Wissen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Der Mars-Rover Curiosity hat organische Moleküle auf dem Roten Planeten nachgewiesen.

Curiosity ist seit August 2012 auf dem Mars und erforscht den Planeten immer noch.  Bild: NASA's Goddard Space Flight Center

Curiosity findet organische Moleküle auf dem Mars

08.06.18, 18:22


Gleich an vier Stellen im Gale-Krater auf dem Roten Planeten hat der Mars-Rover Curiosity komplexe organische Verbindungen gefunden. Wie Jennifer Eigenbrode vom Goddard Space Flight Center der NASA in Greenbelt und ihr Team im Fachmagazin «Science» berichten, hat das bordeigene Chemielabor von Curiosity ringförmige und kettenförmige Kohlenwasserstoff-Verbindungen, aber auch organische Schwefelverbindungen wie Thiophene und Dimethylsulfide nachgewiesen. 

Kohlenwasserstoff-Moleküle sind die Grundbausteine für Leben. Sie kommen allerdings auch auf Meteoriten vor und sind nicht unbedingt biologischer Herkunft. Auch das jetzt gefundene Material dürfte geologischen Ursprungs sein, betonen die Forscher, es ist aber grundsätzlich möglich, dass es aus biologischen Prozessen entstanden ist. «Curiosity hat die Quelle dieser organischen Moleküle nicht identifiziert», sagte Eigenbrode dazu.

«Organische Moleküle sind zentral, um das biologische Potenzial des Mars zu verstehen», führte Eigenbrode weiter aus. «Ob sie von vergangenem Leben zeugen, Nahrung für Leben waren oder auch in Abwesenheit von Leben existieren, organische Materie in marsianischen Materialien liefert wichtige chemische Indizien für die Bedingungen und Prozesse auf diesem Planeten.»

Schon früher hatten Untersuchungen organisches Material gefunden, jedoch in äusserst geringen Mengen. Es blieb unklar, ob diese Moleküle wirklich aus dem Gestein des Roten Planeten stammten – oder ob es sich nicht eher um eine Kontamination handelte. 

Der Gale-Krater auf dem Mars.

Der Gale-Krater auf unserem Nachbarplaneten.  Bild: Nasa/JPL

In der Senke des Gale-Kraters, in dem Curiosity die Proben mit den organischen Molekülen nahm, befand sich vor rund 3,5 Milliarden Jahren ein Süsswasser-See mit lebensfreundlichen Bedingungen. Es spricht viel dafür, dass unser Nachbarplanet damals alle physikalischen, chemischen und energetischen Voraussetzungen für eine lebensfreundliche Umwelt besessen hat. 

«New Mars Science Results.» Video: YouTube/NASA Jet Propulsion Laboratory

Ob es aber wirklich einst Leben auf dem Mars gab, kann Curiosity kaum ermitteln. Dafür müsste eine Sonde zum Einsatz kommen, die Material vom Mars zur Erde zurückbringen könnte. Die neue Entdeckung könnte nun den Anreiz erhöhen, eine solche Mission zu realisieren. 

(dhr)

So können wir auf einem anderen Planeten leben

Video: srf

Hol dir die App!

Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

Abonniere unseren Daily Newsletter

9
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
9Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Kommentiert 08.06.2018 21:26
    Highlight Und im nächsten Jahrzehnt fliegen Menschen auf den Mars! #whatatimetobealive💪🏼🚀
    0 0 Melden
  • Grave 08.06.2018 21:16
    Highlight Nur mal so eine kleine frage: wieos gehen eigentlich alle davon aus wenns es ausserirdisches leben geben würde/wird, dass dieses leben die gleichen veraussetzungen und bedingungen braucht wie das leben auf der erde ? Könnte es nicht möglich sein dass es irgendwo leben gäbe welches zum beispiel OHNE wasser oder sauerstoff auskommt ?
    (Frage ist durchaus ernst gemeint)
    9 0 Melden
    • Alnothur 09.06.2018 14:26
      Highlight Das Wichtige sind weder Wasser noch Sauerstoff, sondern organische Moleküle - Moleküle, die das Element Kohlenstoff enthalten, weil dieses sehr flexibel Verbindungen eingehen kann. So wie z.B. die von der Uni Bern auf Churyumov–Gerasimenko gefundenen Aminosäuren. Neben Kohlenstoff bietet eigentlich nur noch Silizium die Flexibilität, die für solche Verbindungen nötig ist.

      Wasser usw. ergibt sich dann aus den chemischen Notwendigkeiten. Nicht mal auf der Erde ist ja Sauerstoff für Leben notwendig - Pflanzen produzieren es als Abfallstoff, und Tiefseemikroben sind gänzlich ausserhalb.
      8 0 Melden
  • TheGoon 08.06.2018 19:19
    Highlight alle Macht den Nerds! Wir gehen zum Mars🚀🚀🚀
    77 2 Melden
  • Theor 08.06.2018 19:15
    Highlight Also das nenn ich mal ein Paradebeispiel, wie man eine Nachricht verschiedenst interprätieren kann. Der Artikel auf Golem zur gleichen News klingt ein biiischen anders:

    "Analysen von Kohlenwasserstoffen durch den Marsrover Curiosity zeigten keine Hinweise auf Leben. Dennoch versucht die Nasa mit allen Mitteln, den gegenteiligen Eindruck zu vermitteln." 😂

    https://www.golem.de/news/nasa-wieder-kein-leben-auf-dem-mars-1806-134844.html
    54 7 Melden
    • Alnothur 08.06.2018 22:20
      Highlight Du hast den Artikel hier nicht gelesen, oder?
      1 1 Melden
    • Pafeld 09.06.2018 02:19
      Highlight Thiophen und Methylsulfid sind typische Verbindungen, die in Meteoriten auftauchen. Da irgendwie Leben rein zu interpretieren, weil die Moleküle organisch sind, entspricht Chemiewissen, dass seit mehr als zwei Jahrhunderten veraltet ist.
      0 3 Melden
    • Alnothur 09.06.2018 14:20
      Highlight Pafeld, und der Artikel hier tut das auch nicht...
      1 1 Melden
    Weitere Antworten anzeigen

Das Kessler-Syndrom oder wie eine Kettenreaktion im All unser Leben verändern könnte

Am 10. Februar 2009 war es soweit: Knapp 800 Kilometer über den eisigen Weiten Sibiriens stiessen erstmals zwei Satelliten im Orbit zusammen. Als der amerikanische Satellit Iridium-33 mit einer relativen Geschwindigkeit von fast 40'000 Kilometern pro Stunde in den seit 1995 ausgedienten russischen Kosmos-2251 knallte – natürlich vollkommen lautlos, schliesslich gibt es im All keinen Träger für Schallwellen –, zerbarsten beide in über hunderttausend Trümmerstücke. Der Satellitenschrott …

Artikel lesen