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Behandlung von chronischen Wunden: Forscher machen Hoffnung

Forscher machen Hoffnung auf Behandlung von chronischen Wunden ohne Antibiotika

16.01.2026, 22:1616.01.2026, 22:16

Das Bakterium Enterococcus faecalis ist dafür bekannt, die Wundheilung zu verhindern. In einer am Freitag veröffentlichten Studie haben Wissenschaftler der Universität Genf und der Technischen Universität Nanyang in Singapur den Mechanismus untersucht, mit dem der Erreger die Gewebereparatur blockiert. Nun keimt die Hoffnung auf neue Behandlungsmethoden ohne Antibiotika.

Diese Forschungen könnten langfristig zu neuen Behandlungsmethoden für Patientinnen und Patienten mit nicht heilenden Wunden führen, betonte die Universität Genf in einer Mitteilung. Chronische Wunden, von denen jedes Jahr weltweit 18,6 Millionen Menschen betroffen sind, seien ein grosses Problem für die öffentliche Gesundheit.

Überraschende Entdeckung

In ihrer Studie beschreiben die Wissenschaftler, wie Enterococcus faecalis die Wundheilung aktiv verhindert. Das Bakterium nutzt demnach einen besonderen Stoffwechselprozess, bei dem kontinuierlich Wasserstoffperoxid produziert wird, eine Substanz, die für lebendes Gewebe besonders aggressiv ist.

Wasserstoffperoxid wird häufig als industrielles Desinfektions- und Bleichmittel verwendet. Es wird jedoch problematisch, wenn es direkt in einer infizierten Wunde entsteht. Das Produkt hat nämlich die Fähigkeit, Keratinozyten, die für die Hautregeneration verantwortlichen Zellen, zu lähmen.

«Unsere Ergebnisse zeigen, dass der Stoffwechsel der Bakterien selbst die Waffe ist – eine überraschende und bisher unbekannte Entdeckung», wird Guillaume Thibault, ausserordentlicher Professor am Singapore Centre for Environmental Life Sciences Engineering, in der Mitteilung der Universität Genf zitiert. (sda)

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Zweiter Weltkrieg – erinnern, aber wie?
1995 gedachte die Schweiz des Kriegsendes von 1945, auch mit einem offiziellen Schuldeingeständnis des Bundesrats für die damalige Flüchtlingspolitik. Dass die Rolle der Schweiz im Zweiten Weltkrieg in den folgenden Jahren zu einem Brennpunkt der Schweizer Aussenpolitik würde, ahnte damals niemand.
Geplant war die Geste ja in dieser Form ja nicht. Im Herbst 1994 hatte der Bundesrat eine Parlamentarische Anfrage, wie die Landesregierung den 50. Jahrestags des Endes des Zweiten Weltkriegs zu würdigen gedenke, noch abgewunken. 1989 habe man mit den «Diamantfeiern» anlässlich von 50 Jahren Mobilmachung bereits die Aktivdienstgeneration für ihre Leistungen verdankt.
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