Wikileaks-Informantin Chelsea Manning aus Gefängnis entlassen

17.05.17, 16:56

Die Wikileaks-Informantin Chelsea Manning ist nach fast sieben Jahren aus der Militärhaft in den USA entlassen worden. Die 29-Jährige wurde am Mittwoch aus dem Gefängnis Fort Leavenworth im Bundesstaat Kansas entlassen, wie eine Armeesprecherin mitteilte.

Chelsea Manning äusserte sich nach ihrer Freilassung. «Nach weiteren angstvollen vier Monaten des Wartens ist der Tag endlich gekommen», heisst es in einer Stellungnahme, die ihre Anwälte am Mittwoch veröffentlichten. «Alles, was vor mir liegt, ist wichtiger als die Vergangenheit», heisst es darin weiter.

Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter veröffentlichte Manning ein Foto, das ihre Füsse in Turnschuhen zeigt, offenbar als Symbol für die ersten Schritte in Freiheit gemeint.

In der Haftzeit unterzog sich Manning einer Geschlechtsumwandlung. Sie unternahm zudem Berichten zufolge zwei Suizidversuche.

Zu 35 Jahren verurteilt

Manning war unter anderem wegen wegen Spionage zu 35 Jahren Militärhaft verurteilt worden und hat davon knapp sieben Jahre abgesessen. Präsident Barack Obama hatte die Strafe kurz vor dem Ende seiner Amtszeit verkürzt.

Republikaner im Kongress hatten die vorzeitige Entlassung als gefährlichen Präzedenzfall für andere Geheimnisverräter kritisiert. Obama sagte damals, die Freilassung Mannings solle kein solches Signal senden. Er habe die Entscheidung auch deswegen getroffen, weil sich Manning vor Gericht gestellt, Verantwortung für ihr Vergehen übernommen und eine unverhältnismässig hohe Strafe erhalten habe.

Chelsea Manning hatte noch unter ihrem früheren Namen Bradley Manning hunderttausende Dokumente aus Armeebeständen über Vorkommnisse bei den Kriegen im Irak und in Afghanistan an die Enthüllungsplattform Wikileaks weitergeleitet.

Die Enthüllungen enthielten zum Teil höchst peinliche Details für die Vereinigten Staaten. Darunter war auch ein Video, auf dem zu sehen ist, wie die Besatzung eines US-Helikopters auf wehrlose Zivilisten feuert und dabei auch zwei Mitarbeiter der Nachrichtenagentur Reuters tötet.

Assange: «Epischer Sieg»

Der Wikileaks-Gründer Julian Assange bezeichnete die Freilassung Mannings als «epischen Sieg». «Ich kann nicht abwarten, sie zu treffen», twitterte Assange bereits am Dienstag, einen Tag bevor Manning das Militärgefängnis verliess..

Assange hält sich seit Juni 2012 in der Botschaft Ecuadors in London auf, um einer Auslieferung an Schweden im Zusammenhang mit Vorwürfen wegen sexuellen Missbrauchs zu entgehen - und letztendlich auch einer Überstellung an die USA. (sda/dpa/afp/reu)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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