DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Lavabo Waschbecken Seife Hände waschen Symbolbild

Händewaschen mit Seife reduziert die Anzahl der Krankheitserreger auf den Händen drastisch. 
Bild: Shutterstock

Saubere Bosnier, schmuddelige Holländer: Beim Händewaschen ist die Schweiz nur Mittelmass

Die Schweiz gilt als sauberes Land. Wenn es ums Händewaschen nach dem Besuch des stillen Örtchens geht, ist das aber nicht ganz wahr. Das zeigt eine weltweite Studie, die überraschende Resultate zu Tage förderte. 



Händewaschen – und zwar mit Seife – nach dem Gang zur Toilette ist nicht einfach nur bon ton. Die Anzahl der Keime auf den Händen und damit die Gefahr, sich oder andere mit allerhand Unerfreulichem anzustecken, nimmt deutlich ab, wenn man sich die Hände mit Seife wäscht. Eine halbe Minute einseifen bringt 99,9 Prozent der Erreger auf den Händen um – die Wassertemperatur ist dabei vollkommen egal. 

Nicht aber die Seife: Wer sich die Hände ohne Seife wäscht, kann es genau so gut bleiben lassen. Das sagt zumindest eine Studie der Uni Regensburg

Grosse Unterschiede zwischen den Ländern

Eine kürzliche Umfrage von WIN – einer internationalen Vereinigung, zu der 75 Meinungsforschungsfirmen wie Gallup oder BVA gehören – hat nun zutage gefördert, dass es bei der Händewasch-Disziplin grosse Unterschiede zwischen verschiedenen Ländern gibt. 

Händewaschen Karte Europa

Händewaschdisziplin in Europa: Bosnier und Türken sind am saubersten; Niederländer und Italiener fallen hygienemässig stark ab. 
Karte: Watson (quelle: bva.fr)

In Europa stehen die Bosnier vorbildlich da. Nicht weniger als 96 Prozent der bosnischen Befragten gaben an, dass sie sich die Hände nach dem WC-Besuch automatisch mit Seife waschen. Dicht darauf folgt die Türkei mit 94 Prozent. Am anderen Ende der Skala befinden sich die Niederländer: Nur gerade die Hälfte von ihnen greift nach der Toilette zur Seife. Nicht viel besser sieht es in Italien aus; dort beträgt der Wert 57 Prozent. Die Schweizer liegen mit 73 Prozent im Mittelfeld – und müssen sich von ihren nördlichen Nachbarn scheel angucken lassen, die es auf 78 Prozent bringen. 

Weltweit steht übrigens Saudi-Arabien an der Spitze, das sonst nicht gerade eine gute Presse hat: 97 Prozent der Befragten dort seift sich nach dem Gang zur Toilette die Hände ein. Ganz anders sieht es in Ostasien aus: China (23%), Japan (30%) und Südkorea (39%) tummeln sich allesamt am unteren Ende der Rangliste. 

Ein möglicher Grund für die krassen Unterschiede könnte in den kulturellen Gepflogenheiten liegen: Im arabischen Raum wird auf der Toilette, ebenso wie in Indien und Teilen Südostasiens, die linke Hand zur Körperreinigung verwendet und mit Wasser gespült. In Japan dagegen sind Dusch-WCs mit warmem Spülwasser und eingebautem Föhn weit verbreitet. 

Anteil der Leute, die angaben, sich die Hände automatisch mit Seife zu waschen (in einigen ausgewählten Ländern):

Die Liste mit sämtlichen 63 Ländern gibt es hier. (dhr)

Tag der Toiletten

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Die Mutter des Covid-19-Impfstoffs und ihre lange Geschichte der Zurückweisung

20 Jahre lang hat niemand an Katalin Karikós Forschungen geglaubt, weitergemacht hat die Biochemikerin trotzdem. Dank ihrer Beharrlichkeit haben wir nun einen Impfstoff gegen Covid-19. Den Nobelpreis dafür will sie aber trotzdem nicht unbedingt.

Katalin Karikó hat sich noch nie darauf versteift, was andere denken oder tun. Hätte sie es getan, würde sie heute nicht als die Mutter der mRNA-Technik gefeiert.

Es ist jener unerschütterliche Glaube an die Sache und an die eigene Fähigkeit, eines Tages ihre Nützlichkeit beweisen zu können. Diese stille Beharrlichkeit, die nichts braucht ausser Zeit und immer wieder neuen Anläufen, die Karikó zu einer so wahrhaften Wissenschaftlerin machen.

Ein bisschen erinnert sie an Marie Curie, wie sie …

Artikel lesen
Link zum Artikel