Wissen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Interview

ETH-Professor: «Es gibt keinen Öl-Peak, das ist Quatsch»

Die Solarmodule werden immer effizienter und günstiger. Man braucht mit der Solarenergie nicht zu warten, bis es kein Erdöl mehr gibt, sagt Professor Christophe Ballif, Leiter des Fotovoltaik-Labors in Neuenburg der ETH Lausanne.

Bruno Knellwolf / ch media



Vue des panneaux solaires de la nouvelle installation photovoltaique Coopsol installes sur le toit du College du Cret-du-Chene a Neuchatel, ce mardi 9 mai 2017. Le toit de l’ecole, mis a disposition par la Ville de Neuchatel, abrite la premiere centrale solaire participative du canton et produit quelque 100’000 kWh d’energie par an, correspondant a la consommation en electricite de 30 menages. (KEYSTONE/Thomas Delley)

Theoretisch könnte ein die Energie in der Schweiz aus der Photovoltaik stammen, wenn alle Gebäude genutzt würden. Bild: KEYSTONE

Für die Energiewende brauche es viele kleine Revolutionen, sagt Christophe Ballif. Er vergleicht das mit dem Game «Fortnite». «Die haben es geschafft, über zehn Millionen Spieler mit einer Super-Synchronisation online zusammen zu schalten. Warum soll das bei den Energiesystemen nicht gehen?», fragte der Leiter des Fotovoltaiklabors der ETH Lausanne und des Fotovoltaik-Zentrums des CSEM in Neuenburg kürzlich im Hightech Zentrum Aargau in Brugg. Ballif, auch schon als Solar-Papst bezeichnet, hat im Jahr 2016 den renommierten Becquerel-Preis der EU-Kommission erhalten für die Entwicklung der Silizium Heterojunction Solarzellen und den Transfer der Fotovoltaik-Forschung in die Industrie.

Christophe Ballif, Solarforscher ETH Lausanne in Neuenburg.

Sie beklagen, dass die Erdöl- Wirtschaft eine zu starke Lobby habe. Bremst das die Solarenergie?
Christophe Ballif: Die fossile Wirtschaft verdient viel Geld. Da hat sie natürlich kein Interesse daran, fossile Treibstoffe verschwinden zu lassen. Die fünf grössten Ölfirmen haben in den letzten neun Jahren in Brüssel 250 Millionen Euro für Lobbying ausgegeben. Das Öl wird weiter fliessen. Es gibt keinen Öl-Peak, das ist Quatsch. Benzin könnte man auch aus Kohle machen und davon gibt es genug.

Welche Auswirkungen hat dieses Lobbying?
Es bremst die politischen Entscheidungen. Damit sich die Fotovoltaik entwickeln kann, muss man aber die richtigen Rahmenbedingungen haben. Auch für die anderen erneuerbaren Energien.

«Bisher war das Schweizer Parlament nicht besonders proaktiv, was die Unterstützung betrifft.»

Inwiefern?
Natürlich muss die Schweiz wirtschaftlich wettbewerbsfähig bleiben. In der nächsten Legislatur werden vier Wege diskutiert. Erstens nur das Minimum oder nichts tun, wie das einige im rechten Spektrum möchten. Zweitens eine Intensivierung mit mehr Unterstützung für Elektroautos, Wasserstoff-Lastwagen, Wärmepumpen, Solarenergie und Geothermie. Der dritte Weg ist, Gelder umzulenken, mit Lenkungsabgaben im CO2-Gesetz. Viertens ist das Verbieten und Verzichten eine Variante. Zum Beispiel die Pflicht, beim Bau eines neuen Hauses Fotovoltaik auf dem Dach zu installieren.

Sind Zwang und Verbote notwendig?
Auf Dauer wahrscheinlich schon. Wenn man für alle neuen Gebäude die Ölheizung verbietet, geht der CO2-Ausstoss zurück. Allerdings haben die Leute dann keine Wahl mehr. Also darf die Heizung mit erneuerbarer Energie nicht viel mehr kosten als eine Ölheizung. In der Schweiz werden wir einen Kompromiss zwischen Nichtstun und Verboten wählen.

Wieviel Fotovoltaik braucht es für eine Schweiz ohne fossile Treibstoffe?
Ein bedeutender Teil der Schweizer Dächer sollte 2050 mit Fotovoltaik bedeckt sein sowie auch ein Teil der Fassaden. Und zwar mehr als heute in der Energiestrategie des Bundes geplant ist. Theoretisch würden die Schweizer Gebäude für die Fotovoltaik ausreichen, um zusammen mit der Wasserkraft genug Energie für die Schweiz zu erzeugen, inklusive Mobilität und Heizung.

Skeptiker sagen, das sei zu teuer.
Die verstehen nicht, wie rasch sich die Technologie entwickelt. Solarmodule zu importieren ist heute günstiger als Erdöl einzuführen. Und zwar um den Faktor 15 pro nutzbare Kilowattstunde. Die Arbeitsplätze bleiben zudem in der Schweiz. Ich kämpfe dafür, dass die Solarenergie günstiger wird.

Wie soll Solarstrom billiger werden?
Strom aus der Sonne ist in vielen Teilen der Welt schon die günstigste Energie, wenn man den Strom auch verkaufen kann. Es gibt keine Begrenzung für die Menge an Solarenergie. Viele Firmen in Europa, nicht nur in China, bauen Solarmodule, damit sinkt der Preis.

«In zehn Jahren sind die Modulpreise um den Faktor 10 gesunken und werden in zehn Jahren nochmals um 40 Prozent günstiger sein. Zudem gibt es neue Entwicklungen bei der Produktion.»

Zum Beispiel?
Durch eine neue Schnitttechnik wird der Materialverlust beim Silizium reduziert. So wird 60 Prozent Material gespart, die Module werden günstiger, es geht weniger graue Energie verloren.

Und wie steht es um den Wirkungsgrad der Solarmodule, also wie viel Energie der Sonne wirklich in Strom umgewandelt wird?
Heute haben Siliziummodule im Durchschnitt einen Wirkungsgrad von 19 Prozent. Dieser wird laufend verbessert. Jedes Jahr um 0.3 bis 0.4 Prozent. Im Jahr 2025 wird er bei 21 bis 23 Prozent liegen, 2030 bei 23 bis 24 Prozent. Das wird die Kosten für eine Gesamtanlage reduzieren.

Ist mit diesem Wirkungsgrad das Ende erreicht?
Das Moduldesign ändert sich. Es gibt Module, die Sonnenlicht von beiden Seiten aufnehmen. Dank des reflektierten Lichts erzeugen diese Solarmodule 10 bis 25 Prozent mehr Energie. Es gibt verschiedene Ansätze, um noch höhere Wirkungsgrade zu erreichen. Zum Beispiel indem man die hocheffizienten PERC-Solarzellen wie Ziegel zu einem Modul stapelt. Generell hat eine Solarzelle aus Silizium aber ihre Grenzen, weil sie blaues Licht nicht gut nutzen kann. Der einzige Weg, das zu überlisten, ist, Solarzellen zu stapeln. Das ist auch das Prinzip der Weltraumzellen. Mit zwei gestapelten Solarzellen hat man den Weltrekord von 32.8 Prozent erreicht.

Die Sonne scheint nicht 24 Stunden am Tag. Wie sind die Fortschritte bei der Speicherung?
Leute mit Fotovoltaik auf dem Dach wollen genügend Geld für ihren Strom. Bekommen sie zu wenig, werden sie versuchen, den Strom für den Eigenbedarf zu speichern und investieren in Batterien. Die Batterien werden immer besser und werden dann auch die Spitzenerträge der Solaranlage abfedern. Wenn zudem mehr Elektroautos gefahren werden, erhalten wir mit diesen Autos zusätzliche Speicher- und Managementmöglichkeiten mit deren Batterien. Bei einer Million Elektroautos mit 50 KW Spitzenleistung und Batterien mit 50 kWh Speicherkapazität könnte viel Solarstrom wieder in die Häuser zurückfliessen.

Braucht die Batterieproduktion zu viel CO2?
Dieses Argument wurde auch für die Fotovoltaik gebraucht, ist aber heute falsch. Es gibt zwar immer einen CO2-Anteil bei der Batterie-Produktion. Aber man muss zwei Dinge sehen: Die Batterieherstellung macht Fortschritte. Wenn dabei zukünftig mehr Solar- oder Wasserstrom verwendet wird, geht der CO2-Anteil zurück. Und im Fahrbetrieb ist ein Elektroauto ökologischer als ein Verbrennerauto, wenn der Strom für das E-Auto sauber ist. Es gibt zudem genug Lithium. Wir forschen an neuen Materialien, an der Alterung und Management von Batterien, damit sie länger genutzt werden können, wie auch am Recycling und «Second Life». (aargauerzeitung.ch)

Gigantische neue Wasser-Solaranlage

Play Icon

Das könnte dich auch interessieren:

«Dieses Land ist beinahe am Ende»: Grossbritannien wählt – und ist zerrissen

Link zum Artikel

Die grösste Überraschung bei «Jumanji 2»? Sie haben es nicht (ganz) verbockt!

Link zum Artikel

Die Grossen in der Champions League unter sich – jetzt haben sie, was sie immer wollten

Link zum Artikel

Wann ist krank wirklich krank?

Link zum Artikel

Eine Enttäuschung für Cassis und Rytz. Nun darf es nicht einfach so weitergehen

Link zum Artikel

So würde Online-Shopping im «Real Life» aussehen

präsentiert vonMarkenlogo
Link zum Artikel

Die Generation Z bestimmt die grössten globalen Probleme – und es ist nicht nur das Klima

Link zum Artikel

Ta-ta-ta-taaaa: PICDUMP Nummer 300 ist da! 🎉

Link zum Artikel

SBB-Chef Ducrot ist der «Anti-Meyer» – aber mit einem dicken Tolggen im Reinheft

Link zum Artikel

Lehrer M. zur Pisa-Studie: «Schüler erzählen mir fast triumphierend, dass sie nicht lesen»

Link zum Artikel

Toiletgate im Weissen Haus: Wegen Trumps Klo-Tirade lacht das Internet Tränen

Link zum Artikel

Stell dir deine Pizza zusammen und wir sagen dir, ob du Gourmet oder Banause bist

Link zum Artikel

8 Zeichnungen des ersten Terrorhäftlings, die zeigen, wie die Amerikaner folterten

Link zum Artikel

Glück vor Geld – Island treibt Wirtschaft der Zukunft voran

Link zum Artikel

Shaqiri erhält nach Traum-Comeback ein Sonderlob von Klopp – und eine Entschuldigung

Link zum Artikel

Ho ho ho! Der Bundesrat schnürt das Budgetpäckli: Dafür gibt er am meisten Geld aus

Link zum Artikel

Das beste Kamera-Handy gibt's jetzt in der Schweiz – wir haben es getestet

Link zum Artikel

Diese Schweizer Organisationen erhalten am meisten Spendengelder

Link zum Artikel

TikTok zensiert Videos von Menschen mit Behinderung – um sie vor Mobbing zu schützen 🤔

Link zum Artikel

Wegen «Wildwest-Modell» von Uber & Co. – warum bald Millionen in den AHV-Kassen fehlen

Link zum Artikel

Alphabet Inc. – das macht der Mega-Konzern hinter Google wirklich

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

«Dieses Land ist beinahe am Ende»: Grossbritannien wählt – und ist zerrissen

69
Link zum Artikel

Die grösste Überraschung bei «Jumanji 2»? Sie haben es nicht (ganz) verbockt!

5
Link zum Artikel

Die Grossen in der Champions League unter sich – jetzt haben sie, was sie immer wollten

54
Link zum Artikel

Wann ist krank wirklich krank?

105
Link zum Artikel

Eine Enttäuschung für Cassis und Rytz. Nun darf es nicht einfach so weitergehen

103
Link zum Artikel

So würde Online-Shopping im «Real Life» aussehen

10
Link zum Artikel

Die Generation Z bestimmt die grössten globalen Probleme – und es ist nicht nur das Klima

28
Link zum Artikel

Ta-ta-ta-taaaa: PICDUMP Nummer 300 ist da! 🎉

181
Link zum Artikel

SBB-Chef Ducrot ist der «Anti-Meyer» – aber mit einem dicken Tolggen im Reinheft

51
Link zum Artikel

Lehrer M. zur Pisa-Studie: «Schüler erzählen mir fast triumphierend, dass sie nicht lesen»

157
Link zum Artikel

Toiletgate im Weissen Haus: Wegen Trumps Klo-Tirade lacht das Internet Tränen

47
Link zum Artikel

Stell dir deine Pizza zusammen und wir sagen dir, ob du Gourmet oder Banause bist

158
Link zum Artikel

8 Zeichnungen des ersten Terrorhäftlings, die zeigen, wie die Amerikaner folterten

229
Link zum Artikel

Glück vor Geld – Island treibt Wirtschaft der Zukunft voran

103
Link zum Artikel

Shaqiri erhält nach Traum-Comeback ein Sonderlob von Klopp – und eine Entschuldigung

22
Link zum Artikel

Ho ho ho! Der Bundesrat schnürt das Budgetpäckli: Dafür gibt er am meisten Geld aus

62
Link zum Artikel

Das beste Kamera-Handy gibt's jetzt in der Schweiz – wir haben es getestet

33
Link zum Artikel

Diese Schweizer Organisationen erhalten am meisten Spendengelder

15
Link zum Artikel

TikTok zensiert Videos von Menschen mit Behinderung – um sie vor Mobbing zu schützen 🤔

6
Link zum Artikel

Wegen «Wildwest-Modell» von Uber & Co. – warum bald Millionen in den AHV-Kassen fehlen

31
Link zum Artikel

Alphabet Inc. – das macht der Mega-Konzern hinter Google wirklich

0
Link zum Artikel

Das könnte dich auch interessieren:

«Dieses Land ist beinahe am Ende»: Grossbritannien wählt – und ist zerrissen

69
Link zum Artikel

Die grösste Überraschung bei «Jumanji 2»? Sie haben es nicht (ganz) verbockt!

5
Link zum Artikel

Die Grossen in der Champions League unter sich – jetzt haben sie, was sie immer wollten

54
Link zum Artikel

Wann ist krank wirklich krank?

105
Link zum Artikel

Eine Enttäuschung für Cassis und Rytz. Nun darf es nicht einfach so weitergehen

103
Link zum Artikel

So würde Online-Shopping im «Real Life» aussehen

10
Link zum Artikel

Die Generation Z bestimmt die grössten globalen Probleme – und es ist nicht nur das Klima

28
Link zum Artikel

Ta-ta-ta-taaaa: PICDUMP Nummer 300 ist da! 🎉

181
Link zum Artikel

SBB-Chef Ducrot ist der «Anti-Meyer» – aber mit einem dicken Tolggen im Reinheft

51
Link zum Artikel

Lehrer M. zur Pisa-Studie: «Schüler erzählen mir fast triumphierend, dass sie nicht lesen»

157
Link zum Artikel

Toiletgate im Weissen Haus: Wegen Trumps Klo-Tirade lacht das Internet Tränen

47
Link zum Artikel

Stell dir deine Pizza zusammen und wir sagen dir, ob du Gourmet oder Banause bist

158
Link zum Artikel

8 Zeichnungen des ersten Terrorhäftlings, die zeigen, wie die Amerikaner folterten

229
Link zum Artikel

Glück vor Geld – Island treibt Wirtschaft der Zukunft voran

103
Link zum Artikel

Shaqiri erhält nach Traum-Comeback ein Sonderlob von Klopp – und eine Entschuldigung

22
Link zum Artikel

Ho ho ho! Der Bundesrat schnürt das Budgetpäckli: Dafür gibt er am meisten Geld aus

62
Link zum Artikel

Das beste Kamera-Handy gibt's jetzt in der Schweiz – wir haben es getestet

33
Link zum Artikel

Diese Schweizer Organisationen erhalten am meisten Spendengelder

15
Link zum Artikel

TikTok zensiert Videos von Menschen mit Behinderung – um sie vor Mobbing zu schützen 🤔

6
Link zum Artikel

Wegen «Wildwest-Modell» von Uber & Co. – warum bald Millionen in den AHV-Kassen fehlen

31
Link zum Artikel

Alphabet Inc. – das macht der Mega-Konzern hinter Google wirklich

0
Link zum Artikel

Abonniere unseren Newsletter

82
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
82Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Hubert Kirrmann 25.11.2019 18:39
    Highlight Highlight Ballif ist tatsächlich sowas wie der Pabst: er spendet Hoffnung auf eine bessere Zukunft, sagt nicht, wann diese eintreten soll. Um nur die Produktion von Mühleberg zu ersetzen, braucht es 12 Jahre Zubau an Solarstrom bei der heutigen Rate. Längst nicht alle Immobilienbesitzer wollen PV-Module auf dem Dach, und zwei Kantone haben ein disbezügliches Gesetz abgelehnt. Peak Oil gibt es nicht? Verschoben ist nicht aufgehoben
  • Regas 25.11.2019 17:45
    Highlight Highlight Herr Professor wir rechnen Weiter: 1e6 Autos mit 50e3Wh Akku gibt 50e9Wh Speicherkapazität. Durchschnitt Verbrauch Schweiz = 7.5e9W, Verfügbarkeit Solaranlagen 10% der Nennleistung Pv. Für 50% Solarstromausbau würden die Paneels bei max. Einstrahlung 5*7.5e9 = 37.5e9W erzeugen. Bei leeren Akkus sind die in 50e9Wh/(37.5e9W-7.5e9W) = 1.66 Stunden aufgeladen. Akkus halb entladen: Die Ladezeit ist ca 45 min Voraussetzung alle Autos sind am Netz! Die Speicherkapazität der Autoakkus reicht nirgends hin! Was mit der Überschüssigen 30e6W Leistung? Wird das Stromnetz dies verkraften?
    • Hubert Kirrmann 25.11.2019 18:43
      Highlight Highlight Zeigt wieder, dass Koriphäen es nur auf ihrem Fachgebiet sind. Prof. Ballif hat keine Ahnung von Stromversorgung, aber heute werden nur diejenige publik, die die Energiestrategie als "problemlos" deklarieren.
    • Lienat 25.11.2019 23:07
      Highlight Highlight Oh doch, der Herr Balif hat schon eine Ahnung. Das Problem ist hier wohl eher, dass man in einem Interview, welches für Laien geschrieben wird, nicht überall ins Detail gehen kann (z.B. das Elektroautos nur ein Teil der Lösung sind). Das Problem mit den Leistungsüberschüssen lässt sich übrigens leicht lösen, indem man die Anlagen bei Überangebot einfach zurückregelt (was jede halbwegs neue Anlage ab 50.2Hz automatisch tut). Und man verliert dadurch auf Dauer noch nicht einmal viel Energie (bei fixer Begrenzung auf 70% der Nennleistung im Mittelland jährlich etwa 3...5%).
    • Lienat 25.11.2019 23:41
      Highlight Highlight Die Rechnung mit den 7.5GW Durchschnittsverbrauch macht übrigens wenig Sinn: Der Verbrauch ist nicht kontinuierlich, sondern entspricht sogar ziemlig gut dem Tagesprofil einer PV Anlage. Und wenn wir aufhören, z.B. die Boiler über Nacht zu laden (was übrigens eine hübsche, versteckte Subvention für die KKW ist), dann kann man den Grossteil des dezentral produzierten Stroms direkt vor Ort nutzen, was sogar eine Entlastung für das Netz ist. Mit einem flexiblen Strompreis nach Angebot und Nachfrage würde sich da schon einiges von selbst regeln (z.B. auch das Laden von Elektroautos).
  • Posersalami 25.11.2019 16:15
    Highlight Highlight „Es gibt keinen Öl-Peak, das ist Quatsch.“

    Und wieso nimmt dann die Förderung von konventionellem Öl immer weiter ab? Wieso wird da nicht nachgehakt? Wieso sprudeln die Fraking Quellen teilweise nur für Monate?

    Klar kann man Benzin aus Kohle machen, das Verfahren ist alt. Sinn macht es trotzdem nicht, die Energiebilanz ist absolut erbärmlich.
    • MSpeaker 25.11.2019 18:01
      Highlight Highlight In dem Punkt würde ich auch woedersprechen.

      Natürlich gibt es vielr Möglichkeiten Öl zu fördern / erzeugen, aber es wird immer teurer.
      Vor 30.Jahren hätte sich Fravking nie gelohnt, da man sehr viel einfacher an öl gekommen ist das dann günstiger war.

      Es mag keinen theoretischrn Öl Peak geben, sehr wohl aber einen ökonomischen. Wenn Öl immer teurer wird, dann werden die alternativen Energien im Verhätniss günstiger. Werden die günstiger wird mehr davon gekauft / produziert. Und das macht alernative Energien günstiger. So wird der Gapp immer kleiner bis die alternative Energie günstiger ist.
    • Posersalami 25.11.2019 23:07
      Highlight Highlight Natürlich gibt es einen natürlichen Peak Oil. Da erzählt der ETH Forscher einfach nur Unsinn. Unsere Erde hat nunmal eine begrenzte Menge an Öl, Kohle oder Gas. Der Vorrat mag gross sein, aber wir fördern die Rohstoffe deutlich schneller als die Natur neues Öl "produziert". Das dauert ein paar Millionen Jahre.
    • Lienat 25.11.2019 23:31
      Highlight Highlight Natürlich werden die Ölquellen in absehbarer Zeit versiegen. Aber das ist nicht sein Punkt. Was er sagt ist, dass wir nicht darauf warten sollen und dann hoffen, dass die Revolution von selber kommt. Auch wenn es absurd und ineffizient ist, Benzin aus Kohle zu gewinnen: Die Lobby wird schon dafür sorgen, dass es trotzdem gemacht wird. Deshalb müssen wir die Energiewende vorher durchziehen - und zwar so schnell wie möglich.
  • landre 25.11.2019 09:58
    Highlight Highlight Unabhängig von der Kraftstoff-Gewinnung für Verbrennungsmotore, ist es schlicht unmöglich dass unser Alltag, Fortschritt und Wirtschaft ohne Petrochemie auskommen können. (Oder wollen wir in die Steinzeit zurück?)

    Wo aber die Petrochemie schon jetzt und zukünftig durch Fortschritte ersetzt werden kann, dort sollte dies so früh wie möglich umgesetzt werden.

    Die Ideologisierung bzw. fanatische Politisierung von solch relevanten Lebensbereichen wird es aber leider schwierig(er) gestalten. Dies bezüglich sind Fachpersonen wie der Professor hier oben und Medien wie Watson um so wichtiger...
    • bbelser 25.11.2019 13:18
      Highlight Highlight Ich finde die "Steinzeit-Keule" genauso kontraproduktiv wie eine "fanatische Politisierung". Die fanatische Politisierung erkenne ich übrigens v. a. bei der übermächtigen Fossil-Lobby.
    • Lienat 25.11.2019 14:35
      Highlight Highlight Das ist ja das tragische daran: Erdöl ist ein sehr wertvoller Rohstoff. Und wir Deppen wissen nichts besseres damit anzufangen, als ihn zu verbrennen!

      Als Energieträger ist Erdöl leicht ersetzbar. Als Rohstoff hingegen ist es praktisch unersetzbar.
    • landre 25.11.2019 17:16
      Highlight Highlight bbeiser, Steinzeit-Keule, Fossil-Lobby, "Greta vs. Rösti"(?) sind ohnehin abstrakt. Petrochemie und dessen Umgang damit sind hingegen, wie Lienat erklärt, konkret.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Ruefe 25.11.2019 09:36
    Highlight Highlight Wir werden aber das Energieproblem nicht lösen können wenn wir nach dem Herrn Ballif "wirtschaftlich konkurrenzfähig" bleiben wollen. Das Problem liegt auch im Ressourcenverbrauch der seltenen Erden, wenn Unternehmen ihre Photovoltaikpanels im gleichen Massen herumschleudern wollen wie die Ölkonzerne, gehen die Rohstoffe für Photovoltaik schneller aus als das Öl.
    Niemand hört es gerne, aber es geht nichts anderes als reduzieren, jeder der das nicht zugibt ist für mich ein Blender.
    • Lienat 25.11.2019 10:31
      Highlight Highlight Wo genau in einem Solarmodul soll es seltene Erden (oder sonst irgendwelche seltene Rohstoffe) geben?

      Zu Deiner Information: Solarmodule bestehen im wesentlichen aus Silicium, Sauerstoff und Aluminium, also den drei häufigsten Elementen in der Erdkruste. Dann noch etwas Kupfer (das sich notfalls auch durch Aluminium ersetzen liesse). Den Rest musst Du schon mit dem Mikroskop suchen. Und das beste daran: Alles davon lässt sich beim Recycling zurückgewinnen.
    • Suigarah 25.11.2019 16:28
      Highlight Highlight Mit Beschichtungen aus sentenen Erden wird z.B der Wirkungsgrad erhöht. Das Glas welches die einzelnen Zellen schützt kann auch seltene Erde enthalten um es robuster zu machen. Dazu kommt, dass ein Modul alleine dir nicht viel nutzt. Dazu kommt Schutzeinrichtung, Wechselrichter etc.. In der Produktion werden/wurde die dinger mit Stickstofftrifluorid gereinigt was ein zig tausendfaches an schaden anrichtet als CO2. Und das als Ersatzstoff für FCKW. Wir reiten uns von einer Sch..... in die nächste.
    • Lienat 26.11.2019 00:03
      Highlight Highlight @Suigarah: Ich weiss nicht, welche Beschichtungen Du meinst. Falls Du die Anti-Reflex-Schicht meinst: Die besteht i.d.R. aus Siliciumoxyd oder Titandioxyd. Ferner kommen seltene Erden in Spezialgläsern zum Einsatz, welche für PV Module aber viel zu teuer sind.
      Und ja, wie in vielen industriellen Herstellungsprozessen werden auch in der Modulfertigung heikle Stoffe verwendet. Das ist aber nichts, was man durch die richtige Prozesstechnik nicht beherrschen kann.
  • Töfflifahrer 25.11.2019 09:25
    Highlight Highlight Für die Wirtschaft ist der Status Quo, also das Öl, eine Cash cow. Die soll noch lange Gewinne in die Taschen der Aktionäre und Manager bringen. Um dies zu erreichen habe die auch ein Lobbynetz aufgebaut, das bei unserem Parlament und Regierung Hervorragend funktioniert. Bei Winzer Parmelain und Kei Luscht Ueli habe die zudem noch direkte Unterstützer in der Regierung. Kein Wunder läuft es hier harzig bis gar nicht. Meine Hoffnung, das neue Parlament setzt endlich Druck auf (na ja träumen darf man ja).
    • karl_e 25.11.2019 10:24
      Highlight Highlight Und Herr Rösti ist nicht nur Präsident der $VP, sondern auch derjenige von Swissoil....
  • Peter R. 25.11.2019 08:15
    Highlight Highlight Es braucht Visionen und Unterstützung für effiziente und umweltfreundliche Energielieferer. Auf dieser Welt gibt es genügend Sonne und Wind - diese "Zulieferer" sollten kräftig subventioniert werden damit man umsteigen kann von Oel und Gas und Kohle. Die Windkraft sollte an geeigneten Orten installiert werden ohne dass die sog. Umweltschützer dagegen Sturm laufen.
  • Lienat 25.11.2019 08:06
    Highlight Highlight Bleibt noch zu erwähnen, dass Akkus bei weitem nicht die einzige Speichermöglichkeit sind, an der geforscht wird (oder die schon marktreif ist). Allen Unkenrufen zum Trotz: Das Speicherproblem ist längst gelöst!
    • Fandall 25.11.2019 10:51
      Highlight Highlight Für den Haushaltsgebrauch ja, im Megawattbereich meiner Meinung nach noch nicht ganz. Aber je mehr Häuser autarker vom Strom werden, desto kleiner das Problem auf der Stromnetzskala :-)
      Darum: Macht die Häuser unabhängiger von der Stromversorgern! (auch wenn das den Monopolisten nicht gefallen wird). Erneuerbare Energien funktionieren nur dezentral wirklich effizient.
    • Walter Sahli 25.11.2019 11:16
      Highlight Highlight Das Speicherproblem kann dann als gelöst betrachtet werden, wenn wir mit dem Auto an die "Tankstelle" fahren, dort den leeren Akku aus dem Wagen ziehen, ihn ins Laderegal legen, aus diesem einen vollen Akku rausziehen, diesen ins Auto stecken und dann wieder ca. 800Km fahren können.
    • Amateurschreiber 25.11.2019 13:00
      Highlight Highlight Das Speicherproblem ist seit Jahrzehnten gelöst. Die AKWs kann man nicht beliebig hoch- und runterfahren. Darum hat man zum ausgleichen Pumpspeicherkraftwerke gebaut!
    Weitere Antworten anzeigen
  • Stirling 25.11.2019 07:51
    Highlight Highlight "Erstens nur das Minimum oder nichts tun, wie das einige im rechten Spektrum möchten.''

    OK Boomer 🤦🏻‍♂️

    Lobbyismus macht aus Politikern nicht mehr als bezahlte Labertaschen.
    • Pafeld 25.11.2019 10:22
      Highlight Highlight Sind es nicht mehrheitlich Boomer, die das Gefühl haben, den eigenen Lebensstil vollständig aus eigener Kraft erarbeitet zu haben und darum ein naturgegebenes Recht auf Auto, Flug, Kreuzfahrt und stinkende Ölheizung zu besitzen scheinen? Denn im Moment scheitert die Energiewende ganz bestimmt nicht am primären Unwillen der Millenials...
  • Bruno Meier (1) 25.11.2019 07:28
    Highlight Highlight Tönt alles logisch, nur hat er im Interview einige Probleme einfach kleingeredet. Sollten die Akkus in den Autos wirklich als Puffer verwendet werden, ergeben sich schon einmal 2 Probleme. 1. Wer weiss, wie weit ich fahren muss/will? Wenn dann der Akku nur teilweise geladen ist, reicht es u.U. nicht. Da muss ich schon beim Einstecken wissen, wie weit ich bei der nächsten Abfahrt fahren will, wenn es mich nur jedes 20. Mal erwischt, gute Nacht. Jeder weiss, der Akku verliert bei jedem Laden/Entladen Lebensdauer, ausserdem müssen sie dann je nach Temperatur beheizt o. gekühlt werden, Effizienz?
    • Now 25.11.2019 09:14
      Highlight Highlight Bei wieviel Prozent der Autofahrtem weiss der Fahrer vorher nicht, wie weit er fahren muss/will?
    • Bruno Meier (1) 25.11.2019 19:12
      Highlight Highlight In mindestens 50% der Fahrten meiner Fahrzeuge, weiss ich 12 Std. vorher nicht dass diese überhaupt gemacht werden und somit wie weit.
      An die "Daumen runter": warum verfügen die Akkus dann über ein Kühl-/Heizsystem? Bei jeder Ladung/Entladung, könnt ihr einen Strich machen, um diesen Teil nimmt die Kapazität ab, Fakten. Wer möchte dann ein Occ. Auto kaufen, mit ??? noch vorhandener Batterieleistung, Thema Werterhaltung. Wie wird dieser Wert gemessen oder ausgewiesen, am teuersten Bauteil des Fahrzeuges?
    • Lienat 25.11.2019 23:18
      Highlight Highlight Also, wenn Du heute einen ganz mickrigen Lithium-Ionen Akku kaufst, dann macht der mindestens 2000 Vollzyklen. Damit könntest Du theoretisch den Akku jeden Tag einmal voll laden und anschliessend pessimistisch geschätzt mit 350km Fahrt täglich wieder Entladen - und das ununterbrochen während fünfeinhalb Jahren, in denen Du 700'000 zurücklegst. Bei Teilzyklen, was wohl eher realistisch ist, nimmt die Lebensdauer überproportional zu. Ausserdem haben moderne Akkus eher eine Lebensdauer von 5000 bis 10000 Vollzyklen. Und das natürlich wartungsfrei. Das als günstigen Occasion? Ja, gerne!
    Weitere Antworten anzeigen
  • victoriaaaaa 25.11.2019 07:20
    Highlight Highlight Unwichtige kleine Randbemerkung: Die ETH ist in Zürich, das westschweizer Pendant nennt sich EPFL
    • Der Rückbauer 25.11.2019 07:37
    • Sgt.Pepper 25.11.2019 07:39
      Highlight Highlight Beide Schulen sind ETH,
      es gibt in Zürich die ETHZ und die Lausanne ETHL bzw. auf französisch die EPFZ und die EPFL
    • Coffeetime 25.11.2019 07:46
      Highlight Highlight ETH Lausanne auf Deutsch ist korrekt. Eidgenössische Technische Hochschule Lausanne. Aber zugegeben, viele benützen einfach den französischen Kürzel.

      https://de.m.wikipedia.org/wiki/École_polytechnique_fédérale_de_Lausanne
    Weitere Antworten anzeigen
  • THEOne 25.11.2019 06:54
    Highlight Highlight wusste garnicht, dasses fortnite server mit 10 mio spielern gibt....muss ne grosse map sein
    • do u know Xonco The Muffin Man -The Muffin Man 25.11.2019 11:04
      Highlight Highlight Wusste gar nicht das Fortnite Spieler alt genug sind um sich in Online Foren registrieren zu können.

      sorry, konnte nich anders...
    • THEOne 25.11.2019 12:44
      Highlight Highlight 👍😁
  • Thomas G. 25.11.2019 05:53
    Highlight Highlight Autos als Batterie finde ich schon sehr kurz gedacht. Was nützt das Auto wenn es morgen eine leere Batterie hat? Klar man kann die Batterie wieder laden, das verschiebt aber nur das Problem. Der Strom kann nicht gleichzeitig aus Batterien kommen und diese Batterien im gleichen Zug aufladen.
    • Cpt. Jeppesen 25.11.2019 06:20
      Highlight Highlight Und was helfen dir deine 400 KM Reichweite im Akku des Autos wenn du nur 80 KM über den Tag brauchst?
      Wenn du von deinen z.B. 75 kW/h des Akkus im Auto 10 kW/h zum Buffern des Stromnetzes verwendest hast du im Wort Case immer noch ca. 350 KM im "Tank".
    • thatstheshit 25.11.2019 06:50
      Highlight Highlight Lieber nichts machen, gell?
    • Nony 25.11.2019 06:55
      Highlight Highlight Das ist etwas kurz gedacht. Oberflächlich betrachtet haben Sie allerdings recht. Es ist heute möglich, ein bisschen Planung vorausgesetzt, die Ladung des E Mobils so zu steuern, dass genügend Strom (zzgl. Reserve) im Akku ist, wenn Sie losfahren. Der Wagen muss i.d.R. nicht permanent zu 100% aufgeladen sein. Auf diese Weise lässt sich das somit problemlos managen
    Weitere Antworten anzeigen

«Wir können nicht auf Planeten auswandern»: Schweizer Nobel-Preisträger redet Klartext

Im persönlichen Gespräch erklärt der 77-Jährige Michel Mayor den Nutzen seiner Forschung, spricht über seine persönlichen Ziele und kontert Kritik an der einseitigen Nobel-Preisverteilung an weisse Männer.

Herr Mayor, Sie haben diese Woche den Physik-Nobelpreis erhalten - herzliche Gratulation. Für wie viele Selfies mussten Sie schon posiert?Michel Mayor: Sehr viele! Ich habe sie nicht gezählt. Am so genannten «Dies Academicus» am Freitag an der Universität Genf, wo ich einen Auftritt hatte, waren es aber bestimmt 100.

Was bedeutet Ihre Auszeichnung für die Hochschullandschaft Schweiz?Sie zeigt, dass wir in der Schweiz sehr gute Bedingungen haben für eine hochwertige, wissenschaftliche Forschung. …

Artikel lesen
Link zum Artikel