Schweiz

Die Staumauer Muttsee des Pumpspeicherwerks Limmern bei der Einsegnung am 9. September. Bild: AXPO

Halbe Milliarde weg: Axpo schreibt Wert des neuen Pumpspeicherwerks Limmern massiv ab

Publiziert: 19.09.16, 07:39 Aktualisiert: 19.09.16, 08:43

Wegen der erneut markant gesunkenen Grosshandelspreise für Strom nimmt der Energiekonzern Axpo hohe Wertberichtigungen vor. Allein beim gerade erst fertig gestellten Pumpspeicherwerk (PSW) Limmern schreibt Axpo 540 Millionen Franken ab.

Insgesamt werden die Anpassungen das Betriebsergebnis (EBIT) des Konzerns im Geschäftsjahr 2015/16 um 1.4 Milliarden Franken belasten, wie Axpo am Montag mitteilte. Das dürfte erneut zu einem deutlichen Verlust führen. Im Geschäftsjahr 2014/15 hatte Axpo einen Jahresverlust von 990 Millionen Franken geschrieben.

Grösste Wertberichtigung

Die Staumauer des PSW Limmern im glarnerischen Linthal GL wurde im September eingeweiht. Axpo hat zusammen mit dem Kanton Glarus 2.1 Milliarden Franken in die Anlage investiert. Die Wertberichtigung auf dem Jahrhundertwerk ist die grösste im ganzen Kraftwerkpark.

Die Profitabilität des PSW Limmern hänge stark von der Preisdifferenz zwischen Grundlaststrom und Spitzenstrom ab, welcher bei Verbrauchsspitzen oder zum Ausregeln von Netzschwankungen gebraucht werde, schreibt Axpo. Diese Marge sei für einen rentablen Betrieb nicht ausreichend. Die Axpo rechne nicht damit, dass sich das mittelfristig ändern werde. Langfristig erwarte Axpo aber, dass die Profitabilität angesichts des Trends zu zunehmend unregelmässig anfallender Energieproduktion gesteigert werden könne.

Preissturz als Grund

Neben PSW Limmern betreffen die Wertberichtigungen vor allem Wasser- und Kernkraftwerke sowie die Energiebezugsverträge mit Partnerwerken und französischen Kernkraftwerken. Als Grund gibt Axpo einen erneuten Preissturz an: Im Vergleich zum Vorjahr sind die Strompreise im europäischen Grosshandel laut Axpo um rund 30 Prozent gesunken. Für den Energiekonzern ein klares Anzeichen dafür, dass die Phase der tiefen Preise länger andauern wird als noch vor einem Jahr erwartet.

Die Verschiebung des Wiederanfahrtermins von Block 1 des Kernkraftwerks Beznau habe Kosten von rund 200 Millionen Franken zur Folge, heisst es weiter in der Mitteilung. (egg/sda)

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4 Kommentare anzeigen
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600
  • pamayer 19.09.2016 13:37
    Highlight Wer bezahlt die Kleinigkeit von einer halben Milliarde?

    Erraten!!
    Axpo kundInnen natürlich.
    Und ehrliche Steuerzahler ebenso.

    Wer gewinnt die halbe Milliarde?

    Erraten!
    Die Aktionäre.
    5 1 Melden
    600
  • koks 19.09.2016 08:45
    Highlight wertberichtigungen auf bauwerken, die für eine ewigkeit dastehen, haben wohl eher was mit finanzjongliererei und shareholdervalue zu tun als mit sonstwas. mit roten bilanzen bekommt man wahrscheinlich einfacher staatliche subventionen...
    34 1 Melden
    600
  • Wilhelm Dingo 19.09.2016 08:20
    Highlight Es ist schon krass: In der Schweiz steht ein genialer Energiespeicher und anderswo suchen sie händeringend nach solchen Speichern? Was geht da nur schief?
    23 0 Melden
    • Amboss 19.09.2016 10:55
      Highlight Vielleicht, weil man vielerorts (zB in Deutschland) sowohl Solarenergie als auch kohle subventioniert.
      Gerade zweites lässt sich immer weniger rechtfertigen.

      Kohle ist direkte Konkurrenz zu einem Pumpspeicherwerk. Beide in Spitzenzeiten sehr flexibel Energie liefern.
      Ist die Kohle mal weg (was passieren MUSS), so wird sich Limmern noch als Goldgrube erweisen.
      3 1 Melden
    600

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