Warum Spargel teuer ist – und der Urin nach ihm stinkt
Wann ist Spargelzeit in der Schweiz?
Die Spargelsaison in der Schweiz beginnt je nach Wetterlage in der Regel Mitte oder Ende April und dauert bis Ende Juni. In diesem Jahr sorgte der frühe Wärmeeinbruch für gute Bedingungen, bevor der Kälteeinbruch das Wachstum wieder etwas verlangsamte. Die ersten kleinen Mengen werden voraussichtlich rund um Ostern geerntet und in den Hofläden angeboten.
Die Juckerfarm am Pfäffikersee konnte trotz der kühlen Temperaturen bereits die ersten weissen Spargeln ernten. «Zuerst kommen wie üblich die weissen Spargeln, da diese in den Erddämmen wachsen. Bis wir die grünen und violetten Spargeln ernten können, muss die Temperatur steigen», schreibt der Agrarproduzent. Die Prognosen sehen derzeit gut aus: In den kommenden Tagen wird es wieder deutlich wärmer. Am Sonntag steigen die Temperaturen auf bis zu 20 Grad.
In den Supermärkten ist Spargel wohl erst etwas später erhältlich. Die derzeit angebotenen Spargel stammen aus ausländischem Anbau und haben einen langen Transportweg hinter sich.
Woher kommen die Spargeln aus der Schweiz?
Spargeln werden hierzulande von ungefähr 180 Gemüseproduzenten angebaut. Die meisten Betriebe befinden sich in der Ostschweiz, gefolgt vom Mittelland und der Westschweiz.
Der Grossteil des in der Schweiz konsumierten Spargels stammt aus dem Ausland. Pro Kopf werden jährlich etwa 1,2 bis 1,4 Kilogramm verzehrt, der Inlandanteil liegt dabei häufig unter 10 Prozent.
Was ist der Unterschied zwischen weissem und grünem Spargel?
Weisser Spargel wächst unter der Erde und bleibt dadurch zart und mild im Geschmack. Grüner Spargel dagegen wird über der Erde geerntet, ist der Sonne ausgesetzt und entwickelt durch das Chlorophyll seine typische Farbe sowie ein intensiveres, leicht nussiges Aroma.
Warum sind Spargeln so gesund?
Spargeln enthalten nur wenige Kalorien, stecken aber voller Mineralien und Vitamine. Hervorzuheben sind Folsäure, Vitamin K und Vitamin C, die für Zellteilung, Blutgerinnung und die Stärkung des Immunsystems wichtig sind. Zudem liefern sie Antioxidantien, die den Körper vor schädlichen Stoffen schützen und Entzündungen verringern. Grüner Spargel enthält etwas mehr Antioxidantien und besonders viel Vitamin C und K.
Warum sind Spargeln so teuer?
Der Spargelanbau ist sehr aufwendig und arbeitsintensiv. In der Regel wird erst im dritten Anbaujahr geerntet, da eine zu frühe Ernte die Pflanzen schwächt. Jede Stange muss von Hand gestochen werden, damit die zarten Triebe nicht beschädigt werden. Die Arbeit ist filigran und kann nicht von Maschinen ersetzt werden.
Wie lagert man Spargel richtig?
Spargel hält am besten, wenn er ungeschält und kühl gelagert wird. Weisse Spargelstangen sollten am besten in ein feuchtes Küchentuch gewickelt werden. Grüner Spargel wird am besten in einem Glas Wasser – wie ein Blumenstrauss – im Kühlschrank aufbewahrt.
Muss man Spargeln schälen?
Weisser Spargel muss geschält werden, da seine Schale faserig und bitter ist. Grüner Spargel muss dagegen nicht geschält werden – nur das untere Drittel und holzige Enden sollten bei Bedarf entfernt werden.
Kann man Spargeln roh essen?
Spargel kann bedenkenlos roh gegessen werden, besonders grüner Spargel eignet sich dafür. Der rohe Verzehr hat sogar einen Vorteil: Hitzeempfindliche Vitamine wie Vitamin C und bestimmte B-Vitamine bleiben besser erhalten als beim Kochen.
Kann man Spargeln einfrieren?
Spargel lässt sich problemlos roh einfrieren, um ihn rund sechs bis acht Monate haltbar zu machen. Vorher sollte er aber geschält werden.
Und nun zur wichtigsten Frage: Warum riecht Urin nach Spargel?
Die berühmte Spargel-Pipi-Frage: Der typische Uringeruch entsteht durch den Abbau von Asparagusinsäure, einer schwefelhaltigen Verbindung im Spargel. Im Körper wird diese Säure in schwefelhaltige Abbauprodukte zerlegt, die über den Urin ausgeschieden werden und intensiv riechen. Dies geschieht oft schon 15 Minuten nach dem Verzehr.
Interessanterweise nehmen nicht alle Menschen den Geruch gleich wahr – bei manchen bleibt er unbemerkt. Das liegt an den Geruchsrezeptoren. Es ist ein Mythos, dass manche Menschen den Geruch nicht produzieren. Alle Menschen scheiden die geruchsbildenden Stoffe aus.
