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Medizin

Ab Februar sind mehr Menschen für Blutspenden zugelassen

Mehr Menschen sind ab Februar für Blutspenden zugelassen

13.01.2026, 08:2013.01.2026, 10:17

Die Kriterien für Blutspenden in der Schweiz werden ab dem 1. Februar gelockert. Personen mit früherer Bluttransfusion, längerem Aufenthalt in Grossbritannien oder gewissen medizinischen Eingriffen dürfen wieder spenden, wie Blutspende SRK mitteilte.

Blutspenden Blutspende
Bild: shutterstock.com

Grundlage für die Anpassung sei eine umfassende Risikoevaluation durch eine Fachgruppe und die Genehmigung durch das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic, schrieb Blutspende SRK, eine eigenständige Institution des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK), in einer Mitteilung am Dienstag.

Neu gilt demnach unabhängig vom Land, wo eine Bluttransfusion stattfand, eine Frist von vier Monaten nach jeder Transfusion. Personen, die sich in den 80er- und 90er-Jahren länger in Grossbritannien aufhielten, dürfen laut Blutspende SRK künftig wieder Blut spenden.

Bei neurochirurgischen Eingriffen gelte eine Wartefrist von einem Jahr, sofern der Eingriff in der Schweiz erfolgte. Personen, die nach 1993 ein Zahnimplantat in der Schweiz erhalten haben, dürfen zudem wieder Blut spenden. Je nach Komplexität des Eingriffs gilt laut Mitteilung eine Rückweisefrist von mindestens zwei Wochen.

Neue Regeln nach über 20 Jahren

Die bisherigen Regeln galten laut Blutspende SRK seit über 20 Jahren. Sie entstanden damals aufgrund dem Übertragungsrisiko der Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (vCJK) durch Blut. Ende des letzten Jahrhunderts bestand laut der Institution in Grossbritannien ein erhöhtes Risiko für eine Infektion.

Auch Bluttransfusionen und gewisse Eingriffe galten als potenzielle Risikofaktoren, wie Blutspende SRK schrieb. In der Schweiz sei bis heute kein Fall von vCJK bekannt und das Risiko einer Übertragung durch Bluttransfusionen werde heute als äusserst gering eingestuft.

"Nur ruhig Blut!" ist leicht gesagt: Blut fliesst viel turbulenter, als bisher angenommen. Und das hat unangenehme gesundheitliche Folgen. (Symbolbild)
Vor rund einem Jahr stelle SRK Blutspende einen Trend zu weniger Blutspenden fest.Bild: KEYSTONE

Blutspenden unterliegen weiterhin strengen Auswahl- und Kontrollprozessen, wie die Institution betonte. Die Anpassung der Kriterien sei aber ein «gesellschaftlich bedeutungsvoller Schritt.»

Vor rund einem Jahr stelle SRK Blutspende einen Trend zu weniger Blutspenden fest. Insgesamt wurden 2024 in der Schweiz 1,3 Prozent weniger Blutspenden entnommen als noch 2023. Insgesamt waren es 260'349 Spenden.

Per 1. Januar 2025 wurde die Unentgeltlichkeit der Blutspende im Gesetz verankert. Zudem durften seither - ausser den oben genannten Ausnahmen - alle Menschen Blut spenden. Bis 1. November 2023 waren Männer nur zur Blutspende zugelassen, wenn sie in den vergangenen zwölf Monaten keinen Sex mit Männern hatten. (sda)

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