Für viele ist es eine bleibende Erinnerung aus der Kindheit: Die Besuche von Samichlaus und Schmutzli in der eigenen Stube. Diese Erfahrung blieb vielen Kindern in den letzten zwei Jahren wegen der Pandemie verwehrt. So auch in der Stadt Zürich, wie Philipp Rellstab, Pressesprecher der St. Nikolaus Gesellschaft der Stadt Zürich, auf Anfrage erzählt. So sei man letztes Jahr nur für wenige Hausbesuche vorbeigegangen, und das auch nur mit vielen Auflagen.
Nicht so dieses Jahr. Die 35 Samichlaus-Schmutzli-Gespanne absolvieren dieses Jahr rund 650 Besuche. Um rechtzeitig bei den Kindern einzutreffen, hat jedes Duo deshalb einen eigenen Fahrer oder eine eigene Fahrerin. «Auf einer Skala von eins bis zehn liegt unsere Vorfreude bei 15», bringt Rellstab seine Begeisterung zum Ausdruck.
Es sei, als habe es die Pandemie nie gegeben. Mit einer Ausnahme: Im Vergleich zu früheren Zeiten sind mehr Feiern im Freien geplant als dies früher der Fall war. Auch zeichne sich eine Verlagerung bei den Kreisen ab. «Wir gehen eher zu den Leuten aus besseren Kreisen. In Gebieten hingegen, in denen die Menschen weniger vermögend sind, wird am Klaus dieses Jahr recht gespart.»
Ein grosses Interesse verspürt man auch im zürcherischen Wald. Mathias Kengelbacher, Koordinator der Samichlausgesellschaft Wald schickt seine Chläuse und Schmutzlis auf 47 Hausbesuche. «Letztes Jahr statteten wir den Kindern zwischen 25 und 30 Besuche ab, alle draussen. Dieses Jahr hats wieder angezogen.»
Dazu kommen sieben Besuche in Kindergärten und Spielgruppen. Diese Besuche werden von fünf Samichläuse und fünf Schmutzlis an vier Tagen gemacht, ganz ohne spezielle Vorkehrungen. «Einerseits schicken wir natürlich keinen kranken Chläuse oder Schmutzlis vorbei. Zudem halten wir die Familien an, den Besuch bei einem Krankheitsfall abzusagen oder zu verschieben. Corona-spezifische Massnahmen wie Masken gibt es aber keine.»
Ob auch die Vorfreude der Kinder gleich gross ist, bleibt offen. Angst, so Rellstab, hätten die Kinder aber schon länger nicht mehr. Zwar seien manche zu Beginn teils etwas schüchtern, «dass ein Kind aber Reissaus nimmt oder zu weinen beginnt, wenn der Samichlaus kommt, habe ich schon lange nicht mehr erlebt.» Könnte natürlich auch an den Chläusen und Schmutzlis liegen. Oder um es in den Worten von Kenegelbacher zu sagen: «Wir haben einen netten Samichlaus und einen netten Schmutzli und möchten kein Kind bestrafen.»
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