Schweiz

Weil das SRF «Feuchtgebiete» gezeigt hat, sorgt sich der Ombudsmann um die guten Sitten

Publiziert: 25.10.16, 18:08

Der Ombudsmann spricht von «einem Grenzfall»: Dass SRF den Film «Feuchtgebiete» im August ein zweites Mal ausgestrahlt hat, sei unklug. Denn es sei zumindest fraglich, ob der Film der öffentlichen Sittlichkeit nicht entgegenstehe.

An einem Mittwochabend im August stand um 22.55 Uhr zum zweiten Mal der Film «Feuchtgebiete» auf dem Programm von Fernsehen SRF 1. Es handelt sich dabei um die Verfilmung des «Skandalromans» von Charlotte Roche, die an der Eröffnung des Festivals von Locarno TI im Jahr 2013 von 3500 Personen bejubelt wurde.

Die Ausstrahlung auf SRF 1 heimste weniger Beifall ein - beim Ombudsmann gingen Beschwerden von insgesamt 48 Personen ein. Eine erste Ausstrahlung rund ein Jahr zuvor hatte noch keine Reaktionen ausgelöst.

Trailer von «Feuchtgebiete». Video: YouTube/KinoCheck

Warnsignal des Ombudsmanns

Der Film sei moralisch und ethisch nicht vertretbar und könne die Bevölkerung verderben, kritisierten nun einige der Beschwerdeführenden. Der Film hätte, wenn überhaupt, erst nach Mitternacht ausgestrahlt werden sollen, monierten andere. Es sei ein Skandal, dass für solche Filme Gebührengelder ausgegeben werden - die SRG gehöre dafür bestraft, forderte ein Zuschauer.

Die Schweizerin Carla Juri wurde in Locarno 2013 noch für ihren «Feuchtgebiete»-Auftritt gefeiert. Bild: KEYSTONE

Als Ombudsmann könne er die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) nicht bestrafen, hält dieser nun in seinem am Dienstag veröffentlichen Schlussbericht fest. «Ich kann SRF nicht verbieten, solche Filme auszustrahlen.» Er könne lediglich Warnsignale aussenden.

Für die Beanstandungen zeigt der Ombudsmann «grosses Verständnis». Der Film «Feuchtgebiete» habe zweifellos einen pornographischen Touch. «Ich empfand den Streifen als künstlerisch überhöhte und verbrämte Pornographie», hält er fest.

Es handle sich ohne jeden Zweifel um einen Grenzfall, schreibt der Ombudsmann weiter. Die Respektierung der Kunstfreiheit spreche dafür, dass man auch einen solchen Film im Fernsehen zeige.

«Aber es ist zumindest fraglich, ob er der öffentlichen Sittlichkeit nicht entgegensteht.» Der Film mache nicht nur Intimes, sondern auch Abartiges öffentlich. «Daher war es meines Erachtens unklug, dass Fernsehen SRF den Film ein zweites Mal ausgestrahlt hat.»

(sda)

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  • Pokus 26.10.2016 06:37
    Highlight "Der Film sei moralisch und ethisch nicht vertretbar und könne die Bevölkerung verderben, kritisierten nun einige der Beschwerdeführenden."
    Die sind doch Religionsverdorben. Wo leben die???
    Der Film ist superschön gemacht, ich hatte da ganz andere Erwartungen. Wenn er sich davon angemacht fühlt, darf er auf keinen Fall Pippi Langstrumpf sehen.
    Abartig solche Äusserungen, von einer Person mit diesem Posten. Er sollte gehen.
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  • maedde999 26.10.2016 00:12
    Highlight Gratulation Herr Ombudsmann! Ihre Frau glaubt Ihnen nun bestimmt, dass Sie keine Pornos gucken! :P
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  • Braun Pascal 25.10.2016 23:17
    Highlight Kennt jemand den Film 120 Tage von Sodom?
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  • redeye70 25.10.2016 22:08
    Highlight Ich glaube wir sollten uns über andere Dinge sorgen als über schlüpfrige Filme. Aber die Schweiz entwickelt sich halt wieder Richtung erzfurzkonservativer Gesellschaft. 48 Beschwerdeführer auf 8 Mio Einwohner haben natürlich auch so eine Gewichtung verdient.
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  • Gsnosn. 25.10.2016 22:05
    Highlight Nichts was man bei Bachelor auch sehen kann...
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  • G.Oreb 25.10.2016 22:00
    Highlight Ach komm, in welchem Jahrhundert leben wir denn?
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  • Lami23 25.10.2016 20:46
    Highlight Das Buch war auf jeden Fall eine literarische Katastrophe. Da hab ich mir den Film gar nicht erst angetan.
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  • SJ_California 25.10.2016 20:24
    Highlight Hab den Film nicht gesehen. Nun ist jedoch meine Neugier geweckt. Ich denke, anderen geht es ähnlich... Ob das von den Beschwerdenführenden gewollt war? Wohl eher nicht... 😉
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    • ben_fliggo 26.10.2016 00:16
      Highlight auf iTunes kannst du ihn in HD streamen für 4.50 ;-)
      4 0 Melden
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  • SuicidalSheep 25.10.2016 19:04
    Highlight Wenn man sonst keine Probleme hat...

    "Der Film sei moralisch und ethisch nicht vertretbar und könne die Bevölkerung verderben, kritisierten nun einige der Beschwerdeführenden."
    Hat man damals auch vom Heavy Metal behauptet.
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  • <m@g!c> 25.10.2016 18:55
    Highlight Find ich überraschenderweise eine wirklich gute und dezidierte Aussage des ombudmannes..
    Und auch berechtigt..nach 12 wäre der Film wohl wirklich besser aufgehoben
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  • pun 25.10.2016 18:25
    Highlight
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    • Mädi24 25.10.2016 22:53
      Highlight ich habe das jetzt 2 mal angeschaut und muss nach eingehender analyse sagen: das ist das beste video, dass das internet zu bieten hat😂😂
      18 1 Melden
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