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Das Wrack eines von sandinistischen Truppen abgeschossenen Transportflugzeugs in Nicaragua. Die CIA finanzierte die antisandinistischen Contra-Rebellen, obwohl der US-Kongress dies verboten hatte.
Das Wrack eines von sandinistischen Truppen abgeschossenen Transportflugzeugs in Nicaragua. Die CIA finanzierte die antisandinistischen Contra-Rebellen, obwohl der US-Kongress dies verboten hatte.
Bild: AP NY

Drogen, Waffen, Menschenversuche – 7 spektakuläre Operationen der US-Geheimdienste

20.02.2020, 16:5617.12.2020, 16:23

Die «Washington Post» nannte es den «Geheimdienst-Coup des Jahrhunderts»: Die CIA bespitzelte – in Zusammenarbeit mit dem BND – über manipulierte Verschlüsselungsgeräte der Schweizer Crypto AG mehr als 100 Staaten. Diese sogenannte «Operation Rubikon» mag «eine der erfolgreichsten nachrichtendienstlichen Unternehmungen der Nachkriegszeit» sein – sie ist bei weitem nicht die einzige. Das zeigt diese kleine und willkürliche Auswahl von sieben Operationen der CIA und des FBI.

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Operation Mockingbird

Fake News ist keine Erfindung unserer Tage: Schon die Operation Mockingbird, ein Programm der CIA, soll mit erfundenen Geschichten gearbeitet haben, um die öffentliche Meinung in den USA und in befreundeten Ländern zu beeinflussen. Das Programm hatte Wurzeln in der Endphase des Zweiten Weltkriegs, als die OSS – die Vorläuferorganisation der CIA – ein Netzwerk von Journalisten in Europa aufbaute. Ab 1947, mit dem Beginn des Kalten Krieges, kümmerte sich der CIA-Mann Frank Wisner um Operation Mockingbird. In den 50er-Jahren soll er angeblich Journalisten von über 25 US-Medien rekrutiert und bezahlt haben – darunter Reuters, ABC, CBS, Hearst Newspapers und die New York Times.

CIA-Chef Allen Dulles im Jahr 1954.
CIA-Chef Allen Dulles im Jahr 1954.
Bild: AP

Die CIA-Propaganda gelangte über kooperierende oder ahnungslose Journalisten in die News. Sie trug dazu bei, verdeckte und oft illegale Geheimdienstaktionen im Ausland zu verschleiern, etwa den Sturz der Regierung Arbenz in Guatemala 1954 oder den Sturz der Regierung Mossadegh im Iran 1953. Gemäss dem Reporter und Pulitzer-Preisträger Carl Bernstein wurde Operation Mockingbird 1953 direkt von CIA-Direktor Allen Dulles kontrolliert.

Enthüllungsjournalist Carl Bernstein.
Enthüllungsjournalist Carl Bernstein.
Bild: KEYSTONE

Projekt MKULTRA

Das streng geheime Programm MKULTRA begann 1953 und lief bis in die 70er-Jahre hinein. Es wurde auf Befehl von CIA-Chef Allen Dulles initiiert und sollte eine vermutete amerikanische Rückständigkeit im Bereich der Gedankenkontrolle beseitigen. Als im Korea-Krieg US-Gefangene plötzlich Propaganda für den Kriegsgegner machten, fürchtete man, die Ostblock-Staaten verfügten über bisher unbekannte Mittel der Gehirnwäsche. Ziel des von Sidney Gottlieb geleiteten Projekts MKULTRA war es, ein Wahrheitsserum zu finden, mit dem Gedankenkontrolle und Bewusstseinsmanipulation möglich wäre. Experimentiert wurde mit Drogen wie LSD, Meskalin oder Angel Dust, aber auch mit Psychochirurgie.

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Zahlreiche Experimente wurden an Menschen durchgeführt, die nichts davon wussten und kein Einverständnis dafür gegeben hatten – oder deren Einverständnis erzwungen war. Zu den Versuchskaninchen zählten auch Gefängnisinsassen wie etwa der bekannte Verbrecher James Bulger, dem zusammen mit anderen Häftlingen eine hohe Dosis LSD verabreicht wurde – angeblich, um ein Medikament gegen Schizophrenie zu testen. Opfer waren auch CIA-Angehörige selber, denn der Geheimdienst wollte herausfinden, ob sich mit LSD ein Spion «umdrehen» liesse.

Dem Verbrecher James Whitey Bulger wurde 1957 <a target="_blank" rel="nofollow" href="https://www.ozy.com/true-story/whitey-bulger-i-was-a-guinea-pig-for-cia-drug-experiments/76409/">nach eigenem Bekunden</a> im Gefängnis eine hohe Dosis LSD verabreicht.
Dem Verbrecher James Whitey Bulger wurde 1957 nach eigenem Bekunden im Gefängnis eine hohe Dosis LSD verabreicht.
Bild: AP Boston Police

Der Chemiker Frank Olson sprang neun Tage nach einer LSD-Dosis, die ihm ohne sein Wissen verabreicht worden war, aus dem Fenster eines Hochhauses. Ob es sich tatsächlich um Suizid oder um Mord handelte, ist umstritten. Ein Teil der Experimente wurde auch in geheimen Gefängnissen im Ausland durchgeführt, um der Kontrolle durch die US-Behörden zu entgehen. 1972 vernichtete die CIA in einem illegalen Akt einen Grossteil der offiziellen Dokumente zu dem Projekt. Obwohl MKULTRA ein geheimes Programm war, wurden einige Teilprojekte – darunter auch Menschenversuche – in amerikanischen Kliniken und Universitäten durchgeführt.

Frank Olsons Sohn Eric glaubt, dass die CIA seinen Vater umgebracht hat.
Frank Olsons Sohn Eric glaubt, dass die CIA seinen Vater umgebracht hat.
Bild: AP

Cointelpro

Das sogenannte Counterintelligence Program der amerikanischen Bundespolizei FBI richtete sich gegen eine ganze Reihe von Institutionen und Personen, die vom FBI als subversiv eingeschätzt wurden. Zu den wichtigsten Zielen, die vom FBI gezielt überwacht, aber auch diskreditiert wurden, gehörten die Bürgerrechtsbewegung und die Bewegung gegen den Vietnamkrieg, daneben auch linke politische Parteien und die «Black Panthers». Rechtsextremistische Grupperungen wie der Ku-Klux-Klan wurden überwacht, aber geduldet – sofern sie gegen Gegner wie die Black Panthers vorgingen. Das FBI begnügte sich nicht damit, diese Ziele zu observieren, sondern ging aktiv gegen sie vor, indem sie unterwandert und beispielsweise mit gefälschten Dokumenten diskreditiert wurden. Das bekannteste Opfer dürfte Martin Luther King sein – er wurde nicht nur jahrelang abgehört, das FBI schickte ihm auch einen anonymen Brief, der ihn erpressen sollte und ihm Selbstmord nahelegte.

Der Bürgerrechtler Martin Luther King war eines der bevorzugten Ziele von Cointelpro. Er wurde jahrelang abgehört.
Der Bürgerrechtler Martin Luther King war eines der bevorzugten Ziele von Cointelpro. Er wurde jahrelang abgehört.
Bild: AP

Zum Arsenal des FBI zählten auch anonyme Denunziationen, Verhaftungen und Verurteilungen aufgrund von falschen Aussagen und sogar die Anwendung von Gewalt bis hin zum Mord. Dass solche Methoden hochgradig illegal und verfassungswidrig waren, stellte für FBI-Chef Edgar Hoover kein Hindernis dar; er sah darin eine legitime Verteidigung der durch Feinde bedrohten nationalen Sicherheit. Cointelpro wurde 1956 in der paranoiden Atmosphäre eines hysterischen Antikommunismus initiiert und endete erst 1971 – ein Jahr vor Hoovers Tod –, nachdem Aktivisten in ein FBI-Büro eingebrochen waren und der Presse Dokumente zugespielt hatten. Doch erst im Nachgang der Watergate-Affäre richtete der US-Kongress einen Untersuchungsausschuss ein, der die Aktivitäten der Geheimdienste und des FBI unter die Lupe nahm.

J. Edgar Hoover leitete das FBI von 1935 bis zu seinem Tod 1972.
J. Edgar Hoover leitete das FBI von 1935 bis zu seinem Tod 1972.
Bild: DPA

Air America

1949 kaufte die CIA eine vor dem Bankrott stehende Fluggesellschaft, die sie in der Folge für verdeckte Operationen einsetzte. Das Unternehmen, das ab 1959 Air America hiess, versorgte zunächst nach Burma geflohene Einheiten der im Bürgerkrieg geschlagenen nationalchinesischen Armee mit Waffen. Seit Beginn der Sechzigerjahre flog die Air America Einsätze in Indochina. Dazu zählten Transport- und Aufklärungsflüge sowie Suchaktionen für abgeschossene Kampfpiloten. Die eingesetzten Maschinen eigneten sich für diese Operationen, weil sie auf sehr kurzen Landebahnen starten und landen konnten. Die Piloten der Fluggesellschaft nahmen dabei, obwohl sie Zivilisten waren, an Kampfhandlungen im Vietnamkrieg teil.

Ein Flugzeug der Air America 1970 in Laos.
Ein Flugzeug der Air America 1970 in Laos.
Bild: Wikimedia

Die CIA soll selbst so weit gegangen sein, die Maschinen der Air America für den Drogenschmuggel einzusetzen. Das Opium wurde von Bergvölkern im Norden von Laos angebaut, die damit ihren bewaffneten Kampf gegen die kommunistische Guerilla Pathet Lao finanzierten. Ein Teil der Profite floss an Politiker und Militärs der Region, die mit den Amerikanern verbündet waren. Ob die CIA aktiv mit Drogen handelte oder lediglich deren Transport organisierte, ist umstritten – vor diversen Untersuchungsausschüssen stellten CIA-Zeugen eine aktive Beteiligung jeweils in Abrede. Einen letzten grossen Einsatz hatte die Airline 1975, als nordvietnamesische Truppen Saigon eroberten: Sie brachte mit Helikoptern das Personal der US-Botschaft und weitere Flüchtlinge aus der Stadt. Nach dem Vietnamkrieg scheiterte ein Versuch, Air America in Thailand weiterzuführen, und die Fluggesellschaft wurde aufgelöst.

Die zivile Fluggesellschaft soll Opium und Heroin aus den Berggebieten im Norden von Laos geschmuggelt haben.
Die zivile Fluggesellschaft soll Opium und Heroin aus den Berggebieten im Norden von Laos geschmuggelt haben.

Der Vietnamkrieg

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Der Vietnamkrieg – vor 40 Jahren fiel Saigon
quelle: ap/ap
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Operation CHAOS

Nicht nur das FBI bespitzelte die Einwohner der USA, auch die CIA tat dies – und zwar illegal, da sie als Auslandsgeheimdienst nicht im Inland tätig werden darf. Überdies verstiessen ihre Überwachungsaktivitäten gegen die US-Verfassung. Die verdeckte Operation der CIA lief unter dem Code-Wort CHAOS und begann 1967 während des Vietnamkrieges auf Geheiss von Präsident Johnson. Ziel der Überwachung waren rund 300'000 Kriegsgegner und Bürgerrechtler. Man vermutete, die Protestbewegungen seien durch sowjetische Agenten unterwandert. Obwohl sich dieser Verdacht nicht erhärten liess, ordnete Johnsons Nachfolger Nixon an, die Bespitzelung noch auszuweiten. Dabei wurden die Reisebewegungen der observierten Bürger in einer elektronischen Datenbank festgehalten.

US-Präsident Nixon intensivierte die Überwachung von Gegnern des Vietnamkriegs.
US-Präsident Nixon intensivierte die Überwachung von Gegnern des Vietnamkriegs.
Bild: KEYSTONE

Von der National Security Agency (NSA) – ebenfalls ein Auslandsgeheimdienst der USA – erhielt die CIA Namenslisten von Personen, die dem Krieg in Vietnam gegenüber kritisch eingestellt waren. Die NSA ihrerseits überwachte in der Operation Minaret über 1600 US-Bürger, darunter Martin Luther King und Muhammad Ali. Selbst US-Senatoren wie Frank Church wurden bespitzelt. Operation Minaret wurde – ebenso wie Operation CHAOS – 1973 beendet, als die Watergate-Affäre die Schlagzeilen beherrschte. Enthüllt wurde CHAOS allerdings erst ein Jahr später durch einen Artikel des Journalisten Seymour Hersh. Dies führte zur Einsetzung von mehreren Untersuchungskommissionen – die wichtigste davon war das Church Committee unter der Leitung des Senators Frank Church. Aus diesem Ausschuss gingen die ständigen Ausschüsse des Senats und Repräsentantenhauses hervor, deren Aufgabe die Kontrolle der Geheimdienste ist.

Box-Champion Muhammad Ali gehörte zu den US-Bürgern, die während der Operation Minaret bespitzelt wurden.
Box-Champion Muhammad Ali gehörte zu den US-Bürgern, die während der Operation Minaret bespitzelt wurden.
Bild: AP
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Das Leben von Seymour Hersh

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Das Leben von Seymour Hersh
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Operation Cyclone

1978 putschten sich die Führer der kommunistischen afghanischen Volkspartei an die Macht und riefen die pro-sowjetische Demokratische Republik Afghanistan aus. Das neu installierte Regime schloss einen Friedensvertrag mit der Sowjetunion und begann eine Landreform, die höchst unpopulär war, jedoch äusserst brutal durchgeführt wurde. Dies führte zu einem Aufstand von antikommunistischen «Mudschaheddin», islamistischen Widerstandskämpfern. Der Logik des Kalten Krieges folgend, stellte sich Washington auf die Seite der Aufständischen: Im Juli 1979 beschloss Präsident Carter auf Vorschlag seines Sicherheitsberaters Zbigniew Brzeziński, die Mudschaheddin mit 500'000 Dollar zu unterstützen, vorerst nur für medizinische Versorgung, Funkgeräte und dergleichen. Nach der sowjetischen Invasion Ende 1979 erlaubte Carter auch direkte Waffenlieferungen.

Mudschaheddin in Afghanistan mit einem erbeuteten sowjetischen Schützenpanzer.
Mudschaheddin in Afghanistan mit einem erbeuteten sowjetischen Schützenpanzer.
Bild: AP

Die Operation Cyclone, bei der die CIA eng mit dem pakistanischen Geheimdienst ISI zusammenarbeitete, nahm mit dem Amtsantritt von Präsident Reagan deutlich an Umfang zu. Nun wurden auch amerikanische Flugabwehrwaffen an die Mudschaheddin geliefert. Daneben wurden umfangreiche Mittel in die Rekrutierung und Ausbildung der Mudschaheddin gesteckt, zu denen auch Freiwillige aus islamischen Ländern stiessen – darunter ein gewisser Osama bin Laden. Insgesamt wurden mit britischer und saudi-arabischer Hilfe mehr als 100'000 muslimische Kämpfer ausgebildet. Im Rahmen der Operation Cyclone flossen mindestens drei Milliarden Dollar in den afghanischen Widerstand – damit dürfte es sich um eine der teuersten CIA-Operationen handeln. Sie war erfolgreich: Die Sowjetunion zog ihre Truppen 1989 ab; der Krieg in Afghanistan war einer ihrer Sargnägel. Doch die Stärkung der Islamisten in Afghanistan ebnete den Taliban und der Al Kaida den Weg – mit den bekannten Folgen.

Osama bin Laden 1988 in Afghanistan. Der Saudi kämpfte in den Achtzigerjahren gegen die Sowjets; ob er damals direkt von der CIA finanziert wurde, ist umstritten – er profitierte jedoch mindestens indirekt von der US-Unterstützung.
Osama bin Laden 1988 in Afghanistan. Der Saudi kämpfte in den Achtzigerjahren gegen die Sowjets; ob er damals direkt von der CIA finanziert wurde, ist umstritten – er profitierte jedoch mindestens indirekt von der US-Unterstützung.
Bild: EPA

Iran-Contra-Affäre

Als der Deal mit dem Iran aufgeflogen war, konnte – oder wollte – sich Präsident Reagan nicht mehr daran erinnern.
Als der Deal mit dem Iran aufgeflogen war, konnte – oder wollte – sich Präsident Reagan nicht mehr daran erinnern.
Bild: AP

Präsident Reagan verfolgte nach seinem Amtsantritt 1980 die sogenannte «Reagan-Doktrin», die die Unterstützung von antikommunistischen Rebellen weltweit vorsah. Nachdem jedoch die Demokraten in den Midterms 1982 die Mehrheit in beiden Häusern des US-Kongresses erobert hatten, verabschiedeten sie das «Boland-Amendment», das jede Finanz- und Militärhilfe für die Contra-Rebellen in Nicaragua untersagte. Diese rechtsgerichtete Guerilla, die gegen die demokratisch gewählte sandinistische Regierung kämpfte, war bisher vom CIA trainiert und finanziert worden. Reagans Leute suchten nach einem Weg, das Boland-Amendment zu unterlaufen. Dieser Weg fand sich schliesslich, und zwar über einen Umweg: in einem geheimen Deal mit dem Mullah-Regime in Teheran. Obwohl gegen den Iran wegen der Geiselnahme in der US-Botschaft ein Handelsembargo bestand, lieferte Washington bis 1986 moderne Waffensysteme an das verfeindete Land, zu Beginn über israelische Kanäle. Der Iran setzte sie im Krieg gegen den Irak ein, der ebenfalls von den USA beliefert wurde.

Iranische Soldaten im Krieg gegen den Irak, 1982. Die schlecht ausgerüsteten iranischen Truppen erlitten hohe Verluste.
Iranische Soldaten im Krieg gegen den Irak, 1982. Die schlecht ausgerüsteten iranischen Truppen erlitten hohe Verluste.
Bild: AP NY

Die Einnahmen aus dem Geschäft gingen illegal an die Contras – und die hatten noch eine weitere problematische Einnahmequelle: Mit Wissen der CIA schmuggelten die antisandinistischen Rebellen jahrelang tonnenweise Kokain in die USA, wo es vornehmlich in den Ghettos von Los Angeles verkauft wurde – während First Lady Nancy Reagan mit dem Slogan «Just say no» («Sag einfach Nein») gegen den Drogenkonsum predigte. Finanziert wurde der Drogenschmuggel unter anderem durch «humanitäre Hilfsgelder» für die nicaraguanische Opposition.

Contra-Rebellen in den Bergen von Niicaragua.
Contra-Rebellen in den Bergen von Niicaragua.
Bild: AP

Der Deal mit den Mullahs flog 1986 auf, als die libanesische Zeitung «Al-Shiraa» darüber berichtete. Eine daraufhin eingesetzte Untersuchungskommission stellte fest, dass von den etwa 30 Millionen Dollar, die der Deal eingebracht hatte, rund 18 Millionen nicht verbucht waren. Ein Mitarbeiter des Nationalen Sicherheitsrates, Oberstleutnant Oliver North, erklärte darauf, dass diese Gelder an die Contras geflossen waren. Die Verwicklung der CIA in den Contra-Drogenhandel wurde von einer Kommission unter dem Vorsitz von Senator John Kerry aufgedeckt, doch einer breiten Öffentlichkeit wurde dieser Teil der Affäre erst später durch die Artikelserie des Journalisten Gary Webb bewusst. Die juristische Aufarbeitung der Iran-Contra-Affäre war bescheiden: Jene Verantwortlichen, die überhaupt verurteilt wurden, wurden von Präsident George Bush senior begnadigt.

North bei seiner Aussage vor einem Sonderausschuss des US-Kongresses.
North bei seiner Aussage vor einem Sonderausschuss des US-Kongresses.
Bild: EPA, WHITE HOUSE
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So hörte die CIA über eine Schweizer Firma 100 Staaten ab

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So hörte die CIA über eine Schweizer Firma 100 Staaten ab
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