Wissen
International

Verbrecher hinter dem Stockholm-Syndrom – Clark Olofsson tot

Bank robber Clark Olofsson, right, peers at the camera while two unidentified female hostages sit inside a bank vault in this Aug. 23,1973 photo. The photo was taken by a camera sent down by Swedish p ...
Der Bankräuber Clark Olofsson (rechts) und seine Gefangenen.Bild: AP SWEDISH POLICE

Verbrecher hinter dem «Stockholm-Syndrom» gestorben

26.06.2025, 19:1026.06.2025, 19:10

Einer der berüchtigtsten Schwerverbrecher der schwedischen Geschichte, Clark Olofsson, ist laut einem Medienbericht tot. Er starb nach längerer Krankheit im Alter von 78 Jahren im Krankenhaus der Kleinstadt Arvika, wie seine Familie der Zeitung «Dagens ETC» bestätigte.

Olofsson war in den 1970er Jahren in ganz Schweden mit seinen Taten bekannt geworden. Er wurde nach Angaben des schwedischen Rundfunks zahlreicher Straftaten verdächtigt und wegen vielen davon verurteilt, darunter Bankraub, Einbruch, Mordversuch, Körperverletzung, Drogenvergehen und mehreren Gefängnisausbrüchen.

Psychologischer Schutzmechanismus

1973 erlangte er auch internationale Bekanntheit, als er nach einem Banküberfall eines anderen Mannes auf dem Norrmalmstorg in Stockholm auf Wunsch des Täters an den Ort des Geschehens gebracht wurde, sich mit dem Mann verbündete und Kunden und Angestellte tagelang als Geiseln festhielt.

Olofsson baute dabei eine Beziehung zu den Geiseln auf, die sich nach ihrer Freilassung begeistert über seinen Charme äusserten. Daraufhin entstand der weltbekannte Begriff «Stockholm-Syndrom», der ebensolche Sympathien von Geiseln zu Geiselnehmern beschreibt.

Bei dem Syndrom handelt es sich um einen unterbewussten psychologischen Schutzmechanismus. Vor dem Gefühl, ausgeliefert zu sein, schützen sich die Betroffenen seelisch dadurch, dass sie sich mit ihren Peinigern identifizieren. Diese Bindung kann auch nach dem Ende der Gefahr weiter bestehen. In Extremfällen stellen sich die Opfer bei ihrer Befreiung sogar vor ihre Entführer und sehen die Polizei als Bedrohung an. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
3 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3
«Anabolika im Fitnesssport sind eine verborgene Epidemie»
Immer mehr Freizeitsportler greifen zu Anabolika. Psychiater Ingo Butzke erklärt, weshalb soziale Medien den Trend befeuern und warum viele Konsumierende erst Hilfe suchen, wenn schwere Schäden auftreten.
Soziale Medien promoten einen jungen, perfekten Körper. Der Konsum von Anabolika als verbotenes Mittel zum Zweck steigt auch in der Schweiz steil an. Das Nacheifern von Schönheitsidealen und einer verzerrten Wahrnehmung steigert bei Jugendlichen die Bereitschaft, für die Selbstverwirklichung gesundheitliche Risiken und schwere psychische Nebenwirkungen auf sich zu nehmen. Mehr als die Hälfte der Konsumierenden erwirbt diese Substanzen online – oft über dubiose Kanäle. Neue Studien zur Qualität der auf diesem Weg erworbenen illegalen Steroide zeigen, dass 36 Prozent der gekauften Mittel gefälscht sind und 37 Prozent minderwertig. Mehrheitlich entspricht der Inhalt also nicht der Deklaration.
Zur Story