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Skelettreste am Roopkund-See in Indien.
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=49374743

Menschliche Knochen am Roopkund-See im Himalaya. Bild: Wikimedia/Ashokyadav739

Der Skelett-See ist mysteriös – nun machen DNA-Analysen die Sache noch rätselhafter



Hoch oben im Himalaya, höher als die höchsten Alpengipfel, liegt der Roopkund-See. Das Gewässer, eher ein Weiher als ein See, hütet ein morbides Geheimnis: Im Wasser und am Ufer verstreut liegen die Knochen von hunderten von Menschen. Niemand weiss genau, was sie hier taten und warum sie hier starben.

Der auch «Skeleton Lake» (Skelett-See) genannte, kaum zwei Meter tiefe Roopkund-See liegt auf 5029 Meter Höhe und ist elf Monate im Jahr zugefroren. Dass so viele Menschen an einen solch abgelegenen Ort kamen, liegt daran, dass er am Pilgerweg zum Nanda Devi Raj Jat liegt, einem religiösen Fest zu Ehren der Göttin der Freude (Nanda Devi) im indischen Bundesstaat Uttarakhand.

Karte: Lage des Roopkund-Sees in Indien. 
https://www.nature.com/articles/s41467-019-11357-9

Der See liegt im indischen Teil des Himalaya. Die rot gestrichelte Linie im Kartenausschnitt zeigt die Route des Pilgerwegs zum Nanda Devi Raj Jat. Karte: Nature

Bizarr ist überdies, dass kein einziges der schätzungsweise 500 Knochengerüste intakt ist. Zudem weisen alle Schädel- und Schulterknochen seltsame Verletzungen auf. Die Skelette wurden 1942 von einem Förster entdeckt, mitten im Zweiten Weltkrieg. Eine abenteuerliche Hypothese lautete deshalb, es handle sich um die Überreste von japanischen Soldaten, die über diesen Weg die Briten in Indien angreifen wollten.

Dagegen sprach allerdings, dass zahlreiche Skelette eindeutig von Frauen stammen, ausserdem wurden keine Waffen gefunden. Auch die These, es handle sich um Opfer einer Massen-Epidemie, die dort bestattet worden seien, erwies sich als unhaltbar – die Opfer waren zum Zeitpunkt ihres Todes gesund. In den 60er Jahren schätzten Wissenschaftler der Universität Michigan dann das Alter der Skelette auf etwa 800 Jahre.

Skelette am Roopkund-See.
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=35324241

Pilger, die auf dem Weg zum Raj Jat am See vorbeikommen, haben manche Knochen zu Haufen zusammengelegt. Bild: Wikimedia/Schwiki

2013 schliesslich schien das Rätsel gelöst: Eine Untersuchung im Auftrag der «National Geographic Society» kam zum Schluss, dass die Knochen über 1000 Jahre alt seien und von einer Gruppe von rund 300 Menschen stammten, die in ein schweres Unwetter geraten waren. Die Opfer – möglicherweise Pilger auf dem Weg zum Raj Jat – hätten in der baumlosen Gegend keinen Unterstand gefunden und seien von Hagelkörnern so gross wie ein Cricketball erschlagen worden.

Allerdings hatte bereits vor zehn Jahren eine genetische Untersuchung an 72 Skeletten ergeben, dass die Überreste von Menschen aus verschiedenen Bevölkerungsgruppen stammen. Bei den meisten Individuen fanden sich mitochondrielle Haplogruppen, die typisch für die Bewohner des indischen Subkontinents sind – ein wenig erstaunlicher Befund. Andere dagegen stammten offenbar aus dem Westen Eurasiens.

Roopkund-See im indischen Teil des Himalaya.
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=35324114

Der Roopkund-See ist heute ein beliebtes Trekking-Ziel. Bild: Wikimedia/Schwiki

Nun hat ein internationales Forscher-Team um Éadaoin Harney von der Harvard University bei 38 Skeletten eine vollständige Genomsequenzierung vorgenommen und die Ergebnisse mit der DNA von 1521 historischen und 7985 zeitgenössischen Individuen weltweit verglichen. Es zeigte sich, dass die Überreste mindestens drei Bevölkerungsgruppen zugeordnet werden können, wie die Forscher im Fachmagazin «Nature» schreiben.

Die DNA der grössten Gruppe – es handelt sich um 23 der 38 Individuen – weist Übereinstimmungen mit dem Erbgut der heutigen Bevölkerung Indiens auf. 14 Individuen stammen zum Erstaunen der Forscher aus dem Mittelmeerraum und sind genetisch mit den heutigen Bewohnern Griechenlands und Kretas verwandt. Ein Individuum stammt aus Südostasien.

Skelttreste am Roopkund-See.
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Roopkund,_Trishul,_Himalayas-2.jpg

Der See ist elf Monate im Jahr zugefroren. Bild: Wikimedia/Ashokyadav739

«Die Genetik der Skelette überraschte uns sehr. Dass hier Individuen aus dem Mittelmeerraum gefunden wurden, lässt vermuten, dass der Roopkund-See nicht nur von lokalem Interesse war, sondern dass Menschen aus der ganzen Welt hierherkamen», stellt Harney fest.

Die These von einer grossen Katastrophe, bei der alle Opfer am Roopkund-See gleichzeitig umkamen, wird aber noch mehr durch die Ergebnisse der Radiokarbondatierung erschüttert. Die Opfer fanden ihr Ende am See nämlich zu unterschiedlichen Zeitpunkten – zwischen der ersten Gruppe und der letzten liegt ein Zeitraum von rund 1000 Jahren. Die Individuen, die aus Süd- und Südostasien stammten, kamen vor etwa 1200 Jahren ums Leben, während jene aus dem Mittelmeerraum erst vor rund 220 Jahren den Tod fanden.

Skelettreste am Roopkund-See in Indien.

Kein einziges der Skelette ist noch intakt. Bild: Himadri Sinha Roy

«Wir konnten die Frage nicht beantworten, warum Leute aus dem Mittelmeerraum zu diesem See reisten und was sie dort taten», sagte Niraj Rai, ein Ko-autor der Studie, dem Magazin «National Geographic». In der Tat mussten diese Leute etwa 5000 Kilometer zurücklegen, bis sie an den kleinen See auf dem Dach der Welt gelangten. Die DNA-Analyse und zeitliche Einordnung der Skelette hat das Geheimnis des «Skeleton Lake» nicht gelüftet, sondern es noch rätselhafter gemacht.

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«The Mysterious ‹Skeleton Lake› in the Himalayas has just revealed something WEIRD!» Video: YouTube/The Lost History Channel TKTC

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In diesem Grab sind 300 Personen bestattet

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37
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37Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Granini 01.09.2019 08:23
    Highlight Highlight Früher als ich noch auf dem Bau arbeitete, grinste ich in mich hinein und dachte, dass sich sie in hundert Jahren wohl wundern werden wenn sie die Wände wieder aufreissen. 😁 was wäre wenn... 🤣
  • Hosenabe 31.08.2019 00:25
    Highlight Highlight Ich tippe auf ein Seeungeheuer...
  • Liselote Meier 30.08.2019 18:24
    Highlight Highlight Ich haue mal eine düsterere These in die Runde.

    Komische Verletzungen an Kopf und Schulter => Menschenopferkult der lange anhielt und nur in bestimmten Zyklen Menschenopfer erbrachte aus Entführten.
    • postprandiales Vigilanzsuppressionssyndrom 30.08.2019 21:22
      Highlight Highlight ich mag die Zheorie ! (übrigens auch deinen Namen )
  • Asparaguss 30.08.2019 17:26
    Highlight Highlight Das Unwesen dieses Sees ist nun wohl zum Tomasee in die CH gezogen
    • Aurum 31.08.2019 15:10
      Highlight Highlight ??
  • Jeanne Doe 30.08.2019 15:49
    Highlight Highlight Ich finde es toll, dass wir trotz unserer Möglichkeiten noch nicht alle Rätsel gelöst haben. Was wird da wohl passiert sein? Was hat die Menschen an diesen einen Ort gebracht? Faszination und Fantasie bringen da wilde und spannende Geschichten zu Tage - es darf auch mal etwas unbeantwortet bleiben!
  • Satan Claws 30.08.2019 14:14
    Highlight Highlight Immer schön Forschung aktuell hören und ihr seid sowas von gut informiert.

    Hier zu diesem Thema die Sendung vom 21. August 2019:

    http://podcast-mp3.dradio.de/podcast/2019/08/21/forschung_aktuell_21082019_komplette_sendung_dlf_20190821_1635_97bcfc47.mp3
  • Trajane 30.08.2019 12:39
    Highlight Highlight Bei einem Pilgerweg bei über 5000müM erstaunen mich einige Todesopfer nicht so. Wenn dabei der Platz beim See bedeutend war ist es nicht abwegig, dass verstorbene Reisegenossen bis dahin mitgenommen und dort bestattet (bzw. hinterlassen) werden.
  • hiob 30.08.2019 11:37
    Highlight Highlight 300? alle am gleichen ort gestorben? vor 800 jahren? das waren leonidas und seine männer im kampf gegen xerxes!
    • Aliminator 30.08.2019 14:54
      Highlight Highlight Also wenn man zu den genannten 800 Jahren nochmals ca.1700 dazurechnet, dann sollte das mit deiner These hinkommen 👍🏻😬
    • hiob 31.08.2019 13:13
      Highlight Highlight ich weiss meine these hinkt sehr stark. 😁
  • PlayaGua 30.08.2019 11:01
    Highlight Highlight Interessante Geschichte, vielen Dank.
  • iisprinzässin 30.08.2019 10:56
    Highlight Highlight Mich erstaunt die Bezeichnung "See", ich hätte das Teich genannt ...
    Benutzer Bild
    • Robi14 30.08.2019 11:13
      Highlight Highlight aka Tümpel!
    • Wat Sohn 30.08.2019 11:21
      Highlight Highlight Wie schon Dani Huber oben schrieb: “Das Gewässer, eher ein Weiher als ein See, ...”
    • iisprinzässin 30.08.2019 14:17
      Highlight Highlight @Wat Son Kann sein dass es editiert wurde nach meinem Kommentar?
  • LeChef 30.08.2019 10:44
    Highlight Highlight 220 Jahre ist jetzt nicht so lang her. Vielleicht eine private Expedition? Ende des 18. Jahrhunderts war Griechenland Teil des untergehenden Osmanischen Reiches. Die kulturelle Elite in Griechenland interessierte sich, in Abgrenzung zu den islamischen Besatzern, damals sehr für das antike Griechische Weltreich. Und der Norden Indiens, inklusive Hindustan, war um das Jahr Null herum für einige Jahrhunderte auch Teil der hellenischen Nachfolgerreiche. Dabei entstanden spezielle kulturelle Mischungen wie der Graeco-Buddhismus.

    Von daher wäre das gar nicht so abwegig wie man zuerst denken würde.
    • River 30.08.2019 12:51
      Highlight Highlight Dacht ich auch, Alexander der Grosse war aus Makedonien, heute ein Teil Griechenlands. Seine Soldaten haben diese Gene auf dem Weg nach, und definitvi auch in Indien gestreut.
    • PlayaGua 30.08.2019 13:54
      Highlight Highlight Um genau zu sein umfasst das damalige Makedonien heute Teile Griechenlands, Albaniens und Bulgariens sowie ganz Nordmazedonien.
    • Zerpheros {aka Comtesse du Zerph} 30.08.2019 17:03
      Highlight Highlight Natürlich gab es auch im Osmanischen Reich vereinzelt Frauen, die gereist sind (freiwillig und unfreiwillig). Aber dort? So viele? Hmmmm. Interessant, aber es bleiben Zweifel. 🤔
    Weitere Antworten anzeigen
  • dickesfell 30.08.2019 10:41
    Highlight Highlight Wenn sich dort Wasser sammelt, fliesst wasser dort hin. Es reisst vlt. alle Leiche der umliegenden Hänge mit sich. Pilgerweg, eine gefährliche Stelle, Leichen folgen dem Schmelzwasser zum Tümpel. An anderen Orten entlang des Weges sind die Knochen vielleicht einfach unentdeckt. Meistens ist's doch immer das Naheligende.
  • Marck 30.08.2019 10:36
    Highlight Highlight Die Knochen sind zu 100% biologisch abbaubar, was mich stört ist die fast leere PET-Flasche daneben.
    • Grittibenz 30.08.2019 11:19
      Highlight Highlight PET ist auch zu 100% biologisch abbaubar, es dauert nur im Vergleich sehr lange.
    • Ueli_DeSchwert 30.08.2019 11:30
      Highlight Highlight @Grittibenz biologisch abbaubar definiert, dass es mikroben oder Bakterien gibt, die es zersetzen können.
      Gibt es bei Plastik/PET nicht. Deine Aussage stimmt also nicht. Das PET zersetzt sich und wird immer kleiner, bis es zu Mikroplastik wird. Und ganz nach dem Motto "Aus den Augen, aus dem Sinn" könnte man dann meinen, dass es ja biologisch abgebaut ist, weil es ja nicht mehr da ist. Stimmt aber nicht.
    • Amaranth17 30.08.2019 13:31
      Highlight Highlight Gibt es sehr wohl:

      https://www.watson.ch/!501150140
    Weitere Antworten anzeigen
  • Domimar 30.08.2019 10:33
    Highlight Highlight Sehr spannend, danke! Vor 220 Jahren wütete doch der kleine Franzose in Europa. Mein Allgemeinwissen ist aber zu schwach um zu behaupten, dass er damals den ganzen Mittelmeerraum beherrschte. Vielleicht ein paar Leute, die vor ihm das Weite suchten. Spekulationen über Spekulationen.
    • Rabbi Jussuf 30.08.2019 11:07
      Highlight Highlight Damals gab es auch viele Griechen im asiatischen Teil des Osmanischen Reiches. Damit käme man dem Himalaja ein Stück näher.
      Um 1800 waren bereits die europäischen Ostindienkompanien im Norden Indiens angelangt. Ob da auch Griechen dabei waren??
    • Joe Smith 30.08.2019 12:00
      Highlight Highlight Ihrem Allgemeinwissen kann nachgeholfen werden:
      – Besagter Franzose mass knapp 1.70, war also für seine Zeit sogar eher überdurchschnittlich gross, und sogar heute würde ich 1.70 nicht unbedingt als «klein» bezeichnen.
      – Besagter Franzose wütete nicht durch Europa, sondern die Aggression kam von den umliegenden Monarchien, die den Feudalismus in Frankreich wiederherstellen wollten, wogegen er sich natürlich wehrte. Auch das ist natürlich stark verkürzt, aber die Kommentarspalte ist zu kurz, um das genauer zu beleuchten (hallo Anna Rothenfluh?).
    • Beyond Good & Evil 30.08.2019 19:38
      Highlight Highlight www.watson.ch/amp/!760089989

      Napoleon war 168.5.

  • Offi 30.08.2019 10:28
    Highlight Highlight Da bekommt man Hühnerhaut ...
  • Angelsshare 30.08.2019 10:21
    Highlight Highlight Wären doch Scully und Mulder noch im Dienst 🤔
  • Xiakit 30.08.2019 10:18
    Highlight Highlight Yeah mehr davon! Sehr interessant Danke dafür :)

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