Die Männer gehen jetzt mit Schneeschuhstöcken.

«Es ist im Allgemeinen ziemlich trübselig, über diese grosse Schnee-Ebene zu ziehen, wenn Himmel und Erde zu einem schauerlich weissen Leichentuch verschmelzen.»

Tagebucheintrag vom 26. November 1911

Am 28. November wird der Chinese erschossen. Auch dieses Pony ergibt vier Mahlzeiten für die Hunde. Und eine für die Männer.

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Die Ponys wurden für die Fahrt über das Schelfeis zum Beardmore-Gletscher genutzt – bei weichem Schnee sanken sie mit ihren schweren Hufen immer wieder Zentimeter weit ein. bild: coolantarctica

Der Baron ist das stärkste Pferd. Ihm zieht Scott nun die Schneeschuhe an – und tatsächlich, sieben Kilometer lang läuft er ohne Probleme, dann dehnen sie sich derat aus, dass ihm die «elenden Dinger» wieder abgenommen werden müssen.

«Ohne Zweifel sind diese Schneeschuhe das einzig Richtige und hätten die Ponys sie von Anfang an getragen, so würden sie jetzt ganz anders aussehen.»

Tagebucheintrag vom 1. Dezember 1911

Scott spricht ein Todesurteil ums andere aus, bei dem knappen Futter müssen die Tiere getötet werden.

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Bei jedem Lager wurden Schutzwälle für die Ponys errichtet, denn sie litten stark unter dem eisigen Wind. bild: airfreshener.club

Das schlechte Wetter verunmöglicht ein Weiterkommen. Niemand hätte mit diesen Stürmen im Sommer rechnen können, rechtfertigt sich Scott verzweifelt vor sich selbst:

«Was in aller Welt hat solch ein Wetter in dieser Jahreszeit zu bedeuten? Es ist mehr als Pech! Mehr jedenfalls, als wir verdient haben! Warum nur muss meine kleine Gesellschaft allerorten auf Widrigkeiten stossen, während andere lächelnd im Sonnenschein vorwärts spazieren? Keine Voraussicht, keine Überlegung, nichts hätte uns auf diesen Zustand der Dinge vorbereiten können; auch wenn wir zehnmal so erfahren und unseres Zieles sicher gewesen wären – einen solchen Rückschlag hätten wir unter keinen Umständen vermuten können! Aber vielleicht wendet sich das Glück noch?»
Tagebucheintrag vom 5. Dezember 1911

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Cecil Meares beim Zerlegen von Robbenfleisch für die Hunde. bild: museumsblog

Meares ist schneeblind auf einem Auge. Der Sturm tobt unaufhörlich weiter und holt die Temperatur auf 0,5 Grad unter Null herunter. Wenn es so warm ist, taut alles. Und wenn jetzt noch plötzliche Kälte eintritt, bleibt den Männern nicht einmal die Zeit, ihre Kleider zu trocknen.

«Ein schreckliches Los, immer nur die Wasserflecken an den grünen Wänden unseres Zeltes, die glitzernd nassen Bambusstangen, die schmutzigen klatschnassen Socken und was sonst, von Wasser durchweicht, von der Decke herabbaumelt, anstieren – ewig das Trommeln des herabfallenden Schnees und das Klatschen des aufgeblähten Zelttuches hören – die klebrig feuchten Kleidungsstücke und was man anfassen mag, fühlen zu müssen und dabei zu wissen, dass draussen rechts und links und vorne und hinten eine weisse, farblose Mauer uns entgegen starrt!»
Tagebucheintrag vom 7. Dezember 1911

Die Ponys versinken bis zum Bauch im Schnee. Doch immerhin, am 9. Dezember hat sich der Orkan endlich gelegt. Schnapper zieht auf Schneeschuhen voraus – geradewegs auf seine Schlachtbank zu.

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Das Schlachthauslager (Shambles Camp), zum Einfahrtstor des Beardmore-Gletschers herabschauend, 9. Dezember 1911. bild: coolantarctica

«Wir haben alle Ponys erschossen. Die armen Tiere! Bedenkt man, was sie haben aushalten müssen, so haben sie Wunderbares geleistet und es wurde uns herzlich schwer, sie so bald töten zu müssen.»

Tagebucheintrag vom 9. Dezember 1911, Schlachthauslager

Langsam zeigen auch die ersten Männer Schwächeerscheinungen. Scott schickt Meares und Dimitri mit den Hunden zurück. Auf dem weichen Schnee könne man den Tieren keine schweren Lasten aufbürden. Und überall lauern gefährliche Gletscherspalten.

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Die verschiedenen Routen von Scott und Amundsen zum Südpol. bild: blog.octo.com

«Die Augen der Leute sind besser geworden, nur der arme Wilson leidet noch sehr. Heute Vormittag marschierten wir in Unterjacken, die zum Auswinden nass wurden, so brennt uns die Sonne fast unmittelbar auf die Haut, dann kommt eiskalter Zugwind, der einen durchschauert. Unsere Lippen sind sehr wund; wir bekleben sie mit weichem Seidenpflaster. Wir sind entsetzlich durstig, haben auf dem Marsch stets Eis im Mund und trinken bei jeder Rast sehr viel Wasser.»
Tagebucheintrag vom 17. Dezember, auf dem Beardmore-Gletscher

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Bowers Team repariert seine Schlitten auf dem Beardmore-Gletscher am 13. Dezember 1911. bild: heritageandhistory

Scott führt seine Männer durch ein unerbittliches Schneefeld. Keine Minute darf er seinen Gedanken nachhängen, ständig muss er wachen über die von Eisspalten durchzogene Erde.

Bis zum 1. Januar 1912 hat er bis auf vier Männer alle zurückgeschickt. Als der arme alte Crean erfährt, dass auch er gehen muss, weint er. Auf 3000 Metern verabschieden sie sich von der kleinen Südpoltruppe, die noch 220 Kilometer von ihrem Ziel entfernt ist.

«An wie viel tausend Dinge denkt man auf diesen eintönigen Märschen! Und was baut man für Luftschlösser in der Hoffnung, dass der Pol uns gehöre!»

Tagebucheintrag vom 5. Januar 1912, 87° 57' südliche Breite

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Die Essensrationen auf der Reise bestanden vor allem aus Zucker, Schiffszwieback, Pemmikan (haltbare Mischung aus zerstossenem Dörrfleisch und Fett), Kakao und Tee. bild: museumsblog

Wilson ist als Arzt stets um die Wunden seiner Kollegen besorgt, Deckoffizier Evans packt mit seinen riesigen Händen den Schlitten so zierlich und handgerecht, dass das Gewicht stets gleichmässig verteilt ist. Und Proviantverwalter Bowers, «das kleine Wunder», führt gewissenhaft das meteorologische Journal. Die Kälte scheint ihm nichts anhaben zu können, es gefällt ihm geradezu hier. Armeehauptmann Oates war für die Ponys zuständig und tut sich nun als Dauerläufer hervor. Scott ist glücklich über die Auswahl der Männer, die er getroffen hat.

Doch allmählich beginnt auch diesen baumstarken Leuten die Kälte in die Glieder zu fahren. Die Füsse leiden zuerst, das von Evans so vortrefflich geschusterte Schuhwerk ist abgenutzt und durchlässig geworden.

Dann plötzlich taucht in dieser ewig gleichen, weissen Fläche ein schwarzer Fleck in der Ferne auf. Und er war fähig, der monatelang sorgsam gehegte Traum von fünf Männern innerhalb eines Augenblickes zu zerfetzen.

«Das Furchtbare ist eingetreten – das Schlimmste, was uns widerfahren konnte!»

Tagebucheintrag vom 16. Januar 1912

Dort hinten wehte die norwegische Fahne. Amundsen war der Erste am Pol.

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Scott und seine Männer erreichen Amundsens Basis am Pol. Von links nach rechts: Scott, Bowers, Wilson und Evans. Die Norweger erreichten ihr Ziel bereits einen Monat zuvor am 14. Dezember 1911. bild: wikimedia

Da standen sie nun wie die verlorensten Menschen, die je in einer solch schauerlichen Eintönigkeit gestanden hatten. Alles, was vorher ihre ohnehin schon schwindenden Kräfte noch aufzupeitschen vermochte, war nun tot. Dieses blaue skandinavische Kreuz hatte zustande gebracht, was hundert Orkane nicht geschafft hatten. Es hat den Mut der Männer fortgeweht.

Scotts Herz droht in tausend blutige Stücke zu zerspringen. Er erträgt den Anblick seiner traurigen Gefährten nicht, die er unter so viel Entbehrungen und Mühsal an diesen entsetzlichen Ort geführt hat. Morgen müssen sie zum Pol, um ihre arme, zu spät gekommene Union Jack in den Boden zu stecken. Niemand schläft in dieser Nacht.

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Scotts Team am Südpol am 18. Januar 1912. Von links nach rechts: (stehend) Oates, Scott, Wilson, (sitzend) Bowers und Evans. Sie fanden einen Bericht über die Anwesenheit der Norweger, die zu fünft hier gewesen waren – und einen Zettel, worin Amundsen Scott bittet, einen Brief an König Haakon zu befördern. bild: wikimedia

Dann wenden sie ihrem treulosen Ziel den Rücken zu und machen sich auf den Rückweg. Evans Nase ist bald eingefroren und die Nägel an seinen Händen beginnen abzufallen. Er, der Heiterste von allen, macht jetzt keine Witze mehr. Oates hat kalte Füsse und Wilsons Bein ist vor Überanstrengung bedenklich angeschwollen.

Orkane verzögern weiterhin die Märsche, verwischen die Spuren und lassen die Nahrung gefährlich knapp werden. Alle reden nur noch vom Essen und Trinken, während sie sich durch die wirren Sastrugi kämpfen, die an ein tosendes weisses Meer erinnern.

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Die Polarabteilung auf der Suche nach der Spur, Februar 1912. bild: coolantarctica

Evans hat nun auch an den Füssen Frostbeulen. Unter lächerlichen Vorbehalten will er immer wieder Halt machen. Schliesslich meint er, die anderen sollen schon mal vorgehen, er käme nach. Doch bald fällt er so weit zurück, dass ihn die anderen beinahe aus den Augen verlieren. Und als der kleine Punkt irgendwo in weiter Ferne nach längerem Warten noch immer nicht grösser wird, gehen sie ihm entgegen.

«Mit aufgerissenem Anzug lag er auf den Knien, die Hände waren nackt und erfroren, und in seinen Augen war ein wilder Blick.»

Tagebucheintrag vom 17. Februar 1912

Vielleicht hat ihn das farblose Elend hier draussen verrückt gemacht. Scott und die anderen tragen Evans ins Zelt. Sofort fällt er in einen tiefen Schlaf – und wacht nicht wieder auf.

Im Schlachthauslager gibt es endlich Pferdefleisch. Jetzt gilt es nur noch, das Wettrennen gegen den allzu schnell zu Ende gehenden Sommer und das stürmische Wetter zu gewinnen.

Aber es sieht nicht gut aus. Die Füsse der Männer werden nicht mehr warm und weil irgendjemand irgendwo einen unerklärlichen Fehler gemacht hat, geht das Brennmaterial zu Neige. Zwei Stunden brauchen die Geschwächten morgens inzwischen, um ihre Schuhe anzuziehen.

«‹Gott helfe uns!›, kann man nur sagen und sich dann frierend und niedergeschlagen auf seinem ermüdenden Wege weiterschleppen mit dem furchtbaren Bewusstsein, dass wir ja doch viel, viel zu langsam vorwärtskommen.»

Tagebucheintrag vom 5. März 1912

Am 17. März können Oates verfrorene Füsse nicht mehr weiter. Er weiss, dass er die anderen aufhält. Dass er ihnen lebensnotwendige Zeit stiehlt. «Ich will einmal hinausgehen und bleibe vielleicht eine Weile draussen», sagt er zu seinen Freunden. Dann geht er in den Orkan.

Oates wurde 32 Jahre alt. «Er handelte als Held und als englischer Gentleman», schreibt Scott und hofft, dass er, Bowers und Wilson mit ähnlichem Mut ihrem Ende entgegengehen.

Noch 20 Kilometer bis zum nächsten Depot. Wie lächerlich diese Distanz Scott früher erschienen wäre. Jetzt aber tobt draussen der Sturm mit solch ungeheuerlicher Gewalt, dass ans Marschieren nicht zu denken ist. Der Brennstoff ist aufgebraucht. Das Essen reicht noch für zwei Tage.

«Wir haben es gewagt und wir wussten, was wir wagten; das Glück hat sich gegen uns entschieden, wir dürfen uns deshalb nicht beklagen, sondern wir beugen uns vor dem Willen der Vorsehung. Ich weiss nicht, ob ich ein grosser Entdecker gewesen bin, aber unser Ende wird ein Zeugnis sein, dass der Geist der Tapferkeit und die Kraft zum Erdulden aus unserer Rasse noch nicht entschwunden ist.»
Auszug aus Scotts Botschaft an die Öffentlichkeit

In dieser ausweglosen Lage beschlossen die drei Männer, ihre Opiumtabletten unberührt zu lassen und auf den natürlichen Tod zu warten. Sie hörten ihn schon, wie er leise an die Zeltwand klopfte.

29. März. Es ist Freitag. Scott schreibt in sein Tagebuch:

«Es ist ein Jammer, aber ich glaube nicht, dass ich noch weiter schreiben kann. Um Gottes willen – sorgt für unsere Hinterbliebenen.»

Scotts Tagebucheintrag vom 29. März 1912

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bild: wikimedia

Es ist sein letzter Eintrag. Dann zittern seine erfrierenden Finger den Wunsch hin: «Schickt dieses Tagebuch meiner Frau!»

Wilson und Bowers steckten in ihren Schlafsäcken, die bis über den Kopf geschlossen waren. Scott musste als Letzer gestorben sein. Der Kopf lag auf seinen drei Tagebüchern, sein Arm umschlang Wilson. So wurden sie acht Monate später von ihren Kollegen Cherry-Garrard, Atkinson, Wright und Crean gefunden.

Auf der letzten Seite von Scotts Tagebuch finden die Männer das Wort «Frau» durchgestrichen. Er hatte in letzter grausamer Gewissheit das Wort «Witwe» darübergeschrieben.

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Cherry-Garrard und die anderen begruben Scott, Wilson und Bowers mit der Zeltplane und errichteten ihnen ein Grab auf dem Ross-Schelfeis bei 79° 50′ S. Oates’ Leiche blieb verschollen, man fand nur seinen Schlafsack mit einem darin eingewickelten Theodoliten. Die Männer errichteten auch ihm ein Grab an der Position, wo er in etwa das Zelt verlassen haben musste. bild: wikimedia

In den Abschiedsbriefen an die Frauen und Mütter seiner Kameraden wendet sich der tote Scott noch einmal zu Wort. Sein Herz überquelle vor Mitleid, schreibt er Mrs. Bowers. Und seiner eigenen Frau, dass sie den gemeinsamen Sohn für Naturgeschichte begeistern soll.

«Mache ihn zu einem strebsamen Menschen. Ich musste mich, wie du weisst, zwingen strebsam zu werden – ich hatte immer Neigung zu Trägheit. »

Scott in seinem Abschiedsbrief an seine Frau

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    Alle Leser-Kommentare
  • Schreimschrum 01.04.2019 15:33
    Highlight Highlight Extrem spannend! Hammer, bitte mehr davon!
  • Thomtackle 01.04.2019 13:49
    Highlight Highlight Grossartiger Artikel. Sehr spannend. Schwer vorstellbar, wie das damals zu und her ging. Und was für Fotos. Grandios!
  • Doktor Dosenbier 01.04.2019 12:22
    Highlight Highlight Fast wie "Die Berge des Wahnsinns"
  • ReziprokparasitischerSymbiont 31.03.2019 19:22
    Highlight Highlight Ein spannender Artikel!

    Interessant finde ich auch, dass sich ein Teil der Geschichte wiederholte beim nächsten Versuch den Pol auf dem Landweg zu erreichen: nach dem fast 50 Jahre lang keiner zu Fuss den Pol erreicht hatte, machten sich erneut zwei Expeditionen auf den Weg. Edmund Hillary war mit seinen Leuten knapp zwei Wochen früher da als das englische Team. Dabei hätte Hillary eigentlich nur Depots für die Antarktisdurchquerung der Engländer errichten sollen. Dass er selber bis zum Pol geht war nicht geplant.

    Aber wenigstens hatte das Abenteuer für beide Gruppen ein gutes Ende.
  • Gwendolino 31.03.2019 18:54
    Highlight Highlight „Die Superlative jagen einander wie freudige Welpen durch die Sätze des Polarforschers,...“ :)
  • Alnothur 31.03.2019 15:30
    Highlight Highlight Ein echt toller Bericht, danke! :) Allerdings haben sich bei den Tagebuchdatierungen ein paar Fehler eingeschlichen, da kommt ein paar mal die Jahreszahl 2011 vor ;)
    • Anna Rothenfluh 31.03.2019 16:51
      Highlight Highlight Hoppla, danke dir, hab’s korrigiert!
  • Ohniznachtisbett 31.03.2019 14:32
    Highlight Highlight Ich habe zwar schon viel zu dieser Geschichte gesehen. Auch über Amundsen. Aber dieser Artikel ist wiederum genial geschrieben.

    Der Moment, indem du realisierst, dass du 2200 km durchs Eis marschiert bist, für nichts, das muss so unglaublich niederschmetternd sein. Eine Tragödie wie sie nur das Leben selbst schreiben kann.
  • Stigs 31.03.2019 13:56
    Highlight Highlight Schaut das video von "Vox dark room"
    • Bruno S.1988 31.03.2019 16:37
      Highlight Highlight Diese Doku vom Kanal phoenix ist besser!
      Play Icon
  • c_meier 31.03.2019 13:10
    Highlight Highlight Toller Artikel, das Schiff der Norweger, die Fram, kann in Oslo im Frammuseeum besichtigt werden, sehr eindrücklich wenn man sich vorstellt 2 Jahre auf dem Schiff zu sein ohne Kontakt mit zu Hause, Gefahren usw.
  • salamandre 31.03.2019 12:54
    Highlight Highlight wir lernten die Geschichte in der Schule...
    nicht ganz so ausführlich. Danke Anna!!!
  • N. Y. P. 31.03.2019 12:48
    Highlight Highlight Eisberg-Grotte, Aufnahme vom Januar 1911. Scott schreibt stets in voller Bewunderung über die Kunst seines Fotografen Ponting.

    Dieses Grottenbild ist aber auch sehr eindrücklich.

    Überhaupt, es ist beeindruckend, wie Scott seine Mannen immer wieder lobt. Er hatte wirklich Freude, so ein tolles Team zu führen. Das Team spürte das Vertrauen und gab es ihm in Form guter Leistungen zurück.

    Heute werden pomadige Teamevents zelebriert, um Teams zu formen.
    Ja, im Jahr 1911 war Scott den heutigen Mänätschern bereits voraus..
    Benutzer Bild
    • STERNiiX 31.03.2019 18:06
      Highlight Highlight Das war halt eine andere Zeit und eine andere Situation. Die Männer wussten dass sie einander brauchen und zusammenhalten müssen. Alles andere wäre kontraproduktiv und, in dieser eisigen Isolation, auch gefährlich gewesen.
      Trotzdem eindrücklich und irgendwie herzerweichend wie Scott immer lobende Worte für sein ganzes Team findet. Ein unwahrscheinlich sympathischer Zeitgenosse.
      Heute sind viele froh wenn jemand anderes Fehler macht. Es geht nur noch darum selber im besseren Licht zu erscheinen.
    • N. Y. P. 31.03.2019 18:59
      Highlight Highlight Die Männer wussten dass sie einander brauchen und zusammenhalten müssen.

      Du sagst es !

      Heisst im Umkehrschluss : Heute ist sich in der heutigen Arbeitswelt jeder selbst der Nächste.

      ;-)
    • STERNiiX 31.03.2019 19:59
      Highlight Highlight Genau das habe ich gemeint.
  • Aldo Rein 31.03.2019 12:28
    Highlight Highlight Was für eine tolle, einzigartige Geschichte, unterstützt mit diesen wunderbaren Bildern von Herbert Ponting. Das macht gleich Lust, noch mehr zu lesen. Kannst du uns eine besondere Lektüre zu diesem Thema empfehlen?
    • Anna Rothenfluh 31.03.2019 13:10
      Highlight Highlight Vielen Dank Aldo Rein! Also ich hab für den Artikel das Tagebuch verwendet (Letzte Fahrt. Kapitän Scotts Tagebuch. Tragödie am Südpol, Edition Erdmann mit einem hübschen Vor- und Nachwort). Und dann natürlich die kurze Erzählung von Stefan Zweig in "Sternstunden der Menschheit", die Schuld ist an meiner nachhaltigen Begeisterung für diese Geschichte. Es gibt Unmengen Sekundärliteratur darüber, da weiss ich aber leider nicht aus eigener Erfahrung, welches etwas taugt.
  • SummaSummarum 31.03.2019 12:21
    Highlight Highlight Eine wunderbare Sonntagslektüre.
    Grossartig!
  • N. Y. P. 31.03.2019 11:55
    Highlight Highlight Das wohl berühmteste Tagebuch, das es je gegeben hat.

    Dann plötzlich taucht in dieser ewig gleichen, weissen Fläche ein schwarzer Fleck in der Ferne auf.

    Das können wir uns gar nicht vorstellen, was dieser schwarze Punkt bei Scott und seinen Leuten ausgelöst hat. Nach zehn Wochen, in denen sie ihre Körper über jedes erdenkliche Mass ausgewunden haben, folgt dieser Tiefschlag.

    Mann, das war ein toll und spannender geschriebener Artikel. Bitte mehr davon.
    • atorator 31.03.2019 12:01
      Highlight Highlight Ich habe erst gestern wieder mal The Revenent gesehen.

      Man muss sich mal in die Zeit zurückversetzen. Da waren uns bekannte Bären plötzlich weiss und doppelt so gross, watschelnde Vögel die tauchen, Wale mit grossen Spiralhörnern vorne drauf. Das muss wie ein Phantasieland gewirkt haben. Kann man sich heute kaum noch vorstellen.
    • Timiböög 31.03.2019 12:15
      Highlight Highlight Watschelnde Vögel und weisse Bären findest du aber nicht am gleichen Ort
    • SummaSummarum 31.03.2019 13:28
      Highlight Highlight @ N. Y. P.:
      Bin voll bei dir.

      Aber: «Das berühmteste Tagebuch...»...

      Anne Frank?
    Weitere Antworten anzeigen
  • atorator 31.03.2019 11:50
    Highlight Highlight Anna, vielen Dank für diese ausdauernde Arbeit. So einen Artikel stiefelt man nicht einfach so mal zusammen, da steckt sehr viel Aufwand dahinter.

    Nicht desto trotz, gratuliere zu diesem Schoggi-Job. Sich wochenlang in ein Thema stürzen. Als Kind machten meine Gspänli Vorträge über ihre Hamster, ich über den Bau der Titanic und den halleyschen Kometen oder die einzige nicht rechteckige Flagge eine Landes, nämlich Nepals.
    • Aglaya 31.03.2019 12:22
      Highlight Highlight Die Schweizer Flagge ist auch nicht rechteckig, sondern quadratisch ;-)
    • atorator 31.03.2019 12:27
      Highlight Highlight Aglaya: Ein Quadrat hat vier Ecken, also ist es eine "Unterart" des Rechtecks. Wie der Name schon sagt, vier Ecken im rechten Winkel...
    • atorator 31.03.2019 13:07
      Highlight Highlight Bin mal gespannt was das für 4 Leute sind, die wie Aglaya 4 Jahre Geometrie verpasst haben.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Wenn Åre = Are dann Zürich = Zorich 31.03.2019 11:49
    Highlight Highlight Danke
    Auch wenn ich Weinen musste 😭
    • Anna Rothenfluh 31.03.2019 13:15
      Highlight Highlight Mir geht es auch so. Jedes Mal wieder.
  • Beat-Galli 31.03.2019 11:33
    Highlight Highlight War das der Anfang vom Untergang des British Empire???

    Von den Norweger geschlagen worden....
    Was für eine Demütigung für diese Insulaner!
    • Skeptischer Optimist 31.03.2019 12:39
      Highlight Highlight Scott war - wie viele Mitglieder der britischen Oberkruste - vor allem ein Scharlatan.
  • LaktoseintoleranterVeganerLGBT 31.03.2019 11:19
    Highlight Highlight Ihre Berichte sind für mich mit Abstand das Beste was Watson hervorbringt! Authentisch, fundiert und immer hochspannend erzählt.
    • Anna Rothenfluh 31.03.2019 13:15
      Highlight Highlight Herzlichen Dank, LaktoseintoleranterVeganerLGBT <3
  • rundumeli 31.03.2019 11:18
    Highlight Highlight ist die geschichte wohl bekannt, doch berühren neue details und die tollen photos auch !

Der Mann jagte, die Frau hütete Kinder? Basler Archäologin räumt mit Uralt-Klischees auf

Der Mann war Jäger, die Frau hütete Kinder: Dieses Bild der Urzeitmenschen wird oft herangezogen, um Familienmodelle oder Geschlechterrollen zu rechtfertigen. Archäologin Brigitte Röder sagt im Interview, wie es früher wirklich war.

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