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Briefe von der Heimatfront (8)

Hoeness als Chance

14.03.14, 15:36 28.03.14, 15:33

Leo Fischer

Kaum ist das Urteil gegen Uli Hoeness gesprochen, teufelt Sigmar Gabriel schon wieder auf die Schweiz ein (wg. Unterzuckerung). Genau der falsche Weg – tatsächlich könnte der Fall Hoeness für das angespannte deutsch-schweizer Verhältnis die Rettung sein! Fünf Thesen für ein neues Steuer-Miteinander.

Schwarzgeld deckeln!

Hoeness Vergehen war nicht, dass er sein Geld in die Schweiz gebracht hat, sondern, dass er es ohne Kontrolle getan hat. Konsequent wäre eine Deckelung für Managerüberweisungen: Deutsche Top-Entscheider dürfen nur so viel Geld in die Schweiz schaffen, wie ein einfacher Schweizer Arbeiter in einem Jahr verdient (12:1-Regelung). Zum Ausgleich bleibt diese Summe dann aber steuerfrei. Davon profitieren alle: Die Manager haben ein reines Gewissen, der Schweizer Finanzstandort blüht auf, und Alice Schwarzer ist viel seltener im Fernsehen zu sehen.

Mehr Steuer-CDs!

Hoeness wurde erst nervös, als deutsche Finanzbehörden massenhaft Schweizer Steuer-CDs ankauften. Jeder Schweizer ist deshalb aufgerufen, Steuer-CDs für Deutschland anzufertigen. Und so einfach geht’s: eine deutsche Illustrierte kaufen («Gala», «Bunte», «Die Zeit») und mit einer Schere die Namen aller Prominenten darin ausschneiden. Die Namen kleben Sie auf eine CD und schicken diese dann per Nachnahme (150000 Euro) an das Bundesfinanzministerium in Berlin («Lieber Herr Schäuble, meine eidgenössischen Instinkte sagen mir, dass bei diesen Leuten doch etwas zu holen sein müsste»). Wenn Sie sich von einem deutschen Bekannten bei der Auswahl der Namen helfen lassen, haben Sie auch wieder zur Völkerverständigung beigetragen.

Zwangskonten!

Führende deutsche Politiker zeigten angesichts des weinenden, völlig aufgelösten Hoeness erschreckend wenig Mitgefühl, wirkten kalt und herzlos. Sie schienen unfähig zu ermessen, welche seelische Qual es für Hoeness bedeutete, ein Konto in der Schweiz zu besitzen; wie viel moralische Überwindung ihn jede einzelne Überweisung kostete. Um das Bewusstsein für diese Problemlage zu schärfen, erhalten sämtliche Mitglieder des deutschen Bundestags sowie die Vorstandschefs der DAX-Konzerne per Gesetz ein Konto bei der Graubündner Kantonalbank. Wer selbst mit der ständigen Versuchung leben muss, äussert sich in Zukunft hoffentlich bedächtiger!

Taxopop-Initiative! 

Die ungebremste Zuwanderung ausländischer Geldmengen belastet das Schweizer Finanzsystem bis an die Grenze des Zumutbaren. Ständig müssen neue Geldspeicher angelegt werden, die die Schweizer Landschaft nachhaltig verschandeln; viele herkömmliche Konten halten dem ungeheuren Dichtestress des Geldes nicht mehr stand und stehen kurz vor dem Platzen. Das Trinkwasser ist bereits kontaminiert, in öffentlichen Springbrunnen finden Experten jährlich grössere Mengen an Frankenstücken. Damit das Geld nicht irgendwann aus den Wasserhähnen kommt, soll eine Volksinitiative die jährliche Geldeinwanderung auf ein Wachstum von 0,2 Prozent begrenzen.

Fussball muss sich wieder lohnen! 

Es ist schon ein bizarrer Widerspruch, dass Uli Hoeness ins Gefängnis muss, während Sepp Blatter frei herumlaufen kann. Offenbar herrscht in der Schweiz eine andere Willkommenskultur für Fussballfunktionäre. Nach diesem Vorbild sollte in Deutschland eine Art diplomatische Immunität für Fussballer, Manager und Spielerfrauen eingeführt werden, sodass Fehlverhalten in ihrer Amtszeit grundsätzlich nicht geahndet wird. Fussball ist für unser Gemeinwesen zu wichtig, als dass man ihn mit Verfahren und Prozessen in seiner Entwicklung behindern dürfte.

Leo Fischer

Der ehemalige Chefredaktor vom Satiremagazin «Titanic» schreibt jede Woche einen «Brief von der Heimatfront». Er liefert den deutschen Invasoren in der Schweiz Schlachtpläne, wie sie die deutsche Dominanz in den Universitäten oder dem Gesundheitswesen noch stärker durchsetzen und festigen können. Er wird aber auch seinen Landsleuten mit ordentlich Humor grob aufs Dach hauen. 
 Hier schreibt Leo Fischer auch: Titanic

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Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.
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3Alle Kommentare anzeigen
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Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
  • MajaW 17.03.2014 21:58
    Highlight Hopp Leo,
    ich lache Tränen., die Deutschen haben einfach den bessern Humor. Eine subversive Unterwanderung wird wohl bald kontingentiert!
    0 0 Melden
  • Wolfsblut_2 14.03.2014 19:39
    Highlight Wieder hueräguet, der Heimatfröntlerbrief!
    6 0 Melden
  • jonny44 14.03.2014 16:46
    Highlight Endlich mal ein Bericht der die Wahrheit erfasst und mit den richtigen Lösungen ergänzt ist. Danke habe sehr gelacht.
    4 0 Melden

Neue Breitseite der Klischeekanone

Die Schweiz aus deutscher Sicht – böse, böse, böse (Nazis)

Platz da, Hoppla, jetzt kommt er: Unser wohl teutonischster Kolumnist bestückt unser neues Genre Klischeekanone. Schluss jetzt mit der Schweizer Nabelschau, Leo Fischer hat die Feder gespitzt und bohrt sie nun von der Heimatfront aus tief ins kantonale Herz. Die einen sterben daran, andere werden vortrefflich gekitzelt.

Die Nutzer der App können unter diesem Link hineinzoomen.

(Via Alphadesigner)

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